US-Präsident Barack Obama besucht noch in diesem Monat China, den größten Gläubiger der USA. Es erscheint kaum vorstellbar, dass der schwindsüchtige Dollar dann nicht zu den Themen gehören wird, die auf der Agenda ganz oben stehen. Aber nicht deshalb, weil die Amerikaner den Chinesen ein Angebot unterbreiten könnten, selbst etwas gegen die Schwindsucht zu tun, sondern im Gegenteil: Sie werden weiter darauf drängen, dass Chinas Währung Renminbi gegen Dollar aufgewertet werden soll. Entsprechende Forderungen gehören längst zum Ritual, wenn es darum geht, amerikanische Interessen politisch durchzusetzen. Ökonomisch gesehen, sind sie sinnlos, weil Produkte made in China den Weg in die USA – wie auch in andere Länder – auch dann noch finden dürften, wenn der Renminbi um zehn oder 20 Prozent aufgewertet würde.
Welche Konsequenzen sollten Anleger aus dieser Großwetterlage ziehen?
Kurzfristig noch keine, vorausgesetzt, sie haben niedrige Dollar- und hohe Goldbestände. Ist das nicht der Fall, sollten sie sich bei vorübergehenden Preisdellen mit Gold – wie auch mit Silber, dem „Gold des kleinen Mannes“ - gehörig eindecken, am besten in Form von Anlagemünzen und Barren. Wichtig ist auch ein relativ hoher Anteil an liquiden Mitteln bzw. der Abbau von Verbindlichkeiten (was auf dasselbe hinausläuft). Dafür bieten sich Tages- und Festgeld, deutsche Bundespapiere mit kurzen bis mittleren Restlaufzeiten und Euro-Anleihen von nur gering verschuldeten Unternehmen an, das alles am besten gut verteilt.
Später nur noch reale Werte
Die liquiden Mittel sollten vor allem für spätere Käufe gängiger Aktien vorgehalten werden, gegebenenfalls auch von Immobilien, falls sich Schnäppchen ergeben, und von Rohstoffen bzw. Rohstoffaktien. Dieser Rat beruht auf der Überlegung, dass die Staaten und ihre Notenbanken, ausgehend von den USA, bereits bei jeder sich abzeichnenden Konjunkturflaute massiv mit höherer Verschuldung und lockerer Geldpolitik dagegenhalten werden. Die Folge: Wenn immer mehr Geld auf ein begrenztes Angebot an Aktien, Immobilien, Rohstoffen – und natürlich Edelmetallen – trifft, kommt es zwangsläufig zur so genannten Asset Inflation, also zum Preisanstieg von realen Werten.
Wer allerdings damit rechnet, durch geschicktes Umschichten von liquiden Mitteln in reale Werte reich zu werden, sollte rechtzeitig die Gegenrechnung aufmachen Das heißt, der vermeintliche Gewinn durch Kurs- beziehungsweise Preissteigerungen entspricht, von extremen Entwicklungen in der Spitze abgesehen, dem Verlust an Kaufkraft durch den schwindenden Geldwert. Immerhin, besser das, als mit entwertetem Geld arm zu werden.









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Alle Kommentare lesen18.11.2009, 23:59 UhrAnonymer Benutzer: Rentner
@Observer,
"nach vorne investieren" ist schon der richtige Ansatz. Aber dies dürfte auch eine Frage des Alters sein. Ein junger Mensch sollte diesen Ansatz natürlich verfolgen - klar. Meine Altersklasse kann sich keinen Flop erlauben und muss primär die Sicherung verfolgen.
ich bin - da bin ich nicht alleine - der festen Überzeugung, dass sich der Zyklus des derzeitigen ungedeckten Geldsystems im Endstadium befindet. Deshalb ist Sicherung DERZEiT auch für Jüngere ein Muss (denke an das beispiel aus 1948 wo in meinem Umfeld drei Sparbücher futsch waren). Und da schlagen derzeit Sachwerte die Geldwerte deutlich. Gewinner sind immer diejenigen, die es stets schaffen zum richtigen Zeitpunkt in Sach- oder Geldwerten zu sein. Einmal sind Sachwerte und ein anderes Mal Geldwerte die richtigen Werte. Derzeit sind die Sachwerte dran. Dies sieht man schon daran, wie die großen Vermögen derzeit agieren. buffett kaufte sogar dieser Tage die "alte industrie Eisenbahn." Eisenbahnaktien sind faktisch Sachwerte, da die Aktiva schwerpunktmäßig in Sachwerten gebunden ist und das Gechäftsmodell sich mit Sachwerten (zähle auch Lebensmittel dazu) befasst. Es ist auch interessant, wer alles in Silber investiert ist!
18.11.2009, 21:40 UhrAnonymer Benutzer: Observer
@rentner
Doch schon. Entschuldigung, wenn das anders rüber kam. Aber ich denke der "goldene" Mittelweg wäre besser nicht alles zu "sichern" sondern nach "vorne" zu investieren.
Warum das so ist, würde etwas zu lange dauern. Mich beschäftigt die Thematik auch schon seit dem 16.01.2001.
"Warum" ist eine Frage die einen sehr weit führen kann, wenn man sie wie ein Mantra wiederholt. Das Kontinuum der Zeit löst sie jedoch nicht auf.
18.11.2009, 12:24 UhrAnonymer Benutzer: Rentner
berichtigung: im vorletzten Absatz muss es heißen: auf die Oberserver beharrlich nicht eingeht?