Gbureks Geld-Geklimper: Geldwerte im Abseits, Sachwerte in Schwung

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Manfred Gburek

Kolumne von Manfred Gburek

Steuersenkung, Soli-Abschaffung, Aufschwung, Euro, Leitzins, Staatspleiten, Ratingagenturen - und das Ganze wieder von vorn. Zentralbanker sitzen in der Falle, ihr Spielraum für Zinserhöhungen ist minimal. Das treibt Sachwerte in die Höhe.

Steuersenkung, Soli-Abschaffung, Aufschwung, Euro, Leitzins, Griechenland, Portugal, Staatspleiten, Ratingagenturen - und das Ganze wieder von vorn. Diese Themen beherrschen in Deutschland schon seit Monaten die der Wirtschaft und speziell den Finanzen gewidmeten Schlagzeilen, als hänge von ihnen das Wohlergehen der ganzen Menschheit ab. Geht man den Dingen allerdings nur ein wenig auf den Grund, zeigt sich, dass es die hinter den Schlagzeilen verborgenen Themen sind, die unser aller Aufmerksamkeit viel mehr verdienen.

Mit der Steuersenkung und Soli-Abschaffung biedern sich Politiker der Koalition den Wählern an, während die Opposition fadenscheinig dagegen giftet. Den Aufschwung hat Deutschland dem Euro und China zu verdanken: Dem Euro, weil er einen Abwertungswettlauf unter den Euro-Ländern unmöglich macht, und China, weil die Konjunktur dort immer noch brummt.

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Jede Leitzinserhöhung brringt Euro-Länder näher an die Pleite

Jede Leitzinserhöhung bringt außer Griechenland und Portugal auch andere Länder der Euro-Zone der Pleite näher, sodass für deren Aufschub erst die Europäische Zentralbank mit dem Kauf von maroden Staatsanleihen, dann Deutschland mit Transferleistungen aufkommen wird. Und bei allem Respekt vor den Rechenknechten der Ratingagenturen: Wenn sie einem Land den Ramsch-Status verpassen, treibt das zwar rein rechnerisch die Renditen von dessen Staatsanleihen in die Höhe, aber die weitere wirtschaftliche Entwicklung eines solchen Landes hängst gerade mal marginal vom Rating ab.

Bei Geldwerten tun sich Abgründe auf

Wir sollten uns allmählich daran gewöhnen, dass der Euro, ebenso wie der Dollar, von den drei Funktionen des Geldes – Wertaufbewahrung, Recheneinheit, Tauschmittel – die erste längst verloren hat. Daraus folgt zunächst, dass alle Geldwerte, vom Sparkonto über Bundesanleihen bis zu Rentenfonds und Kapitallebensversicherungen, an Kaufkraft verlieren. Nur sind die meisten Menschen sich dessen nicht ganz bewusst: Die mickrigen Zinsen auf dem Sparkonto verbuchen sie als Gewinn und nicht als Verlust, weil sie gewohnt sind, in nominalen statt in realen Kategorien zu denken. Ähnlich halten sie es mit Bundesanleihen. Bei Rentenfonds gehen sie fälschlicherweise davon aus, dass Fondsmanager es schon irgendwie richten werden. Und welche Abgründe sich aus Kapitallebensversicherungen ergeben, stellen sie erst Jahre später nach deren Ablauf fest.

Die Funktionen als Recheneinheit und Tauschmittel wird Geld bis zur nächsten Währungsreform behalten. Diese dürfte noch einige Zeit auf sich warten lassen. Das heißt, ob der Handel mit Erdöl, Weizen oder Gold weiter in Dollar abgerechnet wird oder ob nicht doch immer mehr Länder zum Euro als Handelswährung übergehen, spielt eher eine untergeordnete Rolle. Dass sich der Tausch Ware gegen Ware statt Geld gegen Ware (und umgekehrt) durchsetzen könnte, ist – außer bei gewerblichen Bartergeschäften oder in Notzeiten, wenn das Vertrauen in Papiergeld gegen Null tendiert - praktisch ausgeschlossen.

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