Gbureks Geld-Geklimper: Glücksspiel Trading: Long, short, Geld fort

Gbureks Geld-Geklimper: Glücksspiel Trading: Long, short, Geld fort

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Die Lottozahlen des Wochenendes auf einem Tippschein. Vor Glücksspiel wird offen gewarnt. Vor Traing mit Derivaten nicht.

von Manfred Gburek

Wer Lotto spielt, wird automatisch vor Spielsucht gewarnt. Wer dagegen Trading mit Derivaten betreibt, wird von Banken und Brokern zu immer neuen Geldabenteuern verführt.

Eine Szene, typisch für die diesjährige Stuttgarter Invest-Messe: auf der einen Seite die Konterfeis von Torwart-Urgestein Oliver Kahn und DWS-Deutschland-Chef Klaus Kaldemorgen vor leerer Bühne, auf der anderen Seite daneben ein Menschenauflauf am Stand von Godmode Trader, einer Firma, die sich „Marktführer TA-basieter Tradingservices in Deutschland“ nennt. Also Langfriststrategie mit DWS-Fonds pfui, Zocken auf Teufel komm raus mit Godmode hui? Dem äußeren Anschein nach zu urteilen ja, jedenfalls was das Interesse der Anlegermasse betrifft. Doch die liegt an der Börse bekanntlich fast immer schief.

Wer Lotto spielt, kennt den Spruch: „Glücksspiel kann süchtig machen“, steht da auf der Quittung, nachdem der Spielschein abgegeben ist. Komisch: Warnungen wie diese schlägt die Finanzbranche in den Wind, obwohl große Teile von ihr das Glücksspiel zum Geschäftsmodell erhoben haben, und das nicht erst seit dem offenen Ausbruch der Griechenland-Krise. Stattdessen Ausflüchte wie der Hinweis auf Stop Loss bei KO-Hebelprodukten oder die Warnung vor dem Totalverlust mit gehebelten CFDs. Volatilität, also die Schwankungsstärke, scheint auf einmal einen hohen Stellenwert zu haben; Banker, Broker und andere Glücksspielverführer  bezeichnen sie sogar als Anlageklasse. Einfach lächerlich. Das ist so, als würde der Arzt einem Patienten mit hohem Blutdruck Kaffee als Beruhigungsmittel verschreiben.

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Schnapsidee mit CFD

Stop Loss ist ja nichts anderes als eine gedachte Verlustbegrenzung oder Gewinnabsicherung. Doch wehe, plötzlich brechen die Kurse ein und erholen sich danach wieder ganz schnell: Außer Spesen nichts gewesen, ist dann das Günstigste, was bei diesem Stopp-den-Verlust-Spiel herauskommen kann. Woher soll man auch wissen, in welchem Rhythmus die Börse sich demnächst bewegen wird? Doch genau dieses Wissen wird von den Stop Loss-Fans unterstellt. Einen empirischen Nachweis dazu hat bisher noch niemand erbracht.

CFD steht für Contract for Difference. Das ist ein Derivat, das Aktien, Anleihen, Indizes, Rohstoffe oder sonst was abbildet und mittels Hebel long (als Wette auf einen Kursgewinn) oder short (als Wette auf einen Kursverlust) eingesetzt werden kann. Ein CFD-Anbieter, der immer wieder mit seltsamen Börsenweisheiten Reklame macht, ist CMC Markets. Als Beispiel vergleicht er den Gewinn aus einer Siemens-Aktien-Spekulation mit dem Gewinn aus einem CFD-Spiel bei drei Prozent Margin (Sicherheitsleistung). Ergebnis: magere 2,5 Prozent (Aktien) im Vergleich zu 88,6 Prozent (CFD). Auf so eine Idee, statt Äpfel mit Birnen gleich einen ganzen Apfelbaum mit Birnenschnaps zu vergleichen, muss man erst einmal kommen.

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