Gbureks Geld-Geklimper: Gute Edelmetalle, schlechtes Geld

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Gute Edelmetalle, schlechtes Geld

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Manfred Gburek

Kolumne von Manfred Gburek

Der starke Anstieg des Gold- und des Silberpreises signalisiert, dass Euro und Dollar unter den aktuellen Voraussetzungen nicht zu retten sind - und die Edelmetallpreise nicht zu stoppen.

Die Preise von Gold und Silber sind auf Dollar-Basis in neue Sphären vorgestoßen. Grund genug, sich einmal mehr mit diesem Thema zu beschäftigen. Man könnte ja allzu schnell auf die Idee kommen, den jetzigen Anstieg bloß auf die aktuelle Dollar-Schwäche zurückzuführen. Doch allein schon in Anbetracht der ungelösten Schuldenprobleme im Euro-Raum würde man es sich damit zu einfach machen. In Wahrheit fließt viel Geld – auch viel spekulatives – in Gold, Silber, andere Edel- und in Industriemetalle, weil das Vertrauen in die führenden Papierwährungen insgesamt einen Knacks erhalten hat. Dem ist dauerhaft weder mit Sparmaßnahmen von Regierungen noch mit Zinserhöhungen durch Zentralbanken beizukommen.

Gehen wir einige Zeit zurück, als das Buch „This time is different“ von Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff erschien. Damit haben die beiden eine bemerkenswerte Fleißarbeit vorgelegt, aus der unter anderem hervorgeht, dass es zwischen den Jahren 1800 und 2009 mindestens 250 Staatspleiten gab. Deutschen Anlegern, die dabei viel Geld verloren, ist die Argentinien-Pleite aus dem Jahr 2001 noch in frischer Erinnerung. Damals hatten sich vorausschauende Argentinier durch rechtzeitige Gold-, aber auch Dollar-Käufe wirksam vor ihrer Staatspleite geschützt.

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Deutschland zahlt für andere

Wer glaubt, die Probleme Griechenlands, Portugals, Irlands und erst recht Deutschlands seien weit davon entfernt, so wie die Probleme Argentiniens zu enden, sollte sich die folgenden Überlegungen durch den Kopf gehen lassen: Die Rendite zehnjähriger Griechenland-Anleihen hat inzwischen rein rechnerisch 13 Prozent erreicht, die der zehnjährigen Portugal-Anleihen gerade 9 Prozent übersprungen. Hier von Rendite zu sprechen, ist allerdings irreführend, denn nur Träumer gehen davon aus, dass sich ihr Einsatz über mehrere Jahre so hoch verzinst. Und nun kommt es ganz knüppeldick: Am Ende wird vor allem Deutschland dafür aufkommen, dass Griechenland, Portugal und weitere Euro-Länder aus ihrem Schuldendilemma herauskommen.

Gewiss, diese Erkenntnis ist nicht gerade neu. Deshalb sei sie hier mit einer Aussage von Pimco-Chef Mohamed El-Erian aus dem Februar untermauert. Danach muss Deutschland „Verantwortung für die Probleme der Peripheriestaaten übernehmen. Wenn Deutschland der Hauptzahler für diese Rettungspakete bleibt, wird das die nationale Bilanz kontaminieren.“ Wobei zu beachten ist, dass Pimco, ein US-Unternehmen des deutschen Allianz-Konzerns,  immerhin das größte Anleihenportfolio der Welt verwaltet, und dass der unschöne Begriff „kontaminieren“ bedeutet: verunreinigen bzw. mit schädlichen Umweltstoffen in Kontakt kommen.

Horror-Szenario der Währungen

Dass die Flucht der Anleger in die Edelmetalle als Schutzmaßnahme vor weiterem Ungemach da nur allzu verständlich erscheint, liegt auf der Hand. Wobei man sich immer auch vor Augen führen sollte, dass die Flucht von Seiten der Dollar-Investoren noch intensiver ist als die der Euro-Anleger, denn der jüngste Preisanstieg von Gold und Silber ist ja in Dollar gemessen weitaus stärker als in Euro. Wie wir indes vor Jahresfrist aus Anlass der ersten Griechenland-Krise erlebt haben, kann das Dollar/Euro-Blatt sich schnell wenden. Dann haben Anleger, die Euro in Edelmetalle investieren, bei weiter anziehenden Edelmetallpreisen die Chance, doppelt zu verdienen – bis das Blatt sich wieder zugunsten des Euro wendet, und so weiter.

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