Gbureks Geld-Geklimper: Immobilienbranche zwischen Dichtung und Wahrheit

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Immobilienbranche zwischen Dichtung und Wahrheit

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Grundriss

Kolumne von Manfred Gburek

Spezialisierte Aktiengesellschaften profitieren vom durchschlagenden Wandel der Immobilienbranche. Flexible Anleger können das nutzen.

Das ist meine 100. Geld-Geklimper-Kolumne. Aus diesem Jubiläumsanlass erlaube ich mir, heute kontrovers über eines meiner Lieblingsthemen zu schreiben: Immobilien. Kontrovers, weil aus der jetzigen Immobilienmesse MIPIM in Cannes alle möglichen Rekorde in die Welt posaunt werden, bei denen der Wunsch der Vater der Gedanken ist. Im Übrigen können solche Jubelmeldungen zu großen Missverständnissen unter Nutzern von Büros, Betreibern von Einkaufszentren und Bewohnern ganz normaler Häuser führen, falls sie sich nicht gerade den Luxus goldener Wasserhähne leisten können.

Immobilien sind ein derart heterogenes Gut, dass beispielsweise das Portal ImmobilienScout24 seinen noch relativ jungen Preisindex IMX im Januar verfeinern musste. Nebenbei kam etwas heraus, was man bis dahin eher ahnen als wissen konnte: Dass die Preise, die am Ende erzielt werden, um 5 bis 20 Prozent von den im Portal veröffentlichten Angebotspreisen nach unten abweichen. Da werden die Immobiliengläubigen einmal mehr auf den Boden der Tatsachen geholt.

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Von wegen Inflationsschutz

Ein weiteres bemerkenswertes IMX-Ergebnis besteht im Auseinanderdriften der Neubau- und Bestandspreise für Wohnungen. So zeigt die Kurve der Neubauten seit dem Boomjahr 2007 schnurstracks nach oben und weist seitdem ein Plus von 11,3 Prozent aus. Demgegenüber schleppt sich die Bestandskurve nach dem Absacken 2008/09 mühsam zu einem Plus von 1,6 Prozent aufwärts. Dahinter steckt eine gewisse Immobilienlogik: Bauträger und Projektentwickler, die Neubauten verkaufen, setzen gewiefte Verkäufer ein, die nicht mit sich verhandeln lassen und penetrant auf den vermeintlichen Inflationsschutz durch Immobilien hinweisen – irgendwer wird das schon glauben. Dagegen haben wenig verkaufsgewandte Eigentümer von Altbauten kaum eine Chance, ihre Preisvorstellungen durchzusetzen; folglich lassen sie – oder ihre Makler – mit sich verhandeln.

Was hat es mit dem Inflationsschutz auf sich? Nichts, jedenfalls wenn man den repräsentativen BulwienGesa-Index für Wohn- und Gewerbeimmobilien seit 1990 heranzieht: Wohnen an die 8 Prozent im Plus, Gewerbe gerade mal über die Nulllinie gerettet. Dazu die Erkenntnis, dass es halt auf die Lage ankommt – und was es sonst noch an Qualitätsfaktoren gibt, vorrangig eine preiswerte Energieversorgung.

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