Gbureks Geld-Geklimper: Immobilienfonds: Grüße vom Quacksalber

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Manfred Gburek

Kolumne

Auch offene Immobilienfonds sind nicht krisenresistent. Anders lautende Behauptungen sind unseriös. In seiner wöchentlichen Kolumne wirft Manfred Gburek einen kritischen Blick auf das Gebaren der Branche.

Aus zwei mach drei: Zu den geschlossenen und offenen Immobilienfonds (OIF) haben sich nun auch halb geschlossene offene gesellt, einfach so von einem Tag auf den anderen, zurzeit zehn an der Zahl und etwa 30 Milliarden Euro schwer. Eine komplizierte Sache: Halb und nicht ganz geschlossen, weil sie zwar Geld von Anlegern weiter dankend annehmen, es ihnen und anderen Anlegern aber wegen eines zu geringen Liquiditätspolsters nicht auszahlen. Das kann nur für kurze Zeit gut gehen, denn so etwas untergräbt das Anlegervertrauen. Die betreffenden OIF-Manager sind in der Bredouille: Beginnen sie mit dem Geldauszahlen, bevor sie wieder über genug Liquidität verfügen, müssen sie ihre Fonds erneut schließen; in diesem Fall verspielen sie auch noch den letzten Rest des Vertrauens, dann wohl sogar für die ganze OIF-Branche. Bauen sie dagegen zu lange mager verzinsliche Liquidität auf, riskieren sie den Ergebnisschwund ihrer Fonds. Außerdem nehmen die Anleger dann zu Recht an, dass da etwas nicht stimmen kann.

Wissenschaft oder Marketing?

In dieser kritischen Phase hat der zuständige Investmentverband BVI gleich zwei Wissenschaftler beauftragt, den Nachweis zu erbringen, wie toll OIF-Anlagen sind: Lutz Johanning und Bernd Rudolph. Dass es sich bei deren Studie weniger um Wissenschaft als um einen fragwürdigen Marketinggag handelt, lässt sich zunächst an Nassim Nicholas Taleb festmachen. Er genießt unter Bankern Kultstatus. Denn er hat den Bestseller "Der Schwarze Schwan" geschrieben, in dem er ihnen süffisant-überzeugend rät, sich endlich von pseudowissenschaftlichen Methoden zur Messung des Risikos zu verabschieden. Solche Methoden haben in der jetzigen Finanzkrise versagt. Taleb bezeichnet denn auch die Ideen eines ihrer berühmtesten Protagonisten, Harry Markowitz, als "quacksalberische Heilmittel". Doch das konnte Johanning und Rudolph nicht davon abbringen, sich in ihrer soeben erschienenen Studie auf Markowitz zu berufen. Ihr Fazit: "Offene Immobilienfonds sind insbesondere unter der Berücksichtigung der Finanzmarktkrise ein wesentlicher Baustein einer erfolgreichen Asset Allocation."

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Hohe Abschläge an der Fondsbörse

Das ist eine dreiste Behauptung. Denn die Krise trifft nicht nur Besitzer von Geldmarktfonds, Bankaktien und Lehman-Zertifikaten, sondern - mit mindestens einem Jahr Verzögerung - eben auch OIF-Anleger. Die haben allein den Publikumsfonds der Beton- und Backsteinfraktion über 85 Milliarden Euro anvertraut, von denen nun die erwähnten 30 Milliarden Euro eingefroren sind, etwa in großen Fonds wie CS Euroreal, SEB Immoinvest oder KanAm Grundinvest. Das heißt, deren Investmentgesellschaften haben kurzerhand von der gesetzlichen Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Rücknahme von Fondsanteilen zu stoppen. Die Gefriertruhe darf höchstens zwei Jahre zu bleiben. Bis sie wieder geöffnet wird, können Anleger ihre Anteile an der Fondsbörse in Hamburg verkaufen, allerdings nur in eingeschränktem Umfang und mit zum Teil schon über zehn Prozent gestiegenen Abschlägen von den rechnerischen Werten.

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