Gbureks Geld-Geklimper: Konsequenzen aus der Schuldenkrise

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Manfred Gburek

Kolumne von Manfred Gburek

Bis wirklich ein Rezept gegen die Schuldenkrise gefunden ist, werden noch Jahre vergehen. Was Anleger beachten sollten.

Eigentlich hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel das Ergebnis des Euro-Krisengipfels vom Donnerstag schon zu Wochenbeginn vorweggenommen, als sie ihm keinen großen Wurf zutraute. Wie denn auch? 17 Euro-Länder haben 17 überwiegend unterschiedliche – politische und wirtschaftliche - Probleme, die sich mangels politischer Union nicht von heute auf morgen lösen lassen und, so die an Deutlichkeit nicht zu überbietende Aussage von Jens Weidmann, Bundesbank-Präsident und Mitglied des Rats der Europäischen Zentralbank: „Der EZB-Rat kann keine maßgeschneiderte Geldpolitik für alle Länder der Euro-Zone machen.“

Wie geht es weiter? Griechenland, Irland und Portugal weisen gewissermaßen den Weg, der allerdings extrem kurvenreich zu werden verspricht: Die griechische Wirtschaft müsste jährlich um schätzungsweise sechs Prozent wachsen, allein um sich nicht noch höher zu verschulden, die irische Wirtschaft um fünf Prozent und die portugiesische um vier Prozent. Das heißt, die Entschuldung dieser drei Länder durch sie selbst ist wegen schlechter Wachstumsaussichten unmöglich. Und sobald die nächste Konjunkturdelle kommt, gilt das auch für die meisten anderen Euro-Länder.

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Anleihen sind kein sicherer Hafen

Nun könnte man den Standpunkt vertreten: Zeit heilt Wunden. Doch weder die Euro-Länder noch die sonstigen EU- und Nicht-EU-Europäer, weder die USA noch Japan haben genug Zeit, um sich erfolgreich zu entschulden. Das liegt – außer an den Schuldenbergen selbst – auch an zwei Phänomenen, vor denen die Fiskalpolitiker dieser und anderer Länder bisher die Augen verschlossen haben: Zum einen gelten Staatsanleihen aus Sicht von privaten und vor allem von institutionellen Anlegern nicht mehr als sicherer Hafen, zum anderen unterliegen ihre Kurse immer mehr spekulativen, zum Teil auch emotionalen Kräften.

Letzteres lässt sich besonders eindrucksvoll am Beispiel der US-Staatsanleihen festmachen. Deren zehnjährige Renditen schwankten zuletzt innerhalb Jahresfrist von 2,3 bis 3,7 Prozent. Banken, die sich von der US-Notenbank Fed Geld zu Prozentsätzen leicht über Null liehen, konnten folglich üppige Gewinne einstreichen. Die Fed-Null vor dem Komma steht zwar nach wie vor, aber die immer mehr in den Vordergrund drängende Frage ist: Was geschieht, wenn sich nicht mehr genug Käufer für US-Staatsanleihen finden, wenn also deren Nimbus als sicherer Hafen – allein schon wegen der heißen Diskussion um die Schuldenobergrenze – von einem Tag auf den anderen verschwindet? Und: Wie wird sich China als Großgläubiger der USA verhalten?

Volatilität gibt kein Kaufsignal

Zwischenfazit: Die Lösung der Euroland- und der US-Schuldenprobleme braucht ohne Zweifel noch viel Zeit, während der die spekulativen Marktkräfte überhand nehmen werden. Das bringt für Anleger Chancen, aber auch Risiken mit sich. Der beste Risikoschutz besteht zunächst darin, dass man sich mehr als sonst mit allen Arten von Anlagen beschäftigt. Dazu zunächst ein einfaches Beispiel: Der Vdax (bei allen möglichen Finanzportalen anzuklicken und als Grafik sichtbar) ist das Maß für die Volatilität (Schwankungsstärke) deutscher Standardaktien. Bisherige Erfahrung: Je höher er steigt, desto näher rücken Kaufkurse. Das war besonders deutlich zu erkennen, als er Ende 2008 kurzfristig über 80 Indexpunkte sprang, einen bis heute nicht mehr erreichten Wert. Aktuell bewegt er sich zwischen 20 und 25 Punkten. Daraus folgt für deutsche Aktien: Mit Käufen warten.

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