Gbureks Geld Geklimper: Krieg der Worte und Währungen

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Fed-Chef Bernanke: Ankäufe von US-Staatspapieren sollen die Preise und Umsätze an den Märkten stabil halten

Kolumne von Manfred Gburek

An der Währungsfront droht es ungemütlich zu werden. Die Folgen dürften schon im Lauf dieses Jahres zu spüren sein.

Ben Bernanke will mehr reden. Über seine Geldpolitik, versteht sich. Denn die gehört zum Metier des Chefs der US-Notenbank Fed, und er ist nun mal deren Chef, auch wenn er nicht immer den Eindruck vermittelt, er habe etwas zu sagen. Das liegt daran, dass er seit seinem Amtsantritt vor über fünf Jahren bei der Wortwahl extrem vorsichtig geworden ist. Was wiederum damit zu tun hat, dass er vor nunmehr fast achteinhalb Jahren, damals noch als einfacher Fed-Gouverneur, extrem unvorsichtig war, als er behauptete: „Die US-Regierung hat eine Technologie, genannt Druckerpresse – heute: das elektronische Äquivalent -, die ihr erlaubt, praktisch kostenlos so viele US-Dollar zu drucken wie sie will.“

Sprach's vor dem National Economists Club in Washington am 21. November 2002 und hinterließ lauter verdutzte Gesichter. Das hängt ihm bis heute an. Für sich genommen schon schlimm genug, doch Bernanke ergänzte seine Bildersprache von der Druckerpresse und ihrem elektronischen Äquivalent etwas später sogar noch um eine Variante, die ihm schließlich zum Spitznamen „Helicopter-Ben“ verhalf: „Eine mit Geld finanzierte Steuersenkung entspricht im Wesentlichen Milton Friedmans berühmtem Geldverteilen aus dem Helicopter.“

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Währungssystem in Gefahr

Und heute? Quantitative Easing, im Bankerjargon nur noch QE genannt. Das heißt, Kauf von US-Staatsanleihen durch die Fed, also nichts anderes als Geld vom Druckerpresse-Äquivalent oder aus dem Helicopter, je nach Vorliebe für die eine oder die andere Metapher. Zurzeit läuft nach QE 1 bereits QE 2, und zwar bis Ende Juni. Ihm wird nach einer Pause QE 3 folgen. Bernanke wird diese Sommerpause nutzen, um noch mehr zu reden, als er jetzt ankündigt. Dazu haben ihm seine Berater dringend geraten, denn es gilt, den Dollar zu verteidigen: gegen Euro und Yuan, gegen Edelmetalle und Rohstoffe, ja gegen alle Zentralbanker der Welt und gegen die ach so bösen Spekulanten sowieso.

Ob die Verteidigungslinien halten werden, ist allerdings zweifelhaft, weil nicht allein der Dollar in Gefahr ist, sondern das gesamte Währungssystem. Keiner hat das so treffend auf den Punkt gebracht wie der angesehene Harvard-Professor Kenneth Rogoff: „Wir werden noch in diesem Jahr eine Zusammenballung von kollabierenden Währungen und Abwertungskriegen erleben.“ Wobei solche Kriege mehr sind als nur Abwertungen, etwa weil ein Land überschuldet ist oder weil es seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommt: Sie sind gezielte Manöver, um Wettbewerbsvorteile für die eigene Wirtschaft zu erringen. Das war in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts so – mit fatalen Folgen. Bisher ist erst eine Art Vorkriegsstadium erreicht, in dem die USA die Chinesen drängen, ihre Währung endlich aufzuwerten, was die Chinesen allerdings als Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten werten und deshalb ablehnen.

EZB-Chef Trichet gibt sich knallhart

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist im Vergleich zur amerikanischen Fed, die den Spagat zwischen Wirtschaftsbelebung (QE) und Dollar-Verteidigung (international akzeptierte Leitwährung) hinbekommen muss, zu einer ganz anderen Art von Spagat gezwungen: zwischen der boomenden Euro-Zone mit Deutschland im Mittelpunkt einerseits und angeschlagenen Ländern wie Griechenland, Irland, Portugal und demnächst womöglich noch weiteren andererseits. Das zwingt EZB-Chef Jean-Claude Trichet immer wieder zu einer Wortwahl, die allen Euro-Mitgliedsländern gerecht zu werden versucht und manchmal an die nebulösen Sprüche von Bernanke-Vorgänger Alan Greenspan erinnert.

Dazu nur ein typisches Beispiel aus der EZB-Pressekonferenz vom 3. Februar dieses Jahres: „Die Inflationserwartungen sind nach wie vor fest auf einem Niveau verankert, das mit unserem Ziel im Einklang steht, die Preissteigerung mittelfristig unter, aber nahe 2 Prozent zu halten. Die weiterhin feste Verankerung der Inflationserwartungen  ist von zentraler Bedeutung.“ Greenspan pflegte seine Sprüche um Koketterien wie die folgende zu ergänzen: „Ich hoffe, ich war zweideutig genug.“ Dagegen gibt Trichet sich knallhart, indem er droht: „Sie können sich darauf verlassen, dass die EZB weiter für stabile Preise sorgen wird.“

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