Gbureks Geld-Geklimper: Lieber Immobilienaktien als Ärger mit Mietern - Seite 2

Gbureks Geld-Geklimper: Lieber Immobilienaktien als Ärger mit Mietern

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Manfred Gburek
Manfred Gburek

Zuletzt hat ausgerechnet das Land Berlin, das Anfang 2007 als fragwürdiger Vorreiter für andere Bundesländer mal eben die Grunderwerbsteuer von 3,5 auf 4,5 Prozent erhöht hatte, eine Gesetzesinitiative eingebracht, die noch roter ist als der Senat des Stadtstaats. Danach dürfen Kaltmieten nur alle vier Jahre um 15 Prozent erhöht werden, was verglichen mit dem aktuellen Mietrecht (alle drei Jahre 20 Prozent) fast einer Halbierung entspräche, wenn die Initiative zum Gesetz würde. Obendrein sollen – neben anderen Attacken gegen Vermieter – die Mieter das Recht auf Mietminderung bekommen, wenn bestimmte Mindestanforderungen an den Wohnkomfort nicht erfüllt sind. Initiative bedeutet zwar noch nicht Gesetz; aber wenn sich damit Wähler gewinnen lassen und der Deutsche Mieterbund als extrem effizienter Lobbyverein seinen Senf dazugibt, muss wohl mit allem gerechnet werden.

Mietshäuser sind nichts für Amateure

Womit muss zuerst gerechnet werden, wenn es um die Anlage in Immobilien geht, die ja in einigen Großstädten aufgrund der Empirica-Daten besonders interessant zu sein scheint? Gehen wir zunächst von der Grunderwerbsteuer aus: Nachdem Hamburg Anfang 2009 mit deren Erhöhung von 3,5 auf 4,5 Prozent Berlin gefolgt ist und ausgerechnet das von starker Abwanderung gebeutelte Sachsen-Anhalt zwei Monate später mit derselben Erhöhung nachgezogen hat, werden andere Bundesländer sich daran ein Beispiel nehmen. Die Pläne für 2011 sehen wie folgt aus: Saarland 4 Prozent, Niedersachsen und Bremen 4,5 Prozent, Brandenburg 5 Prozent. Da denkt sich der potenzielle Investor wahrscheinlich: Wenn ich jetzt investiere, erspare ich mir den Aufschlag auf die zurzeit in den meisten Bundesländern noch geltenden 3,5 Prozent; und wer weiß, ob bald nicht auch die nachziehen werden – für Makler ein ideales Argument, um ihre letzten Ladenhüter loszuwerden.

Wer partout in Immobilien investieren will, etwa weil deren Anteil am eigenen Vermögen noch zu niedrig ist oder weil die Furcht vor der kommenden Inflation eine solche Investition ratsam erscheinen lässt, sollte als Amateur vom Kauf einzelner Mietshäuser im Zweifel ganz Abstand nehmen. Denn  das politische Klima spricht dagegen (siehe oben), der Ärger mit Mietern ist so gut wie programmiert, zwischenzeitlicher Leerstand lässt die Rendite dahinschmelzen, der eigene Zeitaufwand oder das Salär für den Verwalter steht in keinem Verhältnis zum Ertrag, und die besten Objekte gehen ohnehin unter der Hand weg. Dagegen empfehlen sich in der Regel Immobilien für den Eigenbedarf (falls nicht oft umgezogen wird), die Anlegern die gerade aufgeführten Maleschen ersparen, und einige indirekte Anlagen.

Preiswerte Immobilienaktien, Nervenkitzel inbegriffen

Was den letzten Punkt betrifft, erscheint die Auswahl zunächst riesengroß: Dutzende von offenen und Hunderte von geschlossenen Immobilienfonds, dazu deren an der Hamburger Fondsbörse gehandelte Varianten, deutsche und ausländische Immobilienaktien. Doch genaugenommen reduziert sich die Auswahl am Ende auf das, was Transparenz verspricht, und das ist ein Portfolio aus Immobilienaktien. Transparenz nicht im Sinn von Bilanzdaten, die ohnehin nur Insider und erfahrene Analysten richtig interpretieren können, sondern Kurstransparenz: Immobilienaktien spiegeln anders als Mietshäuser und Eigenheime, auch anders als offene und geschlossene Fonds permanent Marktwerte wider.

Da fügt es sich gut, dass deutsche Immobilienaktien zurzeit wieder einmal recht günstig zu haben sind und dass die Vorauswahl leicht fällt: durch Klicken auf www.initiative-immobilien-aktie.de. Dahinter verbirgt sich ein beim Zentralen Immobilien-Ausschuss, einem ebenfalls effizienten Verband, angesiedelter Verein, dessen Mitgliedsunternehmen am 19. Oktober in Frankfurt zum zehnten Mal institutionellen Anlegern und ihren Analysten Rede und Antwort stehen werden. Die Aktien einiger der auf der genannten Internetseite zu findenden Unternehmen erscheinen zurzeit lukrativ, zum Beispiel Deutsche EuroShop als Renditeaktie, Deutsche Wohnen als Investition in einen professionell verwalteten, im Kurs schon um die erwähnten erwähnten Vermieterprobleme bereinigten  Wohnungsbestand und IVG als Spekulation auf bessere Zeiten dieses Immobilienkonglomerats unter einem neuen Management.

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2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 18.11.2010, 00:59 UhrAnonymer Benutzer: stockwizard

    in einer Situation, wo eine Weltweite Finanzkrise, dem falschen Umgang mit immobilien geschuldet ist, wo auch Japan immer noch am immobilienkollaps 1989/90 leide, wo uns allen noch der immobilienfondscrash 2006 in den Ohren klingelt und eigentlich nicht ein einziger Fonds ohne blessuren dastand, wo The bank of America ein Moratorium zum Thema Zwangsversteigerung ausruft und neues Ungemach am immobiliensektor heraufzieht....da werden wir also aufgefordert, sogenannten exklusiven immofonds vertrauen zu schenken....nun.....das ist entweder Wahnsinn oder Mut, das Urteil muss jeder selber treffen......

  • 14.09.2010, 14:24 UhrAnonymer Benutzer: Goldie

    Lieber "Weder-Noch"!

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