Gbureks Geld-Geklimper: Neues Szenario für Gold, Silber und Aktien

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Neues Szenario für Gold, Silber und Aktien

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Ein undatiertes Foto der Deutschen Bundesbank zeigt gestapelte Goldbarren. Die Union zeigt sich besorgt ueber Geruechte, wonach das Finanzministerium die Abloesung von Bundesbank-Chef Ernst Welteke betreibe, damit der Nachfolger die Goldreserven von rund 38 Milliarden Euro verkaufen koenne. Das berichtete die 'Welt am Sonntag' am 11. April 2004. Finanzminister Hans Eichel wolle das Geld fuer eine grosszuegige Bildungsoffensive nutzen, heisst es. Die Unionsfraktion wolle wissen, was an den Geruechten dran sei, sagte Parlamentsgeschaeftsfuehrer Volker Kauder der Zeitung. Dazu werde die CDU/CSU-Fraktion in den naechsten Tagen die Regierung befragen. (AP Photo/Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main, Deutschland) ** NO SALES * MANDATORY CREDIT: DEUTSCHE BUNDESBANK, FRANKFURT AM MAIN **

Kolumne von Manfred Gburek

Die neue Ölkrise hat Konsequenzen für die Geldanlage. Auch die Nachfrage aus dem Technologiesektor beeinflusst die Preise. Wo aus Anlegersicht Handlungsbedarf besteht.

An den Edelmetallmärkten geschieht etwas Merkwürdiges: Die Preise von Gold und Silber steigen, aber kaum jemand kann die wahren Preistreiber identifizieren. Gewiss, seit Ausbruch der neuen Ölkrise – es ist eine, auch wenn viele Leute noch das Gegenteil behaupten – fließt viel spekulatives Kapital in die Edelmetalle. „Vor allem Käufe von Spekulanten und Investoren“ seien es gewesen, die den Goldpreis zuletzt nach oben getrieben haben, resümiert Wolfgang Wrzesniok-Roßbach von der Heraeus Metallhandelsgesellschaft, seit vielen Jahren kundiger Marktkommentator. Doch das kann den zuletzt wieder steileren Preisanstieg nur zum Teil erklären.

Thorsten Schulte, über seinen Infodienst „Silber Bulletin“ ebenfalls ein kundiger Beobachter der Edelmetallszene mit langjähriger Erfahrung, fasst seine Eindrücke vom Silbermarkt so zusammen: „Die meisten Investoren stehen mit ungläubigem Staunen an der Seitenlinie.“ Barclays Capital hat zumindest eine Erklärung für den steilen Silberpreisanstieg. Danach könnten bis zum nächsten Jahr über 2000 Tonnen Silber für Panels in der Solarenergiebranche eingesetzt werden. Das entspräche dann 7 Prozent der Silberproduktion.

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Kurzfristiges Warnsignal bei Silber

Immer wenn externe Faktoren wie die neue Ölkrise oder Technologiesprünge wie die Nutzung von Solarenergie die Preise an den Märkten und Börsen stark beeinflussen, ist deren weitere Entwicklung besonders schwer abzuschätzen. Das gilt auch für die jetzt schwächelnden Aktienbörsen, an denen die Furcht vor einem Ölschock plötzlich schwerer wiegt als der deutsche Konjunkturaufschwung oder die moderaten Kurs-Gewinn-Verhältnisse.

Was den zuletzt starken Silberpreisanstieg betrifft, gibt es für ihn nur zum Teil eine Erklärung, die sich nach Ansicht von Wrzesniok-Roßbach mit den beiden folgenden Argumenten begründen lässt: Der Silberpreis steigt zusammen mit dem Goldpreis, und die Anleger erwarten, dass die hohe industrielle Silbernachfrage anhalten wird. Also zuerst ein abgeleitetes und dann ein auf Erwartungen beruhendes Argument. So etwas ist an Märkten zwar üblich, sollte aber in diesem Fall von Anlegern in erster Linie als Warnsignal wahrgenommen werden.

Von Gipfel zu Gipfel

Wie an dieser Stelle vor einer Woche ausgeführt, spricht indes viel dafür, dass der langjährige Aufwärtstrend der Edelmetallpreise in nächster Zeit nur unterbrochen wird, aber nicht endet. Die Unterbrechung wird dem Faktor Gier zuzuschreiben sein, der in dem derzeit beeindruckenden Preisanstieg beider Edelmetalle zum Ausdruck kommt. Und dass damit noch nicht das Ende des langjährigen Aufwärtstrends zu erwarten ist, liegt vor allem daran, dass die Alternativen zu Gold und Silber in ihrer Funktion als Horte der Sicherheit nicht mehr oder noch nicht wieder überzeugen können: Anleihen haben diese Funktion spätestens mit der Euro-Krise im vergangenen Jahr verloren, Aktien sind angemessen, aber nicht mehr niedrig genug bewertet, und die meisten Immobilien bringen ihren Eigentümern mehr Kopfschmerzen als Renditen.

Im Januar 1980 erreichten Gold und Silber ihre damaligen Preisgipfel. Das Verhältnis beider Preise fiel für kurze Zeit auf 17. Aktuell beträgt es 41; das spricht noch nicht dafür, dass wir es hier mit einer maßlosen Übertreibung zu tun haben. Im August 1982 begann der internationale Aufwärtstrend der Aktienkurse, der mit wenigen Unterbrechungen (vor allem durch den Crash vom Oktober 1987) bis März Jahr 2000 anhielt. Auslöser des Trends war zu Beginn der 80er Jahre der  vom damaligen Fed-Chef Paul Volcker mithilfe zweistelliger Zinsen gewonnene Kampf gegen die Inflation.

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