Reich gegen Arm
Das hier wiedergegebene Konsumverhalten der Deutschen ist ein Spiegelbild ihres Verhaltens als Anleger. Das heißt, die Reichen setzen in erster Linie auf Qualität (oder was sie dafür halten), die Armen auf günstige Gelegenheiten (oder was man ihnen als solche anbietet). Allerdings unterscheiden sich Geldanlagen in vielerlei Hinsicht von Konsumgütern. Zum Beispiel sind die Auswahlkriterien komplexer, die Entscheidungen nicht nur selbst-, sondern auch fremdbestimmt (etwa durch einen Anlageberater oder Versicherungsvertreter), die Einsätze, die Chancen und die Risiken höher, und während Konsumgüter ge- oder verbraucht werden, sind Geldanlagen dazu bestimmt, später in irgendeine Art von Konsum umgewandelt zu werden, sei es für Anschaffungen jeder Art, sei es für Reisen oder für ein Pflegeheim im Alter. Vor allem aber spielen die Preise der verschiedenen Geldanlagen eine ganz andere Rolle als die Konsumgüterpreise, wie die folgenden Überlegungen zeigen.
Wenn der Preis zum Qualitätsmerkmal wird
Ebenso wie bei Konsumgütern, müssen sich Qualität und günstige Gelegenheiten bei Geldanlagen nicht widersprechen, ja sie bilden oft sogar eine Einheit, etwa wenn die Aktie eines gut geführten, an der Börse gerade niedrig bewerteten Unternehmens kaufenswert ist. Der niedrige Kurs beziehungsweise Preis ist dann also Teil der Qualität – je niedriger, desto mehr, vorausgesetzt, mit ihm geht es nicht weiter abwärts, sondern aufwärts. Das heißt, der Schnäppchenjäger wird hier zum Qualitätsjäger. Er ist ein ganz anderer Typ als sein auf dem Wühltisch nach preiswerten Hemden suchendes Pendant: spekulativ abwartend statt wild herumwühlend, analytisch-opportunistisch statt nur opportunistisch, vergleichend und geduldig abwägend statt zupackend, bevor ein anderer Käufer nach demselben Hemd greift. Bildlich ausgedrückt, hat der Qualitätsjäger viele Hemden – sprich Geldanlagen – im Blick.
Das kommende Szenario
Doch was macht dieser Jäger jetzt, während einer Phase, in der Aktien, Anleihen und Edelmetalle relativ hoch im Kurs stehen – jedenfalls gemessen am Stand zu Jahresbeginn –, in der also zumindest Aktien und Edelmetalle alles andere als eine Deflation signalisieren, währfend im Gegenzug der Dollar sowie andere schwächelnde Alternativen, wie die meisten Immobilien im In- und Ausland, noch nicht zum Kauf einladen?
Der Jäger bleibt auf bereits vorhandenen Engagements sitzen, vorausgesetzt, deren Schwerpunkte bestehen aus Edelmetallen, Bundesanleihen und viel Liquidität, die später zur Schnäppchenjagd eingesetzt werden kann. Wenn Politiker und Notenbanker, wie zu erwarten, die erwähnte Deflationsspirale um jeden Preis verhindern werden, bedeutet das: noch mehr Staatsschulden, die irgendwann in der Zukunft mit entwertetem Geld zurückgezahlt werden, und noch größere Geldschwemme. Lebensmittel, Bekleidung und andere Konsumgüter werden dann ihre Tiefstpreise hinter sich haben, die damit einhergehenden Deflationserwartungen abnehmen und später den Inflationserwartungen Platz machen, das alles in den nächsten zwei bis drei Jahren. Wer Jagd auf Geldanlage-Schnäppchen machen möchte, kann sich folglich damit Zeit lassen.









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Alle Kommentare lesen17.10.2009, 14:11 UhrAnonymer Benutzer: Das bewegt die Welt de
Die Notenbanken wollen die inflation und brauchen diese auch sonst kippt das System aus den Latschen. Und wenn ich an der Stelle sitze wo ich Geld bis zum abwincken selbst herstellen kann also unbegrenzt bin dann erreiche ich auch eine inflation. Es ist nur eine frage der Zeit und eine frage wo sie sich als erstes bemerkbar macht. Aber sie wird kommen davon kann man zu 100% aus gehen. Und wenn sie kommt wird sie fewaltig sein. Man darf auch nicht auf die gefälschten inflationzahlen der Politik herein fallen. Geschönt und wissentlich falsch berechnet sind sie.
Hier die wahre inflation.
inflation = Geldmengenwachstum - Wirtschaftswachstum
in Zahlen
inflation = 11% - (-5%)
Ergibt eine inflation von gut 16% und die wird kommen. Momentan staut sie sich nur auf. Wir haben auch keine Deflation wie uns so mancher vorgaukel will sonder Desinflation also rückgehende inflationsraten das ist aber was anderes als Deflation. bei einer richtigen Deflation müsste die gesamt Geldmenge zurück gehen. Tut sie das nein. Sie steigt wie oben beschrieben um 11% Geldmengenwachstum. Deflation sieht anders aus. Das einmal Produkte billiger werden hat mit Deflation gesamtwirtschaftlich nichts zu tun. Auch in einem boom können Preis mal sinken. Wegen erhöhtem Wettbewerb neuen Technologien Produktivitätsvortschritt und und und. Also das Deflationsgespennst ist tot und ein irrglaube.
Wer sich wirklich mal informieren will der sollte hier mal nachlesen.
Vorallem alle MUST READ Artikel.
http://das-bewegt-die-welt.de
15.10.2009, 16:32 UhrAnonymer Benutzer: lingupingu
"Wenn Politiker und Notenbanker, wie zu erwarten, die erwähnte Deflationsspirale um jeden Preis verhindern werden..."...
...wollen... :-) Versucht man in Japan jetzt schon seit fast 20 Jahren, erfolglos. inflation ist hohe Geldmenge UND hoher Geldumlauf. Dummerweise ist der Durchschnittsamerikaner bankrott, genauso wie der der brite, Spanier, ire, isländer, (viele) Osteuropäer etc.
Menschen ohne bonität Geld zu leihen, erfüllt den Tatbestand der Untreue.
Man sieht auch jetzt schon: Die Übermasse an Liquidität bringt zwar die Finazmärkte schier zum Platzen, der gesamte Nichtfinanzsektor aber läuft eher trocken, weil die Marktteilnehmer völlig überschuldet sind oder die Unternehmen auf grotesken Überkapazitäten hocken.
ich wage keine Prophezeiung. Vielleicht werden auch wirklich die Pseudoassets der "Masse" (v.a. immo) erneut bonitätsgenerierend aufgeblasen. in Japan allerdings hat das nicht geklappt und das lag dort NiCHT (entgegen der landläufigen Propaganda) an "falscher" Politik (zu späte Zinssenkungen etc.) sondern schlicht daran, dass die Vermögenswerte der Japaner nicht mehr zu retten waren.