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Gbureks Geld-Geklimper: Schulden heute, Sühne später

Kolumne von Manfred Gburek

Regierungen und Institutionen drücken sich um Entscheidungen zur Sanierung der Staatsfinanzen herum. Die Folge für Geldanleger: Sie machen am besten so weiter wie bisher.

Ein Kompass auf einer Quelle: REUTERS
Ein Kompass auf einer Landkarte Quelle: REUTERS
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Noch verlegener lässt sich eine Absage nicht formulieren: „aufgrund zahlreicher sehr kurzfristig anberaumter internationaler Termine“. So die Begründung der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) für den Ausfall der diesjährigen Pressekonferenz. Die Behörde steht unter der Fuchtel des Bundesfinanzministeriums, und ihr Chef Jochen Sanio ist bekannt für flotte Sprüche. Zu verbergen gibt es von Seiten des Finanzministers sehr viel, da darf ihm kein Sanio oder sonst wer dazwischenfunken.

Schuldensünder diesseits und jenseits des Atlantiks

Was, steht allerdings glücklicherweise – jedenfalls zum Teil - im soeben erschienenen Monatsbericht der Bundesbank. Beispielsweise, dass die Gesetzliche Rentenversicherung und die Bundesagentur für Arbeit inzwischen bedenklich am Tropf des Bundes hängen. Oder, schlimmer noch, dass die EU-Kommission die deutschen Staatsschulden in Prozent des Bruttoinlandsprodukts für 2011 mit 81,6 Prozent veranschlagt, obwohl die Obergrenze laut Maastricht-Vertrag doch bei 60 Prozent liegen soll. Die wird im Euro-Raum 2011 laut EU-Kommission aber nur von Finnland, Luxemburg, Slowenien und der Slowakei unterboten.

Schlimm genug, dass Deutschland mit seinen ohnehin schon viel zu hohen 81,6 Prozent unter den Schuldensündern erst an siebenter Stelle liegt. Dass Griechenland mit 133,9 Prozent der größte Sünder ist, verwundert nicht mehr. Wohl dagegen, dass dahinter Italien und Belgien noch vor dem viel gescholtenen Portugal rangieren und dass gleich hinter den Portugiesen die Franzosen folgen. Mit Italien, Frankreich und Deutschland befinden sich also gleich drei Schwergewichte unter den ersten sieben.

Bestnoten für Schuldenrekord

Am allerschlimmsten ist indes, dass von einem noch viel bedeutenderen Schwergewicht weit jenseits des Euro-Raums die größte Gefahr ausgeht: von den USA mit einer für 2011 erwarteten Schuldenquote von 94 Prozent. Das ist mehr als der Euro-Raum-Durchschnitt mit 88,5 Prozent. Die Analysten der amerikanischen Ratingagentur Moody's haben sogar die Chuzpe, den USA weiter die Bestnote in puncto Schuldenqualität zuzusichern. Schielen sie dabei etwa auf die zuletzt positive Entwicklung des Dollars im Vergleich zum Euro? Es wäre aus amerikanischer Sicht jedenfalls nicht ungewöhnlich, die Kausalität derart auf den Kopf zu stellen, um die angebliche Qualität der USA als Schuldner zu rechtfertigen.

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12 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.05.2010, 23:39 UhrAnonymer Benutzer: ToleaKarpov

    Mein bescheidener Vorschlag lautet: sofortige Einfuehrung eines Gesetzes gegen Kreditoren, die absichtlich einem Debitoren Geld leihen, in voller Kenntnis dass der letztere seine Schulden nicht zahlen kann. ill-will crediting. Das ist kein business, das ist Mord.

  • 28.05.2010, 17:07 UhrAnonymer Benutzer: Mumpi

    Es gibt ein einfaches Mittel gegen die Schuldenkrise:
    Wer Schulden (egal ob es sich um Arbeitsleistung, Miete oder einen Kredit handelt) nicht zahlt sollte nicht anders behandelt werden, wie ein Dieb - und je nach Summe mehr oder weniger hart bestraft werden. Dies sollte für Menschen, für Politiker (Steuerverschwendung ist auch Diebstahl) und für ganze Nationen gelten. EiN GESETZ... Millionen ehrliche Menschen wären die Gewinner !

  • 28.05.2010, 14:23 UhrAnonymer Benutzer: Easterling

    Es ist die Tatsache, Kernkompetenz, Stanortvorteil. beliebige Maschienen, die bestellt wurden abgesehen von bewertung und Emotionen.
    Was die bewertungen angeht, gehört das Patent sowie die Erfahrung der Massenanwendung sicher den Franzosen sowie auch zahlreichen Patente für viele moralisch zweifehlhafte "Technologien" den Engländern/Amerikanern.

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