Gbureks Geld-Geklimper: Unruhige Zeiten, ruhige Anlagestrategie

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Unruhige Zeiten, ruhige Anlagestrategie

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Manfred Gburek

Kolumne von Manfred Gburek

Das Anlagejahr 2011 wird gleichzeitig von inflationären und deflationären Kräften beeinflusst. Die Konsequenzen für Anleger.

Es ist irgendwie typisch für die aktuelle Entwicklung an den Kapitalmärkten, dass die Deutsche Bank zur besten Sendezeit im Fernsehen mit zwei Prozent Habenzins pro Jahr wirbt. Noch vor wenigen Jahren hätte niemand so ein Angebot ernst genommen. Aktuell spricht indes auch nichts dafür, es ernst zu nehmen. Denn allein schon die zuletzt von Eurostat veröffentlichten Inflationsraten auf Jahresbasis per Dezember relativieren die 2,0 Prozent: 1,7 Prozent in Deutschland, 2,2 Prozent im Euro-Raum und – um ein Beispiel aus einem von der Wirtschaftskrise besonders geplagten Euro-Land zu nennen – 2,9 Prozent in Spanien.

Zugegeben, die Inflationsraten betreffen die Vergangenheit, die Zinsen dagegen die Zukunft. Doch die verspricht nicht gerade inflationsfrei zu werden. Nehmen wir nur die Kosten für Lebensmittel und Energie, die für die Dezember-Daten ausschlaggebend waren. In beiden Fällen zeichnet sich schon jetzt eine weitere Verteuerung im Jahr 2011 ab: zum einen wegen der gestiegenen Preise für Agrarrohstoffe, zum anderen wegen der drastischen Strompreiserhöhungen, ganz zu schweigen von den zusätzlichen Belastungen durch den strengen Winter, von kommunalen Gebührenerhöhungen, ausufernden Mietnebenkosten und weiteren Inflationstreibern. Hinzu kommt ein Faktor, der 2010 in Deutschland erst eine marginale Rolle gespielt hat, aber 2011 stark an Bedeutung gewinnen wird: der Lohnanstieg.

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Der schwierige Kampf gegen die Inflation

Mit den Inflationsraten verhält es sich in einem Punkt ähnlich wie mit den Aktienkursen: Beginnen sie nach einem längeren Abwärtstrend zu steigen, nehmen nur wenige Anleger Notiz von ihnen. Erst später, wenn der Abwärts- einem Aufwärtstrend gewichen ist, kommen weitere Anleger zu der Erkenntnis, dass es nach oben geht. Die Masse schließt sich ihnen erfahrungsgemäß erst nach langer Zeit an, oft nach Jahren. Dann treiben die Erwartungen die Inflationsraten und die Aktienkurse – allerdings mit einem gewaltigen Unterschied: Während der Aufwärtstrend der Aktienkurse durch Gewinnmitnahmen, also durch den Markt, gestoppt wird und danach zügig in einen Abwärtstrend übergeht, ist das bei Inflationsraten nicht möglich, denn sie haben keinen Markt.

Statt des Marktes herrschen hier Instrumente der Geldpolitik vor, wie Leitzinsen und Geldmengen, die beispielsweise von der Europäischen Zentralbank EZB, von der US-Notenbank Fed oder von Chinas Zentralbank eingesetzt werden. Doch diese Instrumente benötigen eine lange Zeit, um wirken zu können, und lassen sich nicht mit Gewinnmitnahmen bei Aktien vergleichen, deren Wirkung sofort erkennbar wird, sobald mehr Aktien zum Verkauf als zum Kauf vorgesehen sind. Es gibt sogar ernst zu nehmende Warner, die behaupten, ein weiteres Mal lasse sich eine zweistellige Inflation nicht mehr mithilfe der Geldpolitik eindämmen, wie dies zu Beginn der 80er Jahre in den USA gelang. Damals erreichten die Renditen langlaufender Staatsanleihen zwei Stellen vor dem Komma.

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