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Gbureks Geld-Geklimper: Von Blase zu Blase

Kolumne von Manfred Gburek

Weltweit ist zu viel Papiergeld im Umlauf. Es zurückzuholen, bleibt illusorisch. Welche Konsequenzen Anleger daraus ziehen sollten.

US-Dollar: Keine Blase in Quelle: REUTERS
US-Dollar: Keine Blase in Sicht Quelle: REUTERS

Mit dem Begriff Blase ist es wie mit vielen anderen Ausdrücken der Finanzsprache, mit Sachwert und fairer Wert, Value und Growth, spekulativ und konservativ: Je häufiger sie verwendet werden, desto weniger sagen sie aus. Zurzeit bemühen Banker und Börsianer, Analysten und Journalisten den Blasenbegriff besonders gern für Staatsschulden und Geldmengen, Unternehmensanleihen und Rohstoffe, Immobilien in China und Gold weltweit. Aber was ist eine Blase?

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Zum Beispiel ein Luftballon, den man so lange aufbläst, bis er peng macht und platzt. Diesen Vorgang auf die Märkte zu übertragen, erfordert zweifellos viel Phantasie, die man sich lieber für die Erforschung der wahren Zusammenhänge aufsparen sollte. Dazu nur zwei Beispiele:

Die wieder seit Monaten, mit größeren Unterbrechungen sogar seit fast drei Jahrzehnten anhaltende Flucht in solide Staats- und Unternehmensanleihen entspringt dem Sicherheitsbedürfnis vieler Anleger, sonst wären sie ja nicht bereit, sich dafür mit Minizinsen abzufinden. Besteht hier die Blase etwa darin, dass die betreffenden Staaten und Unternehmen sich über Gebühr verschulden?

Chapter 11 für die USA?

Nicht, wenn sie solider wirtschaften als andere. Daraus folgt, dass Blase ein relativer Begriff ist. Man könnte auch sagen: Ein Bläschen, das bei Anleihen mal hier (wie vor Jahren in Argentinien) und mal da platzt (wie zuletzt in Osteuropa). Eine allgemeine Anleihenblase gibt es dagegen nicht – es sei denn, eine weltweite Währungsreform steht direkt vor der Tür und der Wert aller Anleihen sinkt schlagartig. Dazu braucht es allerdings noch einige Zeit.

Über die Modalitäten einer solchen Währungsreform wird unter dem Stichwort Bretton Woods II immerhin schon heftig debattiert. Börsenhändler Dirk Müller, der mit seinem Buch Crashkurs die Bestsellerlisten gestürmt hat, denkt dazu über die folgende Initiative des amerikanischen Staats nach: Schuldenschnitt wie bei US-Unternehmen (etwa zuletzt bei der Opel-Mutter General Motors), die Gläubigerschutz nach Chapter 11 des amerikanischen Insolvenzrechts beantragen, und die Schulden von Uncle Sam wären auf ein erträgliches Maß zurückgeführt.

Doch das ist im Zeitalter der Globalisierung eine knifflige Aufgabe, denn der US-Dollar ist neben Gold die größte internationale Währungsreserve. Hier kommt neben den OPEC-Ländern, die auf hohen Dollar-Beträgen sitzen, vor allem China ins Spiel, dessen Reserven in erster Linie aus der US-Währung bestehen und laut World Gold Council nur zu 1,9 Prozent in Gold angelegt sind. Und da fabulieren diverse Kommentatoren – spätestens, seit der Goldpreis die Marke von 1200 Dollar übersprungen hat – schon von einer Goldblase. Dümmer geht’s nimmer.

Auch hier gibt es eine Relativitätstheorie: Der Goldpreis wird in US-Dollar, Euro, Schweizer Franken, und vielen anderen Währungen gemessen, nicht zuletzt in chinesischen Renminbi. In allen wichtigen Währungen der Welt steigt er seit Monaten, und das ziemlich kräftig. Doch das ist längst noch keine Blase. Papierwährungen als Messlatte zu nehmen, heißt nämlich den Bock zum Gärtner zu machen. Denn sie lassen sich beliebig vermehren, was zuletzt am fast senkrechten Anstieg der weltweiten Überschussliquidität zu erkennen war. Bilden sie eine Blase? Auf jeden Fall kann man eher von einer Papiergeld- als von einer Goldblase sprechen.

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41 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.12.2009, 20:31 UhrAnonymer Benutzer: Rentner

    @Nachdenker

    Studiere bitte einmal die Notenbankpolitk (FED) von Paul Volcker und die von Greenspan (vor allem in seiner Endphase) und seines Nachfolgers berni. Dann wirst Du mich vielleicht verstehen und nicht mehr so unqualifiziert mich des "Unsinns" bezichtigen.

    beide sind die Geldmengenausweitung unterschiedlich angegangen bzw. der eine ist sie faktisch gar nicht mehr angegangen. Dies meinte ich mit 1998 ff. Die intensität hat für mich Aufmerksamkeit erzeugt.............! Wenn Du verstehst was ich meine?

  • 06.12.2009, 13:29 UhrAnonymer Benutzer: Nachdenker

    @Rentner

    Vielleicht fällt es ihnen ja einfach schwer einzusehen, dass es keine naturgegebenen ewigen Werte gibt. Auch Gold ist kein solcher! Das ganze Herumschwadronieren um Gold als sicher Hafen ist schlicht blödsinn. Schon gar vor dem Hintergrund des aktuell deutlich überhöhten Goldpreises, gemessen am langjährigen Trend. Auch ihre bezugnahme zur Geldmengenausweitung ab 1998/1999 ist schlicht Unsinn. Denn diese begann schon viele Jahrzehnte früher, vor allem wenn man den US-Dollar betrachtet, in welchem ja Gold in der Hauptsache gehandelt wird.

    Die Panikmacher und Goldkaufempfehler in der derzeitigen Situation, sehe ich erster Linie als Goldverkäufer die aktuell das Geschäft ihre Lebens wittern und in zweiter Linie als verzweifelte Goldanleger die zu überhöhten Preisen Gold kauften und allmählich zurecht befürchten, dass Gold sich nicht lange in diesen Höhen bewegen werden kann.

    Was passierte denn mit dem Silber-"wert", als Frankreich im 19. Jhdt. seine Währung auf Goldbasis umstellte? Und was würde wohl mit den ach so geschätzten Goldwert passieren wenn eine oder mehrer Notenbanken sich heute von Gold verabschieden und sich mal wieder ein neues Metall aussuchen? Wer gibt ihnen denn die Gewissheit, dass solches nicht passieren könnte? Und noch was, wenn irgendwann Gold so bedeutungsvoll werden sollte wie von den Goldtheologen hier erhofft und die Währungen implodieren, seien sie versichert die Staaten werden sich die initiative des Handelns sofort zurückholen. Goldverbot und ähnliches sind dann unweigerlich angesagt, wie hier bereits angesprochen. Also hören sie auf sich mit anderen Goldtheologen eine segensreiche Goldherrschaft herbeizulügen, die es so nie geben wird. Wenn Sie in den Rohstoff Gold investieren wollen, dann geht das sicher auch ohne sich hier eine Scheinbestätigung dafür abzuholen. Geht es nicht, dann sollten sie ihr invest vielleicht nochmal überdenken und auf eine sachliche und mythenlose Grundlage stellen!

  • 06.12.2009, 11:51 UhrAnonymer Benutzer: Rentner

    @Siggi40
    Sehr guter Kommentar!

    Die Derivateblase ist die Mutter aller blasen! Komischerweise wird dagegen kaum etwas gesagt. Der Goldmarkt ist gegen den Derivatemarkt ein AbSOLUTES NiCHTS! Trotzdem ereifern sich die Goldgegner mehr über Gold als Derivate. Vielleicht weil sie diese noch weniger verstehen. Sie sind aber gesichert für unseren Wohlstand gefährlicher!

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