Gbureks Geld-Geklimper: Von Spielbanken und absurden Spielregeln - Seite 2

Gbureks Geld-Geklimper: Von Spielbanken und absurden Spielregeln

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Kann der Staat für gerechtere Spielregeln sorgen? Im Prinzip ja, aber er tut es nicht. Erstens, weil er fachlich total überfordert ist, und zweitens, weil die Lobby der Banken, der Fonds, der Versicherer und sonstigen Finanzdienstleister viel zu stark ist, als dass der Staat substanziell etwas dagegensetzen könnte. Statt zu klotzen, will Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner denn auch erst einmal kleckern und den Anlegerschutz nur zu einem so genannten Schwerpunktthema statt zu einer Gesetzesinitiative machen. Dadurch sollen Handlungsempfehlungen entstehen. Noch seichter geht es wirklich nicht. Obendrein scheint die Ministerin über den Wolken zu schweben, wenn sie äußert, Informationen für Anleger könnten im Rahmen der Bankenaufsicht geprüft werden, ohne dass der Staat für die damit einhergehende Bewertung haftbar gemacht würde.

Aus den Koalitionsverhandlungen heraus ist die Idee einer unabhängigen Stiftung für Finanzprodukte ähnlich der Stiftung Warentest entstanden. Die FDP hatte sogar vorgeschlagen, solche Produkte von zwei unabhängigen Ratingagenturen prüfen zu lassen. Einfach absurd, weil Anlegerschutz  weit über die Prüfung von Finanzprodukten hinausgehen muss, um wirksam zu sein, und das bedeutet: Den als Beratung verkappten Verkauf von Finanzprodukten und damit jeden Einzelfall unter die Lupe nehmen – eine unlösbare Aufgabe. Dennoch bleibt die Koalition dabei, dass die Haftung für Finanzprodukte und für deren Verkauf verschärft werden soll. Mehr noch, sie will sogar die Anforderungen für Finanzberater vereinheitlichen.

Grüße aus Absurdistan

In Anbetracht solcher Ideen jenseits der Realität muss man davon ausgehen, dass der Anlegerschutz auf der Strecke bleibt. Woraus Anleger wiederum schließen sollten, dass sie sich in Zukunft noch mehr als bisher selbst um ihre Finanzen kümmern müssen. Der zeitliche Aufwand dafür wird zwar enorm sein, aber besser so, als sich dem Diktat fremder Spielregeln zu unterwerfen. Wobei die Aufstellung der eigenen Spielregeln im Rahmen der privaten Finanzplanung noch die einfachste Übung ist: Einnahmen und Ausgaben, Vermögen und Kredite auflisten, Versicherungslücken identifizieren, finanzielle Ziele abstecken, und schon geht die Suche nach den passenden Finanzprodukten los. Erst diese Suche nimmt dann, siehe oben, sehr viel Zeit in Anspruch. Zum Trost: Kein Berater wird je bereit sein, auch nur im Entferntesten ebenso viel Zeit zu investieren, um einem einzigen Kunden zu helfen, die Finanzplanung zu optimieren.

12 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.01.2010, 18:24 UhrAnonymer Benutzer: adrian

    der mann heisst rainer neske...

  • 25.11.2009, 14:12 UhrAnonymer Benutzer: Rentner

    @sparer

    Das Problem ist, dass in den letzten Jahren - vor beginn der Weltwirtschaftskrise - sehr viele bankkunden von den bankern bewusst in die irre geleitet wurden. Zu mir kamen im Laufe dieses Jahres einige aus meinem Ort im Vertrauen zu mir und legten ihre Verhältnisse in ihrer Verzweiflung offen. in den meisten Fällen wurden diesen bankkunden Papiere mit Kursrisiko (z.b. Fonds) empfohlen und dabei der Eindruck erweckt, als ob es sich um gängige Sparbücher handeln würde. Allen war das Kursrisiko nicht bewusst!

    Zudem ist es so, dass auch die banken oft selbst "angeschmiert" wurden. Wenn ein banker ein Papier, welches von den Ratingagenturen mit der höchsten Qualitätsstufe versehen wurde, anbieten muss, wird es für den normalen Kunden sehr schwer, hier nicht reinzufallen.

    Ohne die Ratingagenturen, die absoluten Schrottpapieren hohe Qualitäten zusprachen, wäre das Leimen der Kunden nicht in dem Maße möglich gewesen. Hier wurde richtig eine Kaskade aufgebaut.

    Wenn die Ratingagenturen und banken nicht ehrlich zu den Kunden sind, wird es Utopie bleiben, dass Normalkunden nicht wieder hereinfallen. Es waren nicht nur die banken...............!!!6f

  • 24.11.2009, 20:08 UhrAnonymer Benutzer: sparer

    Das Problem ist m.E., daß sich viele Menschen gar nicht mit dem Thema "Geld" fachlich auseinandersetzen (können), jedoch den Abspruch habe, von ihrem Sparkassenberater "zum Millionär" gemacht zu werden.
    Jeder Sparer sollte für sich zunächst klar machen, was er eigentlich will. Dann sollte er einen berater aufsuchen und dann - sofern/sobald er nur (noch) "bahnhof versteht" aufstehen und gehen oder sich eben nur auf Dinge einlassen, die er WiRKLiCH verstanden hat. Das kann halt auch ein Sparbuch / Tagesgeldkonto sein ! Und gut ists !

    Meine Erfahrung zeigt, daß die meisten Menschen wirklich NULL Schimmer haben und auch gar nicht gewillt sind zu verstehen, was man ihnen versucht zu erklären.
    Wichtig ist für die Meisten nur, sich den Namen des beraters aufzuschreiben um sich für eventuelle Ansprüche gegenüber der bank zu wappnen (bei Erfolglosigkeit) und irgendein Mitschriftprotokoll zu führen.... . Als banker würde ich mit solchen Menschen gar nicht mehr reden. Soll´n sie doch selber sehen !
    Und im Privaten ists noch viel schlimmer. Da haben die einen Angst, ihre Verhältnisse offen zu legen und die anderen deuten das Wort "Tagesgeld" oder "Ordergebühren" schon als betrugsversuch. Da grüßt dann halt die typische Schnäppchen- / Umsonstmentalität.

    Fazit für mich : Verstand einschalten, selbstbestimmt bei ´ner Direktbank ordern und stets ein Ohr an der Masse haben. Mach` ich seit Jahren so und es funktioniert prima !

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