
Denn abgesehen von Quelle und ein paar anderen spektakulären Insolvenzen: Eine Rezession mit so wenigen Pleiten, wie Deutschland sie bisher erlebt hat, wäre keine Rezession – gäbe es da nicht die Fünf vor dem Komma beim dramatischen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr. Machen wir uns nichts vor, das Schlimmste steht uns noch bevor.
Zweites Zwischenfazit: Anlegern bleibt keine andere Wahl, als auf Nummer sicher zu gehen. Das heißt zum einen, Kasse (Tages- und Festgeld bei verschiedenen Instituten mit voller Einlagensicherung) vorzuhalten, in Bundesanleihen und anderen Bundespapieren engagiert zu bleiben bzw. in sie zu investieren sowie physisches Gold und Silber (Anlagemünzen und Barren) als ultimativen Schutz vor der Zuspitzung der Krise zu horten. Zum anderen gilt es noch etwas zu beachten, was den meisten Anlegern so direkt nicht bewusst ist: Die langfristige Bindung des angelegten bzw. anzulegenden Geldes vermeiden.
Trügerischer Cost Average-Effekt
Der letzte Punkt lässt sich an zwei Beispielen festmachen: Kapital- oder fondsgebundene Lebensversicherung und Cost Averaging mit Fonds. Beispielsweise bekleckert sich der Versicherungsverband GDV nicht gerade mit Ruhm, wenn er auf seiner Internetseite die „Mischung und Streuung“ der Anlagen von Kapitallebensversicherungen über mehrere Kategorien hervorhebt. Das Gegenteil ist der Fall, denn es handelt sich um eine festverzinsliche Mixtur mit einem bedenklichen Schwerpunkt auf Bankpapieren.
Zu Fondspolicen fällt dem GDV außer viel Blabla noch der Cost Average-Effekt ein, der darauf hinausläuft, dass Anleger bei niedrigen Fondspreisen viele und bei hohen wenige Anteile kaufen. Das ist auch ein beliebtes Argument des Fondverbandes BVI. Der Effekt funktioniert allerdings nur dann zugunsten der Anleger, wenn die Fondspreise die V- oder eine dem V ähnliche Formation bilden. Ist das V dagegen umgedreht, wie etwa in den Jahren 2001 und 2002, verpufft der Effekt, ja er kehrt sich bei Auflösung des Engagements zu einem ungünstigen Zeitpunkt sogar ins Gegenteil um.
Abschließendes Fazit: Wie beschrieben stur auf Nummer sicher gehen und Finger weglassen von langfristigen Anlagen, die Geld für viele Jahre binden! Die Sicherheitsstrategie führt zwar nicht unmittelbar zu sichtbaren Erfolgen, wie das etwa bei gelungenen Aktientransaktionen der Fall ist. Aber die Genugtuung, über einen hohen Bestand an Tages- und Festgeld, leicht liquidierbaren Bundespapieren und Edelmetallen zu verfügen, während die meisten anderen Anlagen Verluste bringen und die Krise in die nächste Phase über geht, wiegt die anfängliche Enttäuschung über möglicherweise hier und da entgangene Gewinne später mehr als auf.









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Alle Kommentare lesen01.11.2009, 20:37 UhrAnonymer Benutzer: Klaus
Stimme Gburek auch zu,aber zum Thema Gold: die Goldminenaktien sind die letzten Tage drastisch eingebrochen,obwohl der Goldpreis sich relativ stabil gezeigt hat. Das ist eigentlich kein gutes Zeichen...
23.10.2009, 20:39 UhrAnonymer Benutzer: Rentner
@Krisengewinner
Vielen Dank für die rasche und kompetente Antwort!
Entscheidend dürften vor allem unter Timingesichtspunkten die erwähnte "betroffene Weltkonjunktur" und die noch "nicht abgeschriebenen Wertpapiere" sein!
23.10.2009, 20:24 UhrAnonymer Benutzer: Krisengewinner
@Rentner:
Der Markt wird korrekt antizipieren, es dauert nur noch ein paar Wochen! Wir durchleben derzeit eine Zwischenerholung. Dadurch, dass die gesamte Weltkonjunktur betroffen ist, dauert diese deutlich länger, d.h. ein paar Monate anstatt einige Wochen, wie es sonst (bei einzelnen Märkten oder branchen) der Fall ist.
Gburek liegt richtig, da er ja auch prognostizierte, dass die Regierungen weiterhin mit Konjunkturpaketen auftreten werden, um die Rezession abzuwenden. Das Spiel mit dem billiggeld wird voraussichtlich in 2010 weitergehen. Natürlich werden dann Edelmetalle, Aktien und Minenpapiere zwischenzeitlich schwächeln. Aber der grosse Ausbruch bei Gold kommt erst dann, wenn alle faulen Papiere abgeschrieben werden konnten und gleichzeitig weitere Milliarden in das System gepumpt wurden. Dann beginnt eine fundamental berechtigte Erholung, doch leider auch die Preisexplosion bei Rohstoffen und eine unkontrollierbare inflation. bis es so weit ist, können noch 2-3 Jahre ins Land gehen.