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Gbureks Geld-Geklimper: Warum der Goldpreis noch keine Blase bildet

von Manfred Gburek

Immer wenn der Goldpreis ein neues Hoch erreicht, wittern kritische Beobachter das Ende des Aufwärtstrends, während Goldgurus sich zu phantastischen Prognosen hinreißen lassen. Dagegen vertrauen Pragmatiker auf zwei bewährte Indikatoren.

Manfred Gburek
Manfred Gburek

Wie die Zeiten sich ändern: Im April 2002 veröffentlichte das World Gold Council (WGC), Interessenvereinigung der Goldkonzerne und ihrer Financiers, die Ergebnisse einer Umfrage zur Einschätzung des Edelmetalls durch deutsche Anleger. Heraus kam, „dass Gold keine Rendite erbringe, altmodisch sei und Kauf, Verkauf und Aufbewahrung kompliziert seien“, so das Fazit. Irgendwann im Lauf der Jahre muss dann ein Ruck durch die Reihen der Anleger gegangen sein. Denn heute ist ihnen die Rendite offenbar schnuppe, Hauptsache, sie wähnen ihr Geld in Sicherheit. Von altmodisch ist nicht mehr die Rede, im Gegenteil, an der Gold-Euphorie teilzunehmen gilt schon als so schick, dass sogar Banker, die lange gegen das Edelmetall gefrotzelt haben, ihr Herz dafür entdecken. Was schließlich Kauf, Verkauf und Aufbewahrung angeht, besteht längst kein Mangel mehr an  Alternativen, zunehmend leider auch an unseriösen Goldkäufern, deren Läden quer durch die Republik wie Pilze aus dem Boden schießen.

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Das neue Szenario wird zum einen von Goldgurus und den ihnen an den Lippen hängenden Fans begleitet, zum anderen von Auguren, die bereits einen Goldrausch zu beobachten glauben, eine Goldblase entstehen sehen und einen Crash des Edelmetalls vorhersagen. Grund genug, das Thema hier ein Mal mehr auf der Grundlage der wenigen verfügbaren, für Anleger relevanten Fakten zu behandeln.

Das WGC hat gerade die Zahlen zu den Goldbeständen der Zentralbanken und des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Juni 2010 veröffentlicht. Danach hat sich im Vergleich zum Juni 2009 einiges getan. So verfügt der IWF, nach den USA und Deutschland die Nummer 3 der offiziellen Goldbesitzer, jetzt nur noch über 2.966,8 Tonnen im Vergleich zu 3.217,3 Tonnen vor Jahresfrist. Dagegen haben die Zentralbanken der folgenden drei Länder mit ohnehin schon relativ großem Goldbesitz ihre Bestände deutlich erhöht: Russland, Indien und Saudi-Arabien. Eine interessante Beobachtung am Rand: Portugal und Griechenland, also zwei Schuldensünder des Euro-Raums, sind noch vor den führenden offiziellen Goldbesitzer-Ländern USA, Deutschland, Italien und Frankreich die Nummer 1 und die Nummer 2, was den Anteil des Goldes an ihren gesamten Währungsreserven angeht: 82,2 bzw. 75,0 Prozent.

Wie die Zentralbanken mit Gold umgehen

Es fällt auf, dass China den Goldbestand innerhalb Jahresfrist offiziell bei 1.054,1 Tonnen belassen hat. Lediglich beim Rückblick ins Jahr 2005 wird ersichtlich, dass es damals erst 600 Tonnen waren. Ständige Beobachter der Edelmetallmärkte haben lange gerätselt, welche Goldpolitik die Chinesen wohl verfolgen mögen. Denn dass sie die hohen Erträge aus dem Warenexport postwendend vor allem in US-Dollar anlegen, will ihnen niemand mehr so recht glauben. Und dass sie vor dem G20-Gipfel mit Rücksicht auf die USA mal eben ihre Währung aufgewertet haben, dürfte nicht mehr als eine diplomatische Geste sein. Den ständigen Beobachtern fällt indes auf, dass der chinesische Staat seine Bürger animiert, Gold zu kaufen, und dass er eigens zu diesem Zweck zusätzlich zu den privaten auch staatliche Edelmetallläden etabliert hat. Auf diesem Umweg erhöht er quasi den Goldanteil des Landes, ohne einen Affront gegen die USA zu begehen.

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39 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.04.2011, 05:02 UhrAnonymer Benutzer: Bronki

    Und,wer fordert das Deutsche Volk auf um Silber und Gold zu kaufen statt Anleihen um sich abzusichern ,ganz sicher nicht die Regierung(Merkel und Co.)und das ist auch gut so das es schlaue Leute gibt die nicht auf das Geplapper der gesteuerten Medien hören und SPD oder die Grünfaschisten wählen !God Silver and Gold !!!

  • 01.07.2010, 17:11 UhrAnonymer Benutzer: Fiatgold

    @2030

    ...Es ist ziemlich sinnlos, sich ein einzelnes beispiel herauszufischen. Entscheidend ist ja wohl die durchschnittliche Kaufkraft einer Währung....

    Die Gebrauchsgüter vor 3000 Jahren sind ja wohl kaum deckungsgleich mit den heutigen. insofern kann man nur auf Einzelbeispiele ausweichen. Oder wollen Sie etwas fragen wie viel Gold ein Mobiltelephon damals kostete. Salz ist übrigens ein gutes Vergleichskriterium, da es damals wie heute vom Menschen benötigt wird. Und damals wie heute musste in der Regel der Mensch Arbeitsleistung erbringen um Salz zu gewinnen. Heute ist Salz viel effizienter zu gewinnen, dank unserer Maschinen. Ein Mensch kann im Schnitt heute pro Tag wesentlich mehr Salz fördern als vor 3000 Jahren. Deshalb ist Salz heute wesentlich preisgünstiger als vor 3000 Jahren auch in Gold gemessen. Allerdings ist auch Gold gemessen an der Förderleistung pro Manntag heute, im Vergleich zu vor 3000 Jahren eher ein Jahrmarktsartikel geworden. Weder der Förderpreis noch der Handelspreis von Gold war in der langfristigen Perspektive jemals stabil. Es wurden auch schon mal Muscheln, oder besonderes schöne runde Steine als wertstabile Währungen angesehen. Gold hat eben keinen Wert, wir geben ihm allenfalls einen. Mal höher, mal niedriger!

  • 01.07.2010, 15:32 UhrAnonymer Benutzer: 2030

    @ Fiatgold

    Es ist ziemlich sinnlos, sich ein einzelnes beispiel herauszufischen. Entscheidend ist ja wohl die durchschnittliche Kaufkraft einer Währung. Wenn die Geldmenge wie bei Gold fast konstant bleibt, so erhält man dafür durchschnittlich den gleichen Anteil aus der Wirtschaftsleistung des entsprechenden Währungsgebietes. Wächst die Wirtschaft, so wird alles billiger, der Wohlstand steigt, man kann sich für sein Monatsgehalt mehr kaufen. Wenn sich das herumspricht und die Fiatwährungen erstmal am boden liegen, wird es für jede Regierung der einfachste Weg sein, Gold als gesetzliches Zahlungsmittel zuzulassen.

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