Gbureks Geld-Geklimper: Warum Gold zum Tabuthema geworden ist

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Warum Gold zum Tabuthema geworden ist

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Gold geht nicht pleite, auch nicht bei einer Bankeninsolvenz

Kolumne von Manfred Gburek

Der Kampf um die offiziellen Goldreserven hat begonnen. Die Ausgangsposition von Deutschland ist alles andere als günstig. Das sollte Anleger indes nicht hindern, für sich privat die Konsequenzen zu ziehen.

Wer am vergangenen Dienstag um fünf Minuten vor acht Uhr den Fernseher einschaltete, um sich von der „Börse im Ersten“ wie gewohnt über Aktienkurse, Griechenschulden und Leitzinsen aufklären zu lassen, kam zu spät: Börse vorgezogen und zur gewohnten Zeit die Liedinterpretin Lena Meyer-Landrut statt der ARD-Börseninterpreten Anja Kohl oder Michael Best. Der gab tags darauf zu: „Wir waren selbst überrascht.“ Da kann man wieder mal sehen, welchen Stellenwert das Thema Wirtschaft bei den obersten ARD-Programmmachern hat, die zur favorisierten Zeit lieber eine verschwitzt singende Lena als eine verschmitzt analysierende Anja einsetzen.

Diese Episode folgt nahtlos den vielen Versuchen so gut wie aller Fernsehsender, die Aufklärung über wichtige Wirtschafts- und erst recht Börsenthemen möglichst zum Tabu zu erklären. Die Ursachen liegen auf der Hand: schwierige Materie, niedrige Einschaltquoten und Informationsblockade von Seiten derer, die nicht wollen, dass die ganze Wahrheit bekannt wird (vor allem Regierungen, Zentral- und Geschäftsbanken), sei es zu den Finanzspritzen für Griechenland, speziell zum deutschen Beitrag, sei es zu den Staatsschulden in Europa und in den USA, zur theoretisch möglichen Deflation aufgrund horrender Abschreibungen der Banken oder zur drohenden Inflation durch riesige Geldmengen - und erst recht zum Thema Gold, wie im Folgenden noch zu klären ist.

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Wem gehört der deutsche Goldschatz?

Die Rettung Griechenlands ist vorerst bis zum EU-Gipfel am 25. und 26. März verschoben. Das offizielle Wortgeplänkel bis dahin kann auf die einfache Formel reduziert werden: Die Rettung steht fest, aber welche Länder für sie aufkommen sollen, muss erst noch ausgehandelt werden. Trauriger Favorit ist Deutschland als führende europäische Wirtschaftsmacht. Darauf deutet nicht allein der perverse Vorschlag der französischen Finanzministerin Christine Lagarde hin, Deutschland solle zur Stützung der Konjunktur die öffentlichen Gehälter erhöhen, sondern auch eine offensichtlich mit ähnlichem Ziel vorgetragene Stichelei des EU-Ratsvorsitzenden Herman Van Rompuy, die EU müsse etwas gegen „makroökonomische Ungleichgewichte“ unternehmen. Im Klartext: Sollen sich die Deutschen mit ihrer Wirtschaftspolitik doch gefälligst den Griechen und den anderen Anrainern des Mittelmeers einschließlich Frankreich unterordnen.

Anleger können aus all dem zwar nicht direkt schlau werden, wohl aber indirekt. Einen konkreten Hinweis dazu gab vor Kurzem die gezielte Indiskretion, wonach zur Rettung Griechenlands und möglicherweise auch anderer Euroländer der deutsche Goldschatz verfügbar sei. Der Ton der Dementis ließ aufhorchen: Er bestätigte, dass etwas dran war an der These vom disponiblen deutschen Gold. Grund genug, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Der Goldanteil an den Währungsreserven steigt und steigt

Die jüngste Statistik der internationalen Interessenvereinigung World Gold Council (WGC) zu den offiziellen Goldbeständen von über hundert Ländern, Stand März 2010, wird wie schon seit vielen Jahren angeführt von den USA mit praktisch unverändert über 8133 Tonnen Gold, deren Wert einem Anteil von 70,4 Prozent an den Währungsreserven entspricht. Dahinter folgt traditionell Deutschland mit zurzeit knapp 3407 Tonnen Gold und einem Anteil von 66,1 Prozent. Was dann ins Auge sticht, ist an 14. Stelle Portugal mit über 382 Tonnen und einem Anteil an den Währungsreserven von nahezu 85 Prozent, dem Spitzenwert der ganzen Statistik, und an 30. Stelle Griechenland mit gut 112 Tonnen und einem Anteil von 73,2 Prozent, dem noch vor den USA zweithöchsten Prozentwert.

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