Gbureks Geld-Geklimper: Wirtschaftswissen leicht gemacht - Seite 2

Gbureks Geld-Geklimper: Wirtschaftswissen leicht gemacht

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Manfred Gburek
Manfred Gburek

Der viel jüngere Max Otte kann sich heute offensichtlich kaum noch der Anfragen von Medien erwehren, nachdem sein Buch „Der Crash kommt“ die Bestsellerlisten gestürmt hat. Ähnlich geht es dem ehemaligen Börsenmakler Dirk Müller („Crashkurs“). Und Marc Faber, der unter anderem Kolumnen schreibt und dabei, bildlich gesprochen, auffallend oft den US-Notenbankchef Ben Bernanke abwatscht, fällt ebenfalls durch seine häufige Medienpräsenz auf.

Einen ganz besonderen Gurustatus genießt Nassim Nicholas Taleb durch seinen Bestseller „Der Schwarze Schwan“, in dem er sich über Themen wie „Spekulanten und Prostituierte“, „Die narrative Verzerrung“ oder „Auf der Suche nach Vogeldreck“ auslässt – alles schwerer Stoff, denn die Kapitel sind gespickt mit langen Ausführungen zu Themen wie Wahrscheinlichkeit, Unsicherheit und Zufall. Das Buch hat eingeschlagen wie eine Bombe, weil es auf Englisch 2007 (Platzen der US-Häuserblase) und auf Deutsch 2008 (Pleite der Bank Lehman Brothers) erschien, das heißt, mit Thesen zur mangelnden Vorhersagbarkeit von Wirtschaftskatastrophen den damaligen Zeitgeist widerspiegelte.

Erst Geduld, dann Geld

Taleb hat – ähnlich wie inzwischen auch andere Kritiker der etablierten Wirtschaftsprofessoren – einen Finger in die größte Wunde dieser Professorenzunft gelegt: Mit dem Nachweis, dass deren Theorien überwiegend dummes Zeug sind. Kein Wunder also, dass die Medien und ihre Nutzer sich lieber mit Sarrazin, Kachelmann und Ballack beschäftigen als mit Geldmengen, Staatsschulden oder der US-Kojunktur. Und dass sie erst gar nicht versuchen, hinter die Komplexität der Wirtschaft zu kommen, da sich doch Heerscharen von Professoren mit solchen Versuchen fürchterlich blamiert haben, nachdem die US-Häuserblase und die Lehman-Pleite über die Welt hereingebrochen waren.

Schade drum, gibt es doch immerhin die genannten und einige andere Gurus, die Anlegern den Weg weisen - und sei es nur mit originellen Ideen und mit der Erkenntnis, dass es immer wieder schwarze Schwäne geben wird, die symbolisch für unvorhersehbare Ereignisse stehen. Wie die Zeit nach Lehman gezeigt hat, lässt sich durch eine solche Erkenntnis an den Börsen sogar viel Geld verdienen, vorausgesetzt, man investiert es nicht vor, sondern nach dem Ereignis. Das nächste dieser Art kommt bestimmt. Wer bis dahin geduldig wartet und viel Liquidität vorhält, lässt zwar so manche Chance aus, kann aber mit hohen Gewinnen in der Zeit danach rechnen.

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12 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.09.2010, 19:07 UhrAnonymer Benutzer: Kurt

    Mit der Wirtschaft ging es doch spätestens bergab, als einige Leute dachten (wobei man hierbei eigentlich nicht von denken sprechen kann), dass man ohne hart zu arbeiten und nur durch Aktien eine Menge Geld verdienen kann. irgendwann hat man dann auch noch angefangen, dem Otto Normalverbraucher Aktien schmackhaft zu machen, damit der ja auch noch seine letzten angesparten Euros verliert. Deutschland muss endlich aufwachen und wegkommen von dem ganzen Aktien und shareholder value Schwachsinn und durch ehrliche und harte Arbeit selbständig wieder auf die beine kommen.

  • 07.09.2010, 14:31 UhrAnonymer Benutzer: mdeve

    also habe selbst bWL studiert und kann nur zustimmen, dass kaum ein Student den Stoff versteht- zumal die Professoren selbst sehr verwirrt sind- sondern nur die Unterlagen aus dem Tutorium und Vorlesung mit viel Mut zur Lücke auswendig lernen. Das Resultat steht ja auf der Hand. banker und Möchtegerngurus, die mit ihren Theorien die Menschen verwirren.

  • 07.09.2010, 12:03 UhrAnonymer Benutzer: ProKosto

    ich bin persönlich Volkswirtschaftlich sehr interessiert. Aber die Thesen, Prognosen usw. von Wirtschaftsweisen und Analysten sind häufig befremdend und sogar lächerlich.

    Seit Jahren wird z.b. der Konsum in den USA als Wirtschaftsleistung angesehen.
    Wenn ich Schokolade esse, ist das doch auch kein Sport, auch wenn ich die Kalorien ja wieder verbrauchen kann?

    Prognosen sind auch lächerlich, weil sie häufiger daneben als richtig liegen. Prognosen liegen nur in wirtschaftlich ruhigen Zeiten richtig. Aber nie konnten drastischere Details vorhergesagt werden.

    Möglich ist das aber schon. ich habe schon 2004 ein buch gelesen, welche Nachruf USA heißt und in vielen Punkten korrekte vorhersagen gemacht hat.

    Aber Leute wie Herr Sinn usw. halten sich nur selbst für unsagbar schlau, beten aber eigentlich auch nur wie Politiker ihre subjektive Einstellung runter. Garniert mit mathematischen Hochrechnungen, die auf Vergangensheitswerten basieren.
    Traurig...

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