Geldanlage: Anlagetipps von der Bundesbank

Geldanlage: Anlagetipps von der Bundesbank

Bild vergrößern

Euro-Geldscheine und Münzen quellen aus einem "Sparstrumpf"

Die Bundesbank gibt jetzt auch Verbrauchertipps: Privatanleger sollen lieber in börsengehandelte als in aktiv gemanagte Fonds mit hohen Gebühren investieren. Ein guter – wenn auch nicht neuer - Rat für den kleinen Mann, ein herber Schlag für die Finanzwirtschaft. Die lebt von diesen Gebühren nämlich ganz gut.

Die Diskussion über aktive oder passive Vermögensverwaltung führen Investoren und Analysten seit dem es die Geldanlage gibt. Nun gießt auch die Deutsche Bundesbank Öl ins Feuer und bezeichnet den aktiven Ansatz in ihrem aktuellen Monatsbericht als „Nullsummenspiel“. Der Gewinn des einen sei der Verlust des Anderen, die Verwaltungskosten seien zu hoch. Dieses Urteil dürfte den Banken weh tun, schließlich verdienen die Finanzinstitute mit aktiv gemanagten Fonds das meiste Geld – auch dank hoher Provisionen und Gebühren.

Bislang hörte der Privatanleger von der Zentralbank nichts dergleichen, weder Lob noch Kritik an einzelnen Anlageklassen, Wertpapierkategorien oder Investitionsvehikeln. „Es ist nicht unsere Politik, für Produktgruppen Werbung zu machen“, sagt Bundesbanksprecher Peter Trautmann. Schließlich sei man keine Bank. Doch nun die Kehrtwende: Die Empfehlung spiegelt den Stand der wissenschaftlichen beziehungsweise empirischen Debatte zu diesem Thema wider, so Trautmann.

Anzeige

Gebühren fressen die Rendite auf

Die Erkenntnis, dass Zertifikate und aktive Fonds zum Teil mehr kosten, als sie bringen, ist jedoch nicht neu: Zuletzt veröffentlichte zum Beispiel das Wiener Analysehaus e-fundresearch.com im Jahr 2006, dass nur ein Viertel aller Fonds besser abschnitten als ihr jeweiliger Börsenindex. Und auch andere Häuser wie Morningstar sagen schon seit langem, dass die aktive Verwaltung mitunter unrentabel ist. Von den Notenbankern wiegt ein solches Urteil für die Finanzwirtschaft allerdings deutlich schwerer – auch wenn unklar ist, warum sie sich dazu äußern und wieso zu diesem Zeitpunkt.

Beim aktiven Ansatz müsse sich der Anleger die Frage stellen, ob es grundsätzlich möglich sei, „den Markt dauerhaft zu schlagen“. Der Erfolg eines Produkts hänge außerdem maßgeblich von den Kosten ab. Im Jahr 2007 gaben Anleger bis zu einem Viertel ihrer erwirtschafteten Rendite in Form von Gebühren oder Provisionen an ihren Asset Manager weiter. Deshalb rät die Bundesbank Anlegern zu passiven Produkten wie börsengehandelten Fonds, den sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs). Diese Fonds bilden meist einen Index eins zu eins ab und zielen nicht darauf ab, ihn zu übertreffen. Einen Portfoliomanager brauchen diese Fonds nicht, die Gebühren sind entsprechend niedrig.

Grundsätzlich könnten Privatanleger zwar auch auf den Asset Manager verzichten und ihr Vermögen selbst aktiv verwalten. Dies erfordere jedoch eine enorme Marktkenntnis und selbst Fondsmanager hätten häufig Probleme, die versprochenen Renditen auch zu erzielen. Der unkalkulierbare Erfolg ist für die Bundesbank ein weiteres Argument für passive Produkte. Darüber hinaus müsse man die Frage stellen, ob „typische Privatanleger in der Lage sind, erfolgreiche Vermögensverwalter zu identifizieren und zu beurteilen, ob vergangener Erfolg auch künftig Bestand haben dürfte“, heißt es.

Außerdem bemängelt die Bundesbank, dass viele Privatinvestoren ihr Portfolio zu häufig umschichten. „Anleger scheinen den mit Anlageentscheidungen verbundenen Kosten häufig zu geringe Beachtung zu schenken“, heißt es im Bericht. Die zum Teil „exzessiven Handelstätigkeiten“ verursachten hohe Transaktionskosten und schmälerten so die Rendite. Deshalb sollten Anleger sich lieber ein breit aufgestelltes Portfolio zulegen anstatt regelmäßig viele Einzeltitel zu handeln.

Die Kritik, dass die Bundesbank den Anlegern an dieser Stelle recht oberlehrerhaft begegnet, muss sich die Zentralbank allerdings gefallen lassen, denn die Regel „Hin und her macht Taschen leer“ ist an der Börse eine Binsenweisheit.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%