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Geldanlage: Beraten und für dumm verkauft

von Stefan Hajek

Was vielen Bank- und Versicherungskunden schon länger schwante, hat die Finanzkrise in den vergangenen zwei Jahren ans Licht gebracht: Makler, Vertreter, so genannte unabhängige Finanzvertriebe und die meisten Banken verkaufen keineswegs immer jene Geldanlage- und Vorsorgeprodukte, die für ihre Kunden die Besten wären.

Durch die Quelle: dpa
Durch die Lehman-Brothers-Pleite Geschädigter Quelle: dpa

Was vielen Bank- und Versicherungskunden schon länger schwante, hat die Finanzkrise in den vergangenen zwei Jahren ans Licht gebracht: Makler, Vertreter, so genannte unabhängige Finanzvertriebe und die meisten Banken verkaufen keineswegs immer jene Geldanlage- und Vorsorgeprodukte, die für ihre Kunden die Besten wären.  Verkauft wird, was dem Berater Geld bringt; nicht selten ist das aus Sicht der Kunden sogar das schlechteste Produkt.  

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Die Krise hat schonungslos offenbart, dass Banken und Finanzvertriebe jahrelang systematisch schwache Fonds, überteuerte Zertifikate und unsinnige Versicherungen verkauft haben.

Kunden weiterhin falsch beraten

Viele Berater priesen nur das an, was ihnen hohe Provisionen bescherte; Produktqualität und Risikobereitschaft der Kunden spielten im Beratungsgespräch allzu oft keine Rolle. So landeten massenhaft riskante Lehman-Zertifikate, sündteure Schiffs- und geschlossene Immobilienfonds in den Kunden-Portfolios, bei denen im Extremfall die Provisionen den Wertzuwachs übersteigen.  

Was viele Anleger besonders erzürnt: Die Jahrhundertkrise hat offensichtlich keinerlei Umdenken in der Finanzbranche bewirkt. Auch heute werden Kunden massenhaft falsch beraten, Milliarden Euro an Provisionen geschunden und als Boni ausbezahlt. Die meisten Banken und Finanzvertriebe haben ihre Geschäftsmodelle um keinen Deut verändert; noch immer sind Provisionen ihre Haupteinnahmequelle – und noch immer stehen die Kundenberater unter erheblichem Verkaufsdruck. 

13 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.10.2009, 13:17 UhrAnonymer Benutzer: wie ...

    ... dumm sind diese kommentare hier!? natürlich steckt der fehler im system und ich bin selbst schuld, wenn ich dem banker/vertreter vertraue, weil er die kohle nicht von mir bekommt, sondern von der bank. deswegen ist es aber noch lange nicht selbstverständlich übern tisch gezogen zu werden. die wenigsten kennen sich mit geldanlagen aus und deswegen bekommen wir noch ne private alteresvorsorge aufgebrummt, weil die gesetzliche ja wegen des "demographischen wandels" nicht reicht. wenn dann bitte: selbst schuld wer in diesem land alles hinnimmt und sich verblöden lässt!

  • 25.10.2009, 22:22 UhrAnonymer Benutzer: Profit

    Ganz klar: Wer geschäftsfähig ist, trägt auch letztlich die Verantwortung für seine Geldanlageentscheidung. Wer denn sonst? Wenn dies an eine bank delegiert wurde, ist man auch hierfür verantwortlich, indem man das Delegationsrisiko trägt. Wer denn sonst? Daß sogenannte bankberater oft selbst keine Ahnung haben, wundert doch nun wirklich niemanden mehr. Machen sie den Test und fragen einen bankmenschen einmal nach der Rentenbarwertformel! Das Gesicht mutiert zum Fragezeichen! Man muß allerdings auch sagen, daß niemand, aber auch niemand damit gerechnet hat, daß eine bank wie Lehmann pleite geht. insofern nur ein leises Sorry für diejenigen, die deren Papiere gekauft haben. Allerdings zieht hier auch das Argument, daß man eine Altersvorsorge niemals auf einen Anlagebaustein fokussiert! bei Kaupthing verbietet sich geradezu jedes Mitleid. im Gegenteil: Es hat die richtigen, geilen Renditezocker getroffen!

  • 24.10.2009, 13:31 UhrAnonymer Benutzer: Peter Bartl

    Die Dresdner bank hat mir solche Papiere ins Depotgelegt. Habe ca. Euro 350.000.-- eingebüßt. Meine Vorgabe war, mit 65 will ich keine Risiken mehr eingehen und ich brauche das Geld, daß mir von meiner Lenesversicherung ausbezahlt wurde zur Altersversorgung, da ich als Selbstständiger keine Rente bekomme und 40 Jahre dafür in die private Lebensversicherung einbezahlt habe. Hauptanlagen waren Lehmann, sSchiffsfonds und geschl. immobilienfonds. Wer gibt mir recht? Auf jeden Fall hat das Gericht meine Klage zurückgewiese, obwohl ich nur auf Auskunft wegen Provisionen geklagt hatte. Kosten E 5000.-- und ein dickes Grinzen vom Gegenanwalt(Dreba) Es ist schon unverständlich wie sich das Gericht und die banken dem schlecht beratenen Anleger gegenüber verhalten. Auf einen Vergleichsvorschlag bekomme ich nicht mal eine Antwort. Jetzt hat mein Anwalt einen Zahlungsbefehl geschickt. Mal sehen was jetzt passiert

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