Geldanlage: Glückwunsch von der Bundesbank

KommentarGeldanlage: Glückwunsch von der Bundesbank

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Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Mark Böschen

Die Volkswirte der Bundesbank gratulierten heute den deutschen Sparern zu ihrem glücklichen Händchen: Denn das Vermögen der privaten Haushalte sank vergangenes Jahr nur um drei Prozent, vor allem weil die Deutschen kaum noch Aktien besitzen. Eine Warnung folgte: 2008 war für Anleger wegen hoher Zinsen noch ein gutes Jahr, doch das hierzulande über alles geliebte Bankkonto bringt immer weniger Rendite. Und weil sie immer mehr Geld auf dem Bankkonto bunkern, stehen die Deutschen in mancher Hinsicht bereits als Verlierer da.

Seit Montag wissen wir, wieviel Vermögen die Finanzkrise die Deutschen im vergangenen Jahr gekostet hat: 260 Milliarden Euro. So stark ist das Finanzvermögen der privaten Haushalte 2008 gesunken, teilte die Bundesbank mit. Klingt nach einer Menge Geld, ist es aber gemessen am gesamten Vermögen nicht. Das schrumpfte lediglich um drei Prozent auf 4413 Milliarden Euro, das sind 111.000 Euro pro Haushalt und nur 4000 Euro weniger als im Jahr zuvor.

Ratschläge ignoriert

Warum stecken die Deutschen die Finanzkrise so gut weg? Weil sie Aktien hassen und ihr Geld auf dem geliebten Bankkonto bunkern. Der Anteil direkt gehaltener Aktien am Finanzvermögen sinkt seit Jahren, ist vergangenes Jahr aber regelrecht eingebrochen, von 12 auf nur noch 7,8 Prozent. Die US-Amerikaner haben dagegen mehr als 40 Prozent ihres Vermögens in Aktien investiert, sagen die Volkswirte der Bundesbank. Es ist ihnen schlecht bekommen, das Vermögen ging dort weit stärker zurück.

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Es ist also an der Zeit, allen zu gratulieren, die jahrelang die Ratschläge ignoriert haben, dass nur mit Aktien langfristig wirklich Geld zu verdienen ist. "Herzlichen Glückwunsch" heißt es daher heute von der Bundesbank, und das hört sich in der Sprache der Volkswirte dort so an: "Man kann nicht die Behauptung stützen, die Anlagestruktur der privaten Haushalte sei unter Renditeaspekten nicht ausgewogen." Soll heißen: Prima, gut gemacht. Der Mix im Depot war bislang nicht so schlecht, und er sieht so aus: Ein Drittel des Vermögens liegt in Versicherungen, ein Drittel auf der Bank und ein Drittel am Kapitalmarkt - dort allerdings überwiegend in Anleihen und Anleihefonds, so die Bundesbank-Volkswirte.

Bunkern auf dem Bankkonto

In der heißen Phase der Finanzkrise seit dem Herbst  gerät dieser Mix jedoch aus den Fugen, zu Gunsten des Bankkontos: Dessen Anteil am Vermögen ist vergangenes Jahr von 35,6 auf 39,4 Prozent gestiegen. Dumm nur, dass die Zinsen für dieses Geld stetig sinken. Selbst die größten Fans des Sparbuchs werden daher irgendwann etwas anderes mit ihrem Geld anfangen müssen - und sogar wieder Aktien kaufen. Dass das Bunkern auf dem Bankkonto auch Rendite kosten kann, zeigt die aktuelle Aktienrally: Viele Deutsche haben nach dem Aktienverkauf 2008 vermutlich den Einstieg verpasst und können jetzt nur neidisch auf den Dax-Anstieg von 33 Prozent seit Anfang März schauen. Bei mickrigen 7,8 Prozent Aktienanteil spürt man von diesem Aufschwung im eigenen Depot fast nichts.

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