Geldanlage: Steuerpläne machen aus Anlegern Melkkühe

KommentarGeldanlage: Steuerpläne machen aus Anlegern Melkkühe

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Annina Reimann

von Annina Reimann

Die EU will mit Steuern auf Börsengeschäfte 70 Milliarden Euro kassieren - mit der so genannten Finanztransaktionssteuer. Schluss damit!

Es reicht! Wer fürs Alter spart, blecht immer mehr: Abgeltungsteuer, Verwaltungsgebühren der Lebensversicherer und Fonds, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag, Kauf-, Verkaufs- und Depotgebühren, Provisionen für die Produktverkäufer, die Inflation nagt am Ertrag – und jetzt soll auch noch die Finanztransaktionssteuer kommen. Die EU plant, so bis zu 70 Milliarden Euro jährlich abzukassieren. Der Plan sieht vor, jede Finanzmarkt-Transaktion zu besteuern. Auf jeden Kauf und Verkauf von Wertpapieren fiele die Steuer an.

Zwar geht es nach Plänen der EU-Kommission „nur“ um 0,01 bis 0,1 Prozent. Ein durchschnittlicher Depotkunde der Comdirect-Bank zum Beispiel setzt rund 26.600 Euro im Jahr um. Bei 0,1 Prozent Steuer wären das 26,60 Euro.

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Hört sich wenig an, aber: Steter Tropfen höhlt den Stein.

Kein Applaus verdient

Und vor allem: Ist eine Steuer eingeführt, erhöhen Politiker sie frei Schnauze. Die SPD plante längst, für die Bürgerversicherung die Abgeltungsteuer nach oben zu setzen: „Der Steuerzuschuss in die gesetzliche Krankenversicherung wird (...) aus den Mehreinnahmen einer Anhebung der Zinsabgeltungssteuer finanziert“, heißt es im SPD-Blog Baden-Württemberg. Bürgern wird das als Entlastung verkauft. Applaudieren sollten wir nicht.

Statt einer „Entlastung“ folgte die SPD dem Prinzip linke Tasche, rechte Tasche: Bei der Krankenversicherung bekämen wir was dazu – und bei der Altersvorsorge fehlte es uns, inklusive Zinseszinseffekt.

Vielleicht erfinden Politiker bald den Soli für Krisenländer. Italien plant schon zusätzliche 0,15 Prozent Steuer auf Finanztransaktionen. Es wäre kein Wunder, wenn auch Deutschland auf die Idee käme.

Während die Politiker sich ihre Diäten erhöhen (die Diäten der 620 Bundestagsabgeordneten sollen 2012 und 2013 von derzeit 7668 Euro im Monat um jeweils 292 Euro steigen), setzen sie uns Bürger immer weiter auf Diät.

Freibetrag erhöhen

Eine Kuh, die man melken will, darf man aber nicht schlachten. Für Sparer sollte es daher höhere Freibeträge als die 801 Euro jährlich geben. Es geht um immense Summen: Allein die deutschen Lebensversicherer legen mehr als 720 Milliarden Euro für uns an.

Bekommen einfache Sparer höhere Freibeträge, trifft die neue Steuer nur die, die es verdienen: Investmentbanken und Hedgefonds, die mit Hingabe weltweit Finanzprodukte hin- und herschieben. An den Börsen sind das etwa die Hochgeschwindigkeitshändler. Sie programmieren Algorithmen, die in Bruchteilen von Sekunden an minimalen Preisdifferenzen verdienen. Mit wenigen eigenen Mitteln setzen Händler durch Hunderte Käufe und Verkäufe täglich Milliarden um.

Die neue Steuer dürfte vor allem diesen das Geschäft schwer machen – falls sie sich dann nicht vom europäischen Markt verabschieden. Algotrading macht mehr als die Hälfte des Börsenhandels aus. Der Umsatz könnte Europas Börsen verloren gehen.

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