Geldanlage: Vorsicht vor krisenkranken Immobilienfonds

KommentarGeldanlage: Vorsicht vor krisenkranken Immobilienfonds

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WirtschaftsWoche Redakteur Martin Gerth

von Martin Gerth

Die Immobilienkrise geht weiter: Der Fonds Degi Global Business wertet massiv ab, weil Büros leer stehen und Mieten sinken. Privatanleger in Immobilienfonds sollten auf der Hut sein.

Wer offenen Auges durch Deutschlands Großstädte schlendert, kann die vielen leer stehenden Büroetagen nicht übersehen. Wie ein Grippevirus verbreiten sich die Angebotsschilder der Makler. Das Marktforschungsunternehmen Bulwien Gesa rechnet in diesem Jahr mit Rekordleerständen bei Büroimmobilien. In den sieben wichtigsten deutschen Standorten sollen danach 19 Prozent mehr Büroflächen leer stehen als im vergangenen Jahr. 8,8 Millionen Quadratmeter, umgerechnet 1230 Fußballfelder, wären dann ohne Mieter.

Der deutsche Markt ist eines der wichtigsten Standbeine offener Immobilienfonds: Immerhin 30 Prozent der Anlegergelder sind dort investiert. Leer stehende Büros in Frankfurt, München oder Düsseldorf könnten die Durchschnittsrendite von zuletzt nur noch 2,5 Prozent weiter drücken. Noch dramatischer sieht es im Ausland aus. So musste der Degi Global Business um 21,6 Prozent abwerten, weil er sich mit osteuropäischen Immobilien verspekuliert hat. Derzeit nimmt die Fondsgesellschaft Aberdeen keine Anteile zurück, weil zuvor zu viel Kapital abfloss.

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Der Fehlschlag im Osten trifft im Fall des Degi Global Business zwar ausschließlich professionelle Anleger, private Sparer sind aber keinesfalls aus dem Schneider. Schließlich war der für sie zugängliche Degi International Ende Dezember noch zu etwa 27 Prozent in Osteuropa investiert. Raus können die Anleger nur mit großen Verlusten, weil Aberdeen für diesen Fonds ebenfalls keine Anteile zurücknimmt. An der Börse Hamburg-Berlin müssen Anleger derzeit einen Abschlag von 13 Prozent gegenüber dem von Aberdeen berechneten Kurs hinnehmen.

Osteuropa und Spanien mit hohen Risiken

Besser sieht es auf den ersten Blick beim gleichfalls eingefrorenen Axa Immoselect aus: nur fünf Prozent Osteuropa. Dafür könnten aber die sieben Prozent in Spanien den Anlegern noch weh tun. Zwar investierte Axa in Logistikobjekte und nicht in überteuerte Wohnungen, aber Spaniens Wirtschaft ist extrem abhängig vom Immobiliensektor. Wenn er kriselt, lahmt die Konjunktur insgesamt. Auch Lagerhallen lassen sich dann schwerer vermieten.

Müssen sich nun alle Anleger, die ihr Geld in offene Immobilienfonds steckten, Sorgen machen? So pauschal lässt sich das nicht beantworten. Zu groß ist die Bandbreite zwischen soliden Langweilern und riskanten Portfolios, die ihr Glück in überhitzten Märkten suchten. Grundsätzlich gilt, dass Anleger von Fonds, die sich auf West-europa beschränken, weniger zu befürchten haben als die von solchen, die sich auch in den USA oder Osteuropa tummeln.

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