Geldanlage: Welche Branche kippt als nächste?

Geldanlage: Welche Branche kippt als nächste?

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Die Chemie gerät in raueres Fahrwasser

Banken und Autobauer hat die Börse bereits nach unten gerissen. Von vielen anderen Unternehmen aber erwartet der Markt noch viel zu viel. Welche Branchen akut gefährdet sind, wo Anleger jetzt noch sicher sind.

Die Handelsschranke des Börsenmaklers Baader, genau in der Mitte des Frankfurter Parketts, muss dem Druck eines Schwergewichts standhalten: Die Allianz hat soeben eingestanden, dass sie ihre Gewinnziele nicht schaffen wird. In dem Rondell aus weißem Glas, hinter ihrem Schutzwall aus Computermonitoren, hämmern zehn Männer und zwei Frauen Kommandos in die Tastaturen. Das Ergebnis ihrer Hackerei wird erst verspätet sichtbar: Die schwarze Anzeigetafel mit den Dax-Kursen hat einen Aussetzer. Erst mit sechs Minuten Verspätung springt sie am vergangenen Donnerstag laut ratternd wieder an – und zeigt für die Allianz-Aktie vier Prozent Minus. Innerhalb weniger Minuten sind zwei Milliarden Euro Börsenwert weg.

An der Börse hakt mehr als nur die Dax-Tafel: Die Zeiten, als Vorstände mit immer höher geschraubten Gewinn- und Umsatzprognosen entzückten, sind erst einmal passé. Kein Tag vergeht ohne Gewinnwarnung. Welche Branchen jetzt noch sicher sind? „Falsche Frage“, entgegnet ein Aktienhändler von Baader. „Wir reden derzeit nur davon, was als Nächstes verkauft wird.“

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Zuerst traf die Finanzkrise, die vor gut einem Jahr durch faule US-Hypotheken ausgelöst wurde, die Banken. Versicherungen beutelt die Krise – mit Verzögerung – jetzt ähnlich hart. US-Gigant AIG meldete am Mittwoch für das zweite Quartal 5,4 Milliarden Dollar Verlust, das zweitschlimmste Ergebnis in der Geschichte des Unternehmens; die Aktie wurde tags darauf 18 Prozent billiger gehandelt – der schwächste Handelsstart seit 26 Jahren. In Europa verprellten Münchener Rück, Hannover Rück und Swiss Re die Aktionäre.

Die erste Industrie-Branche, die der Abschwung auch an der Börse erfasste, war die Autoindustrie. Die US-Hersteller General Motors und Ford wanken, und die erfolgsverwöhnten deutschen Luxuskarossenbauer Daimler und BMW kommen durch steigende Stahlpreise, den teuren Euro und die zunehmende Konsum-Unlust der Käufer gleich von drei Seiten unter Druck.

Welche Branche kippt wohl als nächstes

„Wo die Gewinne herkommen sollen, bleibt ein Geheimnis“, so Eberhardt Unger, Leiter Volkswirtschaft beim unabhängigen Analysehaus Fairesearch in Frankfurt, „die Weltkonjunktur kühlt sich immer deutlicher ab. Das wird 2009 noch längst nicht ausgestanden sein.“ US-Ökonom Nouriel Roubini, der als einer der Ersten vor der Finanzkrise warnte, sieht die USA „derzeit in der zweiten Phase einer tiefen, langwierigen Rezession“. Und die reißt die Welt mit.

Gefährdet sind jetzt Maschinenbau und Technologie, aber auch Stahl und Chemie. Sie alle sind Spätzykliker. Das heißt: Die zu erwartende Abkühlung der Weltwirtschaft wird sie deutlich später treffen als die konsumnahen Branchen wie Auto und Handel. Projekte bei Investitionsgütern brauchen lange Vorlaufzeiten. Deshalb sind die Auftragsbücher für 2008 voll – noch. Die Chemie- und Stahlbranche können die immer noch hohen Rohstoffpreise noch gut an ihre Kunden weitergeben. Das aber muss nicht so bleiben, sobald diese nicht mehr so viel bestellen.

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