Afrikanische Goldminen: Gold-Investments in Mali als Wette auf die Zukunft

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Afrikanische Goldminen: Gold-Investments in Mali als Wette auf die Zukunft

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Hier gräbt Investor Hartmann mit Partnern in Mali nach Gold.

von Florian Willershausen

Der Frankfurter Investor Lutz Hartmann ist in Mali an einer Goldmine beteiligt. Während er in Afrika kaum etwas vom Krieg mitbekommt, muss er zu Hause die Ängste seiner Aktionäre zerstreuen.

Schon seit zwei Stunden jagt der wortkarge Fahrer den weißen Geländewagen über die schnurgerade Straße, doch vom Krieg in Mali ist nichts zu sehen. Auf dem Weg von der Hauptstadt Bamako nach Südosten fliegen unverputzte Steinbaracken am Fenster vorbei, ab und an auch eine Mini-Moschee. Händler hocken am bordsteinlosen Straßenrand im Dreck, verkaufen Früchte, Bretter und Autoteile. Die Sonne brennt, rötlicher Lateritboden erstreckt sich bis an den Horizont – Afrika eben. Aber wo ist der Krieg?

Plötzlich versperren zwei rostige Gettotonnen den Weg – ein Kontrollposten! Oder gar ein Überfall? Ausländer riskieren bei Überlandfahrten, gekidnappt zu werden, warnt die deutsche Botschaft, die von Reisen nach Mali dringend abrät.

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Links und rechts der Straßensperre spielen Kinder; ein betagter Motorradpolizist döst an einem Mangobaum, dessen dichte Krone reichlich Schatten spendet. Der Schutzmann macht keine Anstalten aufzustehen, also gibt der Schweigsame Gas, umkurvt die Tonnen, und Lutz Hartmann plumpst zufrieden zurück ins Leder.

Wenn die Investoren wüssten, wie fern der Süden Malis vom Krieg entfernt ist! Hartmann ist Vorstandschef der Frankfurter Investmentgesellschaft Pearl Gold, die im geregelten Markt der Frankfurter Börse notiert und mit 25 Prozent am malischen Unternehmen Wassoul’Or beteiligt ist. Wassoul’Or baut im Dorf Kodieran 300 Kilometer südöstlich von Bamako Gold ab; eine zweite Mine untersuchen Geologen.

Goldförderung in Mali ist lukrativ, könnte man glauben: Im 14. Jahrhundert galt der König von Mali als der reichste Mann der Welt, sein Land war der weltgrößte Goldlieferant – bis der Herrscher so viel davon auf den Markt warf, dass er die Preise verdarb. Heute besitzt Mali die nach Südafrika und Ghana drittgrößten Vorkommen Afrikas – und die Förderung ist günstiger als anderswo, da das Gold weniger tief unter dem Erdboden und teilweise sogar darüber liegt.

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Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Aber in Mali ist Krieg, jedenfalls im Norden. Und Goldinvestor Hartmann kämpft an zwei Fronten. In Mali stellt er sich den in Afrika alltäglichen Problemen: Spritmangel, niedrige Produktivität, technische Ausfälle. In Europa muss Hartmann die Gemüter der Aktionäre beruhigen, die wegen des Kriegs um ihre Vermögen fürchten. Letzteres hat bisher nur mäßig funktioniert: Als im März 2012 das Militär in Mali putschte, brach der Kurs von Pearl Gold um 25 Prozent ein, heute notiert die Aktie zwei Drittel unter dem Stand vom Februar 2012. Wie bleibt man da cool, Herr Hartmann?

Halbe Millionen mit einer Hand

Jurist Lutz Hartmann spart sich die Antwort für später auf. Die Kontrollen in der Goldmine in Kodieran fressen mehr Zeit als die am Flughafen von Bamako: Zwei Unterschriften muss er leisten, dann knöpfen sich Bewaffnete mit Metalldetektoren ihren Chef vor. Schließlich tritt er in eine Wellblechhalle, in der drei Mitarbeiter mit drei Schlüsseln den Tresor aufschließen.

Hartmann strahlt, als er zwei Goldbarren in die Hand nimmt. „Die wiegen zusammen 13 Kilo und haben einen Marktwert von einer halben Million Euro“, erzählt der Deutsche: Seht her, meine Mine fördert Gold. Zufrieden ist Hartmann allerdings nicht. Pearl Gold hat im Dezember als erste Lieferung 1800 Unzen im Wert von drei Millionen Euro erhalten – erst ein Bruchteil jener 48 000 Unzen, die Wassoul’Or bis Ende dieses Jahres liefern soll. „Wir haben unser Produktionsziel bislang nicht erreicht“, gibt Hartmann zu, rund 30 Prozent liege Pearl Gold unter Plan. Nach dem Militärputsch seien Monteure ausländischer Zuliefererfirmen nicht nach Mali geflogen, um Anlagen aufzubauen. Auch Benzin sei knapp gewesen, weshalb Wassoul’Or Sprit jetzt aus dem Senegal importiere. Es gebe aber keine Probleme, sagt Hartmann, die das Förderprojekt gefährden könnten.

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