Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

von Frank Doll, Anton Riedl und Heike Schwerdtfeger

Bilfinger-Aktien können eine der großen Turnaround-Spekulationen des Jahres werden und der Rohstoffkonzern Vale bietet 4,4 Prozent Rendite. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Aktientipp: Bilfinger - Comeback für die Söhne Mannheims

Mit 43 Prozent Wertverlust gehört Baudienstleister Bilfinger weltweit zu den schwächsten Aktien 2014. Nach mehreren Gewinnwarnungen im vergangenen Jahr wird der MDax-Wert an der Börse nur noch mit 2,1 Milliarden Euro bezahlt. Dafür bekommen Anleger – selbst nach geplanten Beteiligungsverkäufen – mehr als sieben Milliarden Euro Jahresgeschäftsvolumen. Zudem wird der Börsenwert fast schon durch das Eigenkapital gedeckt, das Ende September 1,9 Milliarden Euro betrug. Bilfinger-Aktien können eine der großen Turnaround-Spekulationen des Jahres werden.

Allerdings, dabei sind Geduld und Nervenstärke gefragt. Bilfinger muss in diesem Jahr zwei Dinge schaffen: Zum einen den endgültigen Schwenk vom traditionellen Baukonzern zum Servicedienstleister für Anlagen, Energie und Immobilien. Zum anderen müssen sich vor allem im Kraftwerksgeschäft die zuletzt schwachen Margen stabilisieren. Bilfinger will dabei vor allem das internationale Geschäft in Ländern mit starkem Kohleanteil ausbauen (Türkei, Indien, Vietnam, Thailand). Hier ist auf Jahre hinaus mit einer hohen Nachfrage nach Service für Kraftwerke zu rechnen.

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In den Jahresabschluss 2014 (der am 12. Februar 2015 ansteht) dürfte Bilfinger zahlreiche Sonderbelastungen für Abschreibungen, Personalabbau und andere Sanierungsmaßnahmen packen. Netto wird damit ein Verlust ausgewiesen. Da die Mannheimer 2015 unter neuer Führung das Comeback planen, sollte das 2014er-Zahlenwerk keine weiteren versteckten Belastungen enthalten. Dass Bilfinger vor Kurzem sein europäisches Ingenieurbaugeschäft für einen zweistelligen Millionenbetrag verkaufen konnte, passt zur Dienstleistungsstrategie und hilft, das Eigenkapital zu stabilisieren. Mit rund 30 Prozent eigenen Mitteln ist Bilfinger kein notleidendes Unternehmen.

Im operativen Geschäft kämpfen die Mannheimer derzeit zwar gegen rückläufige Aufträge; im dritten Quartal 2014 kamen 14 Prozent weniger Bestellungen als im Vorjahreszeitraum herein. Mit gut sechs Milliarden Euro aber ist das Auftragspolster insgesamt dick genug für den geplanten Turnaround.

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