Aktien-Investments: Die Legende vom richtigen Börsen-Timing

Aktien-Investments: Die Legende vom richtigen Börsen-Timing

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Ein Anlageportfolio sollte nicht hektisch nach Marktereignissen angepasst werden, sondern den Kundenbedürfnissen entsprechen

Den richtigen Zeitpunkt zum Marktein- oder -ausstieg zu finden, ist fast unmöglich. Auch Experten lassen sich von Nachrichten blenden und senden regelmäßig falsche Signale. Investoren, die ihnen folgen, werden nicht selten um ihre verdiente Ernte gebracht. Langfristig hilft nur eins: ein Portfolio, das nach den Kundenbedürfnissen ausbalanciert ist - und nicht nach Marktereignissen.

Anfang Februar 2013 waren die Strategen einer globalen Investmentbank beunruhigt über die politischen Geschehnisse in Europa, die „US-Fiskalklippe“ und den „unsinnigen Run auf Aktien“. An ihre Klienten gaben sie die Parole aus, bei Aktieninvestitionen während der nächsten ein bis sechs Monate alarmbereit zu sein. Doch nur einen Monat später entschieden sich dieselben Bankstrategen für eine totale Kehrtwende. Jetzt nahmen sie an, dass die Probleme in Europa nicht systembedingt seien und dass die andauernde Politik des billigen Geldes die Börsenstimmung weltweit aufhellen würde. Im Ergebnis ermunterten die Experten dann ihre Klienten, wieder für einige Monate vorsichtig in den Markt einzusteigen. 

Verkaufen und Kaufen innerhalb von nur vier Wochen? Für Kunden, die den Ratschlägen gefolgt waren, ging der Schuss nach hinten los. Als die „Kaufbotschaft“ veröffentlicht wurde, war der Aktienindex Global MSCI (in US-Dollar) für das laufende Kalenderjahr bereits um 8,6 Prozent gestiegen. Der US-Aktienindex S&P 500 lag 10,7 Prozent höher, der britische FTSE-100 um 9,9 Prozent. 

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Nur Pech oder Zufall? Mitnichten, falsche Markteinschätzungen gibt es wie Sand am Meer. Und sie machen eines klar: Das optimale Timing zu finden und dafür Marktereignisse zu analysieren, kann nicht funktionieren. Es ist schlicht eine Legende! 

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Quelle: dpa/Montage

Noch ein Beispiel: Schon im Dezember 2011 hatte Richard Russell, der Veteran der Newsletter-Autoren in den USA (Autor der „Dow Theory Letters“), seine Klienten unmissverständlich aufgefordert: „Raus aus den Aktien! (...) Ich erwarte, dass wir einen brutalen Aktienmarkt erleben werden, der sowohl die Fed als auch die „Bullen“ und überhaupt alle, die unbedingt in diesem „Bären-Markt“ bleiben wollen, schockieren wird!“ Tatsächlich ist genau das Gegenteil eingetreten. 2012 wurde ein phantastisches Aktienjahr – der Dax legte um fast 30 Prozent zu! 

Schon 15 Monate später klang Russells Rede wieder ganz anders. Nachdem eine Rallye auch den US-Markt auf ein Niveau gehoben hatte, das doppelt so hoch lag, wie die Tiefs im März 2009, riet er Anlegern, Aktien zu kaufen: „Ja, ich weiß, dass dieser Markt in seinem langen Aufstieg aus dem Tief 2009 noch nicht bereinigt ist. Aber ich schlage vor, dass meine Abonnenten ein Risiko eingehen sollten. Schließlich ist auch Kolumbus ein Risiko eingegangen.“ 

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