Aktien, Zinsen, Gold und Immobilien : Vier gute Vorsätze für Ihr Depot

Aktien, Zinsen, Gold und Immobilien : Vier gute Vorsätze für Ihr Depot

von Christof Schürmann

Wann kommt die nächste Zinswende? Was macht der Goldpreis? Wie entwickelt sich der Dax? Diese Fragen beschäftigen die Anleger vom Kleinaktionär bis zum Immobilienkäufer. Vier Thesen, wie es 2015 weitergeht.

Das hat schon etwas von Kaufpanik: Anfang Dezember verdoppelten die Profis der Frankfurter DZ Bank in ihrem Musterdepot die Aktienquote. Erst im September hatten sie alle Aktien rausgeworfen, waren dann aber einen Monat später schon wieder eingestiegen. Die Angst, Kursgewinne zu verpassen, war zu groß.

Mancher Privatanleger, der sein Geld seit Jahr und Tag auf dem Sparbuch hält und auf bessere Zeiten wartet, kennt dieses ungute Gefühl, doch etwas zu verpassen. Sicher, die besseren Zeiten werden kommen: Irgendwann rutscht die Börse ab, werden Aktien günstiger und die Zinsen drehen nach oben. Zinsanlagen versprechen dann wieder einen Inflationsausgleich und nicht nur reale Verluste nach Abzug der Preissteigerung.

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Irgendwann, wie gesagt. Die letzte echte große Zinswende aber – damals nach unten, hin auf immer niedrigere Niveaus – ist schon 25 Jahre her. Am Aktienmarkt geht es unter Schwankungen seit knapp sechs Jahren nach oben. Kontensparer verpassten da am Anleihe- wie auch am Aktienmarkt immense Kursgewinne. Die Nebenwerte im MDax etwa brachten binnen sechs Jahren 180 Prozent Plus; Anleihen der Dax-Konzerne immerhin 42 Prozent.

Die große Stütze für die Märkte, so begründet auch die DZ Bank ihre Aktienkäufe, ist die Politik der Notenbanken. Sie führt die Zinsen nahe null, treibt Anleger in Dividendenpapiere, stützt Gold und die Immobilienpreise in den Metropolen. Nichts deutet 2015 auf eine veränderte Politik hin. Vier Thesen, wie es deshalb 2015 in den wichtigsten Anlageklassen weitergehen dürfte.

Aktien

Wer einen Blick auf die Bewertungen der meisten Aktien wirft, der fühlt sich ins letzte Jahrhundert zurückkatapultiert: Zuletzt waren sie Ende der Neunzigerjahre ähnlich hoch. Der Dax etwa kostet kurz vor Weihnachten mehr als das 17-Fache der tatsächlich erwirtschafteten Gewinne der vergangenen vier Quartale, richtig günstig wäre gut die Hälfte. Für Nebenwerte und Technologietitel zahlen Anleger sogar häufig mehr als die 20-fachen Jahreserträge.

DSW-Watchlist 2014

  • Platz 15: Artnet

    Branche: Internetdienstleister, Kunsthandel

    Kursentwicklung (1 Jahr): - 9,8 Prozent
    Kursentwicklung (3 Jahre): - 55,1 Prozent
    Kursentwicklung (5 Jahre): - 53,4 Prozent

  • Platz 14: K + S

    Branche: Düngemittel, Salze

    Kursentwicklung (1 Jahr): - 36,1 Prozent
    Kursentwicklung (3 Jahre): - 60,3 Prozent
    Kursentwicklung (5 Jahre): - 40, 9 Prozent

  • Platz 13: RWE

    Branche: Energieversorgung

    Kursentwicklung (1 Jahr): - 14,8 Prozent
    Kursentwicklung (3 Jahre): - 46,5 Prozent
    Kursentwicklung (5 Jahre): - 58,1 Prozent

  • Platz 12: Teles

    Branche: Informationstechnik

    Kursentwicklung (1 Jahr): - 7,6 Prozent
    Kursentwicklung (3 Jahre): - 40,0 Prozent
    Kursentwicklung (5 Jahre): - 66,5 Prozent

  • Platz 11: Gigaset

    Branche: Holding

    Kursentwicklung (1 Jahr): 1,8 Prozent
    Kursentwicklung (3 Jahre): - 71,1 Prozent
    Kursentwicklung (5 Jahre): - 53,6 Prozent

  • Platz 10: Air Berlin

    Branche: Flug

    Kursentwicklung (1 Jahr): 7,8 Prozent
    Kursentwicklung (3 Jahre): - 55,4 Prozent
    Kursentwicklung (5 Jahre): - 65,0 Prozent

  • Platz 9: Commerzbank

    Branche: Aktien

    Kursentwicklung (1 Jahr): 9,5 Prozent
    Kursentwicklung (3 Jahre): - 64,7 Prozent
    Kursentwicklung (5 Jahre): - 70,5 Prozent

  • Platz 8: Solar Fabrik

    Branche: Solarenergie

    Kursentwicklung (1 Jahr): - 26,7 Prozent
    Kursentwicklung (3 Jahre): - 59,3 Prozent
    Kursentwicklung (5 Jahre): - 63,3 Prozent

  • Platz 7: Sygnis Pharma

    Branche: Biotechnologie

    Kursentwicklung (1 Jahr): 71,5 Prozent
    Kursentwicklung (3 Jahre): - 68,9 Prozent
    Kursentwicklung (5 Jahre): - 84,3 Prozent

  • Platz 6: Medigene

    Branche: Biotechnologie

    Kursentwicklung (1 Jahr): - 12,6 Prozent
    Kursentwicklung (3 Jahre): - 56,7 Prozent
    Kursentwicklung (5 Jahre): - 80,0 Prozent

  • Platz 5: Youniq

    Branche: Immobilien

    Kursentwicklung (1 Jahr): - 52,0 Prozent
    Kursentwicklung (3 Jahre): - 80,5 Prozent
    Kursentwicklung (5 Jahre): - 83,5 Prozent

  • Platz 4: Asian Bamboo

    Branche: Holzindustrie

    Kursentwicklung (1 Jahr): - 75,8 Prozent
    Kursentwicklung (3 Jahre): - 96,8 Prozent
    Kursentwicklung (5 Jahre): - 79,4 Prozent

  • Platz 3: Yoc

    Branche: Mobilfunk-Marketing

    Kursentwicklung (1 Jahr): - 77,2 Prozent
    Kursentwicklung (3 Jahre): - 94,3 Prozent
    Kursentwicklung (5 Jahre): - 85,6 Prozent

  • Platz 2: 3W Power

    Branche: Erneuerbare Energie

    Kursentwicklung (1 Jahr): - 62,3 Prozent
    Kursentwicklung (3 Jahre): - 91,3 Prozent
    Kursentwicklung (5 Jahre): - 95,6 Prozent

  • Platz 1: Solarworld

    Branche: Erneuerbare Energie

    Kursentwicklung (1 Jahr): - 56,6 Prozent
    Kursentwicklung (3 Jahre): - 93,8 Prozent
    Kursentwicklung (5 Jahre): - 97,0 Prozent

    Quelle: DSW, Entwicklung im Fünfjahres-Zeitraum wird am stärksten gewichtet.

Der Grund für die hohe Bewertung ist simpel: Der Dax hat inklusive Dividenden seit 2010 um rund 60 Prozent zugelegt, die Gewinne der 30 Dax-Unternehmen dagegen stagnieren seither, unter leichten Schwankungen. Die 2014 bisher erzielte Gewinnmarge der 30 Dax-Konzerne liegt mit 4,7 Prozent sogar ein gutes Stück unter derjenigen des Jahres 2010, als 5,4 Prozent Ertrag vom Umsatz hängenblieben. Wenn Kursanstiege nicht fundamental untermauert sind, wächst die Gefahr von Rückschlägen. Helfen könnte da nur der Glaube an die Schätzungen der Analysten, deren Excel-Tabellen für die Dax-Unternehmen 25 Prozent mehr Gewinn im kommenden Jahr voraussagen als in den vergangenen vier Quartalen.

Wo der Zuwachs herkommen soll, ist allerdings ein Geheimnis. Konjunkturell dürfte es im kommenden Jahr ähnlich laufen wie im abgelaufenen – es geht leicht nach oben. Das dürfte für sich betrachtet die Märkte stützen, aber keine großen Gewinnfantasien zulassen. Zwar hilft der niedrige Ölpreis dem Konsum, er belastet aber Exportländer, allen voran Russland, und auch Teile der Wirtschaft in den USA. Das billige Öl bedroht zudem den wichtigen Markt für Hochzinsanleihen, von denen jede sechste aus der US-Ölbranche stammt. Das niedrige Zinsniveau in der Euro-Zone aber stützt die dank höherer Dividenden regelmäßig höher rentierenden Euro-Aktien. In den USA dagegen sind Unternehmensanleihen schon rentierlicher als Aktien.

These: Die Märkte gehen mangels Alternative weiter nach oben, der Dax bleibt längere Zeit oberhalb der 10.000-Punkte-Marke und überspringt zumindest zwischenzeitlich die 11.000-Zähler-Marke deutlich.

Strategie: Anleger sollten an ihren Aktienpositionen nicht rütteln. Für Neuanlagen eignen sich dividendenstarke, schwergewichtige Titel. Vier Prozent Dividendenrendite sollten es schon sein. Je nach Risikoneigung dürfen Aktien 30 bis 60 Prozent des Portfolios ausmachen. Bei Höhenflügen sollten Anleger dann auch mal Gewinne mitnehmen, damit der Aktienanteil im Depot nicht zu groß wird. Nach unten sollte der Dax nicht nachhaltig unter die 8000 Punkte fallen. Tut er es doch, sollten Anleger bei 7700 Zählern erst mal aussteigen.

Risiko: Das erste – unwahrscheinliche – Risiko besteht darin, dass die Notenbanken ihre Geldflut stark eindämmen. Das zweite, ungleich größere Risiko liegt in einer Verschärfung des Konflikts zwischen der Nato und Russland; das Risiko von Kreditausfällen Moskaus steigt ohnehin. Zudem sollten Anleger China im Blick behalten. Die Immobilien- und Kreditmärkte senden dort deutliche Krisensignale und könnten ein Auslöser für Aktienverkäufe sein.

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