Aktienmarkt: Wie Anleger Verlustrisiken senken und Kursgewinne absichern

Aktienmarkt: Wie Anleger Verlustrisiken senken und Kursgewinne absichern

von Hauke Reimer

Die Börsen sind alarmiert, Russland und China drücken die Stimmung, Sanktionen könnten den Handel bremsen. Für Anleger ist es Zeit, die Risiken im Aktiendepot zu senken und Gewinne abzusichern.

Aus den Reaktionen der Märkte bei Ausbruch des Konflikts lässt sich zuverlässig ablesen, was bei einer Verschärfung der Krim-Krise zu erwarten ist. Der erste Reflex ist immer der gleiche: Raus aus als riskant eingeschätzten Anlagen, rein in sichere Häfen. Also fallen Aktien, Gold gewinnt, ebenso Bundes- und US-Staatsanleihen. Letztere haben dazu den Vorteil, dass sie in der traditionellen Fluchtwährung Dollar notieren. In der Krim-Krise kommen weitere Effekte dazu: Öl, Gas, Weizen werden teurer, weil Produktion in und Export aus den Krisenstaaten gebremst werden können. Russische Aktien und Aktien deutscher Unternehmen, die viel Geschäft mit Russland machen (ein starkes „Russland-Exposure“ haben, wie die Börsenprofis fachkauderwelschen) leiden, weil Sanktionen auf die Geschäfte drücken: Generikahersteller Stada, Metro, die ihre Russland-Supermärkte kaum demnächst an die Börse bringen werden, Carlsberg Bier mit mehr als einem Drittel Umsatzanteil in Russland und der Ukraine, BASF mit einem Viertel des Jahresumsatzes, Japan Tobacco (15 Prozent) oder Adidas (13 Prozent). Bei den Banken waren die österreichische Raiffeisenbank International und Société Générale angeschlagen.

US-Werte sind weniger betroffen

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Roman Zulauf im Interview Deutsche Aktien werden besonders leiden

Die jüngsten Kursrückschläge an der Börse sind nur ein Vorgeschmack auf das, was Aktionären noch bevorsteht, erklären Roman Zulauf, Sohn von Börsenlegende Felix Zulauf, und sein Kollege Daniel Franc.

Roman Zulauf ist der Sohn des berühmten Schweizer Vermögensverwalters Felix Zulauf. Vor einem Jahr gründete er zusammen mit seinem Vater die Vermögensverwaltung Vicenda Asset Management, deren Anlagestrategie sich an gesamtwirtschaftlichen Trends ausrichtet. Die beiden Zulaufs teilen sich die Rolle des CIO (Chief Investment Officer). Quelle: Christian Grund für WirtschaftsWoche

Die EU hat mit der Androhung von Sanktionen die Büchse der Pandora geöffnet. Russland steht im Ausland mit 732 Milliarden Dollar in der Kreide, fast alle Kredite gingen an staatliche und halbstaatliche Unternehmen und Banken. Die vier großen US-Banken haben nur 24 Milliarden Dollar ausgeliehen, der überwiegende Teil der Kredite kam aus Europa. Kommt der Westen mit Sanktionen, könnten russische Unternehmen oder Banken ausfallen; Putin und Genossen werden dann lapidar auf die geschäftsschädigenden Sanktionen verweisen. Für Euro-Banken ein Horrorszenario.

Weniger heftig betroffen sind US-Werte. „Die Rhetorik über Kriegsgefahr und eine neue Kalter-Krieg-Mentalität Moskaus waren sicher nicht hilfreich, aber die Auswirkungen von außenpolitischen Krisen auf US-Aktien sind begrenzt“, schreibt Citi-Stratege Tobias Levkovich. Tatsächlich beutelte es den US-Index S&P 500 weniger als die exportorientierten Dax-Werte.

Profiteure sind auch die Ölaktien. Nicht gerade BP, deren Börsenwert zu zehn Prozent aus der Beteiligung an der russischen Rosneft besteht, eher schon die norwegische Statoil. Befürchtungen über steil ansteigende Energiepreise wurden schon relativiert. „Sogar auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges flossen Öl und Gas ununterbrochen. Der Westen braucht Russlands Öl und Erdgas. Russland wiederum braucht das Geld aus dem Westen, um seine gebeutelte Wirtschaft zu finanzieren“, so Ole Hansen, Rohstoffexperte der Saxo Bank.

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