Aktienstrategie: Mit Top-Marken die Krise überstehen

Aktienstrategie: Mit Top-Marken die Krise überstehen

, aktualisiert 24. November 2011, 09:26 Uhr
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Coca Cola gilt als wertvollste Marke der Welt - und erfreut auch die Anleger.

von Jörg HackhausenQuelle:Handelsblatt Online

An den Börsen spielen die Kurse verrückt. Anleger sollten sich dennoch nicht entmutigen lassen. Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt auf bekannte Marken. Denen können Sie eher vertrauen als manchem Staat.

DüsseldorfSteve Jobs hat Apple zu einem Weltkonzern gemacht. Er hat am laufenden Band für Innovationen gesorgt. Der Tod des genialen Erfinders reißt eine riesige Lücke. Doch er hinterlässt ein bestens aufgestelltes Unternehmen. An der Börse ist Apple mehr als 350 Milliarden Dollar wert – das ist so viel wie die fünf größten Unternehmen im Dax zusammen. Und für eine kurze Zeit war Apple sogar mehr wert als jedes andere auf der Welt. Apple verdrängte vor einigen Wochen den Ölkonzern Exxon Mobile als größtes Unternehmen der Welt.

Der fabelhafte Aufstieg des Computerkonzerns hat sich auch für die Anleger ausgezahlt: Der Kurs der Apple-Aktie ist in den vergangenen fünf Jahren um 350 Prozent gestiegen. Anders ausgedrückt: Wer vor zehn Jahren 10 000 Dollar in die Aktie investiert hätte, der hätte daraus 45 000 Dollar gemacht.

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Apple mag ein Ausnahmekonzern sein, aber er bestätigt eine Regel. Unternehmen, die weltweit bekannt sind und eine starke Marktposition haben, sind auch an der Börse erfolgreicher – vor allem in der Krise. Bei den großen Markenunternehmen finden Anleger die Sicherheit, die es bei Staatsanleihen nicht mehr gibt. „Eher wird der Schweizer Staat pleitegehen als dass Nestlé seine Schulden nicht mehr bedient“, so Bert Flossbach, Gründer und Vorstand der Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch in Köln.

Im Angesicht von Schuldenkrise, Bankenbeben und drohendem Wirtschaftsabschwung sind Firmen erste Wahl, deren Produkte aus dem Alltag nicht wegzudenken sind. Noch besser ist es, wenn die Firma nicht nur in einem Land, sondern weltweit aktiv ist. Dann ist sie weniger anfällig für Schwierigkeiten in einzelnen Märkten. Und je leichter das Geschäftsmodell eines Unternehmens zu begreifen ist, desto einfacher ist es auch für Anleger, die langfristigen Geschäftsaussichten zu bewerten.


Die wertvollsten Marken der Welt

Das weiß auch der legendäre Investor Warren Buffett. Er hält in guten und in schlechten Zeiten zu starken Marken. Er sagt: „Wenn jemand gute Aktien hat, wäre er verrückt, wenn er nur wegen eines Kursrückschlags verkaufen würde. Ich suche Unternehmen, die ich verstehe und von deren Zukunftsaussichten ich überzeugt bin.“

Ein Unternehmen, das es dem Milliardär angetan hat, ist Coca-Cola. Sein erstes Geld verdiente Buffett in den 30er-Jahren, indem er Cola im Sechserpack für 25 Cent kaufte und die Einzelflaschen für jeweils fünf Cent wieder verkaufte. Heute ist er einer der größten Anteilseigner des Konzerns. Und natürlich trinkt er gerne Cola, am liebsten Cherry Coke. Jedes Kind auf der Welt kennt die Firma, jeder weiß, dass sie ihr Geld mit brauner Brause verdient. Der weltweit führende Hersteller von Softdrinks ist in über 200 Ländern vertreten. Mehr als zwei Drittel des Umsatzes macht der US-Konzern außerhalb seines Heimatlands. Um die Zahlungsfähigkeit von Coca-Cola dürfte es besser stehen als um die des amerikanischen Staates.

Für die Marktforschungsgesellschaft Interbrand ist Coca-Cola die wertvollste Marke der Welt. Interbrand ermittelt jedes Jahr die 100 besten Marken der Welt; die Bestenliste, die daraus entsteht, nennt sich „Global Brands“. Auf den Plätzen hinter Coca-Cola folgen IBM, Microsoft und Google. Größter Aufsteiger in diesem Jahr ist – wie könnte es anders sein – Apple. Apple hat sich auf Platz acht der Rangliste vorgearbeitet. Das ist insofern beachtlich, da sich die Zusammensetzung der Top-10 in den vergangenen Jahren kaum geändert hat. „Dass sich in der Top-10 des Rankings seit Jahren mehr oder weniger stets dieselben Namen finden, erklärt sich dadurch, dass Markenwerte deutlich weniger im Wert schwanken als andere Wirtschaftsgüter“, so Nik Stucky, Chef der Markenbewertung bei Interbrand.

Wer die Markenaktien im Depot liegen hat, dürfte also hocherfreut sein. Die meisten Papiere haben auf Sicht von fünf Jahren – also mitten im Sturm der Finanzkrise – ansehnliche Kursgewinne zu bieten: Die Aktie von Coca-Cola ist um 42 Prozent gestiegen, die von IBM um 100 Prozent und die Anteilscheine von McDonald sogar um 122 Prozent. Zum Vergleich: Der US-Aktienindex hat auf Sicht von fünf Jahren zwölf Prozent verloren.


Markenwert hat seinen Preis

Auffällig ist, wie viele Technologiefirmen unter den Topmarken vertreten sind, insgesamt sechs der Top-10 – IBM (Rang 2), Microsoft (3), Google (4), Intel (7), Apple (8) und HP (10). Hinzu kommen noch Firmen aus dem Bereich Konsum wie Coca-Cola (1) oder McDonalds (6). Banken verlieren dagegen immer weiter an Boden. Das sollte jedem Anleger zu denken geben.

Deutschland stellt fünf der besten 50 Firmen. „Alle deutschen Marken steigerten ihren Markenwert und haben im Kopf-an-Kopf-Rennen mit ihren Konkurrenten allesamt besser abgeschnitten“, erklärt Cassidy Morgan, Chef von Interbrand in Europa. Die Deutschen punkten in der Rangliste vor allem mit Automobilmarken und Investitionsgütern. Die beste deutsche Marken-Aktie: Volkswagen mit einem Wertzuwachs von 141 Prozent in fünf Jahren, BMW kommt immerhin auf ein Plus von einem Viertel.

Natürlich sind die stärksten Marken nicht billig zu haben. „Ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis kann, muss aber nicht ein Indiz für eine Überbewertung des Unternehmens sein. Unternehmen mit starken Marken sind oft hoch bewertet, weil sie stetiges Wachstum generieren und der Aktienkurs schon die Wachstumshoffnung für die kommenden Jahre widerspiegelt“, erklärt Börsenhändler Dirk Müller in seinem Buch „Cashkurs“.

Das zeigen die Beispiele McDonald’s, CocaCola und Google. Die Unternehmen sind an der Börse mit dem 18-Fachen eines Jahresgewinns bewertet. Das spiegelt die hohen Erwartungen wider. Auf der anderen Seite erhalten Anleger Aktien, die selbst bei Börsenturbulenzen – so wie in den vergangenen Monaten – nicht ins Wanken geraten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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