Alternativloses Edelmetall: Gold - auf 100 Käufer nur ein Verkäufer

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Alternativloses Edelmetall: Gold - auf 100 Käufer nur ein Verkäufer

von Frank Doll

Obwohl sich der Dollar immer mehr von einer Leit-Währung zu einer Leid-Währung entwickelt, trennen sich Großinvestoren von Goldfonds. Privatanleger lassen sich davon nicht verunsichern. Für sie bleibt das Edelmetall alternativlos.

Die US-Notenbank Fed druckt weiter Geld, der Leitzins bleibt noch ewig unten und die Regierung in Washington ist de facto bankrott. Das weiß jetzt auch die ganze Welt nach dem Trauerspiel um die Anhebung der Schuldengrenze und sie wird daran schon bald wieder erinnert. Folgerichtig hat die chinesische Ratingagentur Dagong gestern die Bonität der USA abgestuft. Der Dollar wird sich somit wohl weiter von einer Leit-Währung in eine Leid-Währung verwandeln.

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Hinter dem Preisverfall stecken mächtige Spieler an den Finanzmärkten. Gold bietet deshalb jetzt Chancen - es ist zudem die letzte steuerfreie Geldanlage.

Der Goldpreis hat Fahrt aufgenommen. Einiges spricht dafür, dass der Preis für die Feinunze langfristig weiter steigt. Quelle: dpa

Da erstaunt es, dass sich Großinvestoren immer noch von börsennotierten Goldfonds trennen, die mit Standardbarren à 400 Unzen besichert sind. Allein gestern flossen 370 Barren aus den vom Börsendienst Bloomberg erfassten Gold-ETFs ab. Seit Monatsbeginn summieren sich die Abflüsse auf über 2.650 Barren oder gut eine Million Unzen.

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Die wichtigsten Fakten zu Gold

  • Goldnachfrage

    Die gesamte Goldnachfrage im dritten Quartal 2014 betrug 929,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 952,8) gefallen.

    Quelle: World Gold Council

  • Schmucknachfrage

    Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im dritten Quartal 2014 insgesamt 534,2 Tonnen und ist damit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 556,3) gefallen.

  • Industrienachfrage

    Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im dritten Quartal 2014 auf 97,9 Tonnen und fiel, verglichen mit den 103,1 Tonnen im dritten Quartal 2013, um fünf Prozent.

  • Goldbarren- und Münznachfrage

    Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im dritten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 245,6 Tonnen. Ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q3: 312,3).

  • EFTs und ähnliche Produkte

    Dass die Gesamtnachfrage nach Gold gefallen ist, ist auch auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen. Im dritten Quartal 2014 beliefen sich diese auf 41,3 Tonnen. Allerdings ist das deutlich weniger als im Vorjahr. Im dritten Quartlal 2013 betrugen sie noch 120,2 Tonnen.

  • Notenbanken

    Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im dritten Quartal 2014 92,8 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von neun Prozent (Q3'13: 101,5).

  • Investment gesamt

    Die Goldnachfrage im Investment belief sich im dritten Quartal 2014 auf 204,4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von sechs Prozent, im Vorjahresquartal waren es 192 Tonnen.

Ein ganz anderes Bild vom Goldmarkt vermittelt dagegen der Markt für Anlagemünzen. Die weltweit am meisten verbreitete Anlagemünze, das mehr als 50 Millionen Mal geprägte Ein-Unzen-Stück des südafrikanischen Krügerrand, ist in verschiedenen Jahrgängen nahezu komplett ausverkauft. Die Rand Refinery konzentriert sich seit Monaten ausschließlich auf die Produktion des 1-Unzen-Krügerrand des aktuellen Jahrgangs. Kleinere Stückelungen werden wegen der hohen Auslastung der Kapazitäten derzeit nicht geprägt. Lieferengpässe bei Goldmünzen bestehen nicht nur am Kap, sondern auch in Down Under. Die australische Perth Mint produziert wegen der starken Nachfrage an Werktagen derzeit rund um die Uhr und fährt an Wochenenden Doppelschichten. Ähnliches Bild in Nordamerika: Die US Mint hat bereits seit Monaten mit Lieferproblemem zu kämpfen. Es kann bis zu vier Wochen dauern, bis der American Eagle in Gold und Silber bei den Kunden einfliegt. Die Royal Canadian Mint ist dazu übergegangen, Lieferungen auf eine gewisse Stückzahl pro Woche und Kunde zu limitieren, um der starken Nachfrage nach Maple Leaf gerecht zu werden.

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„Die Aussichten für physisches Gold könnten aktuell nicht besser stehen – der Privatanleger hält seine Position, es fließen keine zirkulierten Münzen mehr in den Markt, die Aufgelder erhöhen sich und in den Medien wird wenig über Gold berichtet“, sagt Daniel Marburger vom Jewellers Trade Services in London. Das Edelmetallhandelshaus vertreibt über die Onlineplattform CoinInvestDirect.com Anlageprodukte aus Gold und Silber europaweit auch an Privatanleger. Derzeit käme auf 100 Käufer nur ein Verkäufer, berichtet Marburger.

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7 Kommentare zu Alternativloses Edelmetall: Gold - auf 100 Käufer nur ein Verkäufer

  • Der SPDR(GLD)-ETF ist wahrscheinlich nur ein Betrugsvehikel, aus dem Kleinanlger im Ernstfall nichts vom hinterlegten Gold sehen werden. (Inwieweit überhaupt eine 100%ige Golddeckung erfolgt, ist ebenfalls fraglich). Es gibt im Bedarfsfall dann nur Papier, während lediglich die Großanleger wie GS und JPM ihre Fondsanteile in Gold tauschen können. Zum Traden mögen die ETFs ganz ok sein, für eine langfristige Anlage mit Versicherungsfunktion sind die meisten Gold/Silber-ETFs sicherlich völlig ungeeignet.

  • Kann mir das einer erkläre, was das heißt:
    "Auf hundert Käufer kommt nur ein Käufer."

    Für mich war bisher Kauf immer ein zweiseitiges Rechtsgeschäft:
    1 Käufer - 1 Verkäufer.

    Und von wem kaufen jetzt die 99 Käufer?

  • Naja, was bleibt anderes übrig?
    - wenn die Zentralbanken Geld drucken, als gäbe es kein morgen mehr.
    - wenn die westliche Zivilisation im Schuldensumpf versinkt, bei dem es mit mathematischer, zwingender Sicherheit zur Währungsreform kommen muß.
    - wenn die Staatskrake, im EUlirium taumelnd, die Zukunft unserer Kinder in den maroden Südbanken verscherbelt.
    - wenn dieser Staat in seiner Not Zwangsabgaben auf das Vermögen erheben will, wie vom IWF jetzt vorgeschlagen.

    Da bleibt einem nur die Wahl: Entweder man hat Gold, oder man hätte Gold gerne gehabt.

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