An- und Verkauf von Edelmetallen: Wo Goldhändler knausern

ThemaGold

An- und Verkauf von Edelmetallen: Wo Goldhändler knausern

Bild vergrößern

Um alten Goldschmuck zu Geld zu machen gibt es zahllose Angebote von Goldhändlern. Ein Vergleich lohnt sich.

von Andreas Toller

Jahrelang schossen in den Städten die Goldhändler wie Pilze aus dem Boden. Was beim Kauf und Verkauf von Gold zu beachten ist, womit Kunden rechnen müssen.

Nicht nur die Vorweihnachtszeit lädt jetzt zum Goldkauf ein, sondern auch der niedrige Goldkurs. Zum Jahresbeginn stand der Goldpreis noch bei mehr als 1350 Euro je Feinunze. Seitdem ging es um 25 Prozent bergab. Viele Kenner des Goldmarktes glauben zudem an eine Renaissance des Edelmetalls unter Anlegern. Demnach ist es durchaus möglich, dass der Goldpreis in den kommenden Monaten wieder deutlich anzieht. Andererseits verkaufen viele Investoren ihr Gold, weil sie sich entweder mit Immobilien sicherer fühlen oder mit Aktien auf mehr Rendite hoffen.

Für Freunde von Gold war der vergangene Mittwoch ein spannender Tag. Zunächst kündigte die britische Finanzaufsicht an, auch den Referenzpreis für das gelbe Edelmetall einer Prüfung wegen möglicher Manipulation zu unterziehen. Zu allem Überdruss sorgten auch die Konsumdaten aus den USA für Unruhe am Goldmarkt. Der größte börsengehandelte Goldfonds SPDR Gold Trust stand auf der Verkaufsliste, deren Goldbestand sank auf das niedrigste Niveau seit Februar 2009. Der Goldpreis sank daraufhin im Tagesverlauf von 939,60 Euro auf weniger als 930 Euro – ziemlich viel für wenige Stunden. Zum Ende des Handelstages stand er dann nur noch bei 923,52 Euro je Feinunze – ein Minus von 1,8 Prozent. Sein Jahrestief erreichte Gold zuletzt im Sommer mit 908 Euro.

Anzeige

Vermutlich wäre ein anderer Tag für den Verkauf von Gold günstiger gewesen. Aber ich will den Goldhändler-Test machen und die Preise vergleichen. Mit einem goldenen Ring am Finger mache ich mich auf, um herauszufinden, wie viel das Schmuckstück einbringt, wenn ich es verkaufe. Weit muss ich dafür nicht, denn nur fünf Gehminuten vom Arbeitsplatz entfernt finden sich gleich ein knappes Dutzend potenzielle Abnehmer für den Ring.

Der Markt in Deutschland ist auf der Ankaufseite sehr stark fragmentiert. Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Geschäftsführer bei Degussa Goldhandel, dem größten Goldhändler in Deutschland, geht von tausenden Goldankäufern im Bundesgebiet aus. „Wir schätzen, dass in diesem Jahr etwa 90 Tonnen Feingold zurück in den Kreislauf kommen – und dass dafür von den Goldhändlern grob geschätzt das Doppelte an Material angekauft wurde“, sagt Wrzesniok-Roßbach. Das kleinteilige Geschäft mit Schmuck, Zahngold, Münzen und kleinen Barren macht sich für die Ladenbesitzer offenbar bezahlt. „Ich gehe davon aus, dass viele Goldankaufstellen auch als Nebentätigkeit betrieben werden.“ Ein halbes Kilo Gold im Monat sollte dann schon ausreichen, um davon zu leben.

Was beim Altgoldverkauf zu beachten ist

  • Wie erkennen Sie einen seriösen Edelmetall-Händler?
    • Transparente Angebotsgestaltung: Der Goldverkäufer sollte sofort erkennen können, was er für sein Gold bekommt – ohne versteckte Gebühren oder Kosten.
    • Seriöse Altgoldkäufer machen zumindest den chemischen Abriebtest und wiegen mit einer geeichten Präzisionswaage.
    • Wer Schmuck und Gegenstände aus Edelmetall zum Altgoldaufkäufer bringt, sollte die Möglichkeit haben, diesen einschmelzen und die Zusammensetzung genau analysieren zu lassen. Das Ergebnis sollte die enthaltenen Anteile verschiedener Metalle genau aufschlüsseln und das in den Legierungen vorkommende Platin oder Palladium dem Kunden ebenfalls gutgeschrieben werden.
    • Seriöse Händler raten davon ab, besonders wertvolle Stücke einzuschmelzen, sondern empfehlen im Sinne des Kunden einen Verkauf auf anderen Wegen, um möglicherweise einen Preis oberhalb des reinen Materialwerts zu erzielen.

    Quelle: proaurum.de; eigene Recherche

  • Wo Skepsis angebracht ist
    • Kleine Händler, die in Schlüsseldienst-Werkstätten, Paketshops oder im Kiosk Goldankaufen, kommen auf die nötigen Mengen, um gute Preise anbieten zu können.
    • Ein Ankaufangebot ohne die Edelmetallgegenstände zu wiegen und ohne sie auf Echtheit zu prüfen, ist unseriös
    • Ankäufer sollten auch unaufgefordert Angaben zu Gewicht und Legierung machen.
    • Angebote, das Altgold postalisch zu verschicken, sollten nur nach Prüfung der Vertrauenswürdigkeit des Händlers und mit umfassenden Versicherungsschutz genutzt werden.
  • Verkauf von Altgold richtig vorbereiten
    • Zunächst Schmuckstücke anhand der Stempel (333er, 585er oder 750er Gold) sortieren.
    • Diese Gruppen wiegen. Anhand des Feingoldgehalts auf dem Stempel und mit dem aktuellen Börsenkurs in Euro den überschlägig berechnen. Um den Kurs für ein Gramm Gold zu erhalten, teilen sie den Preis für eine Feinunze Gold 31,1. Ein 333er-Stempel entspricht dabei einem Feingoldgehalt von 33,3 Prozent. Die Rechnung Gesamtgewicht * Goldgehalt * Börsenkurs pro Gramm ergibt den Materialwert. Davon ziehen die Altgoldhändler ihre Marge ab.

  • Was bedeuten die Stempel?

    Wesentlich ist hier der Feingehalt des Edelmetalls, der eingestempelt ist. Beispielsweise besteht 585er Gold (14 karat) zu 585 Tausendstel des Gewichts aus Gold und zu 415 Gewichtsanteilen aus Zusatzmetallen (wie beispielsweise Silber, Kupfer, Palladium, Nickel oder Wolfram). Durch Beimischung von Kupfer oder Palladium wird etwa Rotgold oder Weißgold hergestellt.

  • Welche Rolle spielen die Börsenpreise

    Wer sein Gold verkaufen will, sollten den Goldpreis an der Börse stets im Blick behalten. Gehandelt wird Gold in US-Dollar. Wer verkaufen will, bekommt jedoch Euro. Der Goldpreis in Euro hängt somit auch vom Wechselkurs zwischen Dollar und Euro ab. Der Goldkurs an der Börse ist die Grundlage für die Berechnung des Wertes eines Schmuckstückes.

  • Kostet der Verkauf etwas?

    Ein klassischer Abschlag für die Schmelze und Analyse alter Edelmetalle sollte im Bereich von 10 bis 15 Prozent vom reinen Edelmetallwert und nicht höher liegen. Gute Anbieter vergüten auch eventuell enthaltenes Platin und Palladium. Es gibt auch Ankäufer, die einen höheren Ankaufspreis zahlen, stellen aber die Schmelz- und Scheidekosten separat in Rechnung – das sollten Kunden in jedem Fall berücksichtigen. Bearbeitungsgebühren gibt es meistens nicht, da diese im Preis inkludiert sind.

  • Eignen sich Scheideanstalten für den privaten Verkauf?

    Nur sehr wenige Scheideanstalten bieten Privatpersonen den Ankauf von Altgold an. Grundsätzlich wäre es auch nicht ratsam, sich direkt an eine Scheideanstalt zu wenden, da man als Privatperson dort nur geringe Mengen zur Schmelze einreicht und aus dem Grund die Schmelz- und Scheidegebühren prozentual höher ins Gewicht fallen. Einige bieten jedoch auch den Kauf und Verkauf von Goldschmuck und Altgold an zu durchaus fairen Preisen.

Für den, der Gold verkaufen will, heißt das aber auch: unbedingt vergleichen. Wer etwa alten Goldschmuck zu Geld machen will, sollte lieber genau hinschauen, denn die gezahlten Preise können erheblich auseinanderklaffen.

Weil ich im Internet gelesen habe, dass sie die höchsten Preise zahlen sollen, ist meine erste Anlaufstelle eine sogenannte Scheideanstalt. Sie kaufen Goldschmuck und anderes edelmetallhaltiges Material an und schmelzen es ein. Beim anschließenden chemischen Scheideprozess gewinnen sie reines 999er Feingold und trennen es von anderen Edelmetallen wie Platin, Palladium oder Silber. Anschließend verkaufen sie es wieder in Form von Barren oder als Granulat – Granalien genannt - an Edelmetallhändler, Goldschmiede, Industrie und Anleger.

Anzeige

3 Kommentare zu An- und Verkauf von Edelmetallen: Wo Goldhändler knausern

  • Der Goldpreis wird jeden Morgen an einem für solche Dinge bekannten Orte von 4 Banken ausgekungelt. Gehandelt wird dot nicht mit existierendem Gold, das von A nach B geliefert wird, sondern mit Bytes und Fiktionen, die alle einen klingenden Namen haben und damit naive Menschen beeindrucken sollen.

    Der reale Goldpreis bildet sich aber auf dem freien Markt, der stets mit einer Lieferung der Ware verbunden ist. Zum Beispiel die Schmuckindustrie zeigt diese wahren Verhältnisse: Vor ca. 1 Jahr noch galt die grobe Regel, daß Goldschmuck im Geschäft unabhängig von der Formgebung etwas 2,5 .. 3 mal so viel kostet wie das darin enthaltenen reine Gold, dessen Wert auf Kitco (London) als Euro-Barrenpreis zu sehen ist. Beispiel: eine 20g-Kette aus 585er Gold mit folglich 11,7 g Gold hätte, wenn bei Kitco 40 Euro/g gestanden hätte, beim Händler 468 Euro * (2,5 .. 3) = 1.170 ..1.404 Euro gekostet. Nimmt man den heute auf 30 Euro/g heruntermanipulierten Wert an, müßte der Schmuck billiger geworden sein, genauer nur ¾ davon kosten, also etwa 877,50 ... 1.053,- Euro. Das ist aber keineswegs so ! Die Schmuckpreise sind bei gleichem Gewicht nicht gefallen, sondern eher gleich geblieben, so daß effektiv die Preissenkung im Handel gar nicht stattfindet. Zusätzlich langt man noch einmal hin, indem das 585er Gold einfach durch 375er-Gold ersetzt wird. Das sieht man jetzt überall in den Auslagen. Wer statt 375er wieder 585er Gold haben wollte, muß 56 % mehr Goldanteil investieren. Das ist ein verkappter, massiver Goldpreisanstieg auf dem freien Markt.

    Die offiziellen Goldpreise bei Kitco etc. täuschen etwas vor, was mit der Realität nichts zu tun hat. Daher verkaufen Privatleute auch kein Gold. Allerdings verkaufen Banken zu dem obigen Spottpreis, weil sie ja sagen, daß Gold nicht mehr wert sei. Die Chinesen, die vor einigen Jahren nur 1000 Tonnen hatten, haben sich inzwischen einige 1000 Tonnen dazugekauft. Wer 3.000 Milliarden € hat, kann sich dafür bis 100.000 Tonnen Gold kaufen!!

  • Jeder der ein paar Euro übrig hat kann bei den bekannten Händlern Goldbarren und -münzen mit minimalem Aufgeld zum Spotpreis kaufen. Da gibt es überhaupt keine verkappten Aufschläge oder Preissteigerungen. Ausser in Indien wo die Regierung die Einfuhr von Gold stark begrenzt hat, aber sogar da beträgt der Aufpreis nur ca. 10-15%. Es gibt (noch.) keinen Unterschied im Preis zwischen Papiergold und physischem Gold

  • G o l d a n k a u f,
    wußten Sie, daß ein erfolgreiches Auktionshaus und dazu auch noch ein
    öffentlich bestellter und vereidigter Versteigerer der IHK weder einen
    Goldankauf tätigt, noch Wertsachen aller Art: z.B. Antiquitäten - Gemälde - Münzen - Silber u.a. ankauft?

    1. Es besteht keine Notwendigkeit.

    2. Der vereidigte Versteigerer möchte, daß Sie über eine Auktion den
    Höchstpreis erzielen.

    3. Sollten Sie niemals wertvolle Objekte (auch nicht die geerbten verkaufen - ohne vorher einem Versteigerer/Sachverständigen diese zur Begutachtung und Wertermittlung vorgelegt zu haben).

    4. Die vereidigten Versteigerer/ Sachverständigen der IHK /
    Handwerkskammer werden ständig von den Behörden überwacht.
    Der Gesetzgeber hat die Institution der öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen / Versteigerer geschaffen, um der Allgemeinheit schlechthin Spezialwissen zur Verfügung zu stellen. Somit soll die Bestellung nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, Publikum, Behörden und Gerichten die Möglichkeit geben, sich solcher Personen zu bedienen, die aufgrund behördlicher Überprüfung die Gewähr für Zuverlässigkeit und besonderer Sachkunde bieten und daher für bestimmte Sachgebiete als unparteiische Gutachter geeignet sind.

Alle Kommentare lesen
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%