Angst vor Blase: DSW warnt vor Zalando und Rocket Internet

Angst vor Blase: DSW warnt vor Zalando und Rocket Internet

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Die Party ist vorbei: Konfetti und leere Päckchen liegen nach dem Börsengang des Online-Händlers Zalando zusammengekehrt auf dem Parkett.

Sorge vor einer neuen Dotcom-Blase: Die Aktionärsvereinigung DSW warnt Privatanleger vor dem Kauf von Aktien des Online-Modehändlers Zalando und des Internet-Konglomerats Rocket Internet.

"Vorsicht vor einem neuen Neuen Markt. Das ist nichts für sicherheitsbewusste Privatanleger", sagte DSW-Vize-Präsident Klaus Nieding am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. "Es ist ein spekulatives Investment." Der Kauf von Zalando-Aktien, die bei ihrem Börsendebüt am Mittwoch deutlich über dem Ausgabepreis von 21,50 Euro notierten, berge große Risiken, sagte Nieding. Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren keine Gewinne erwirtschaftet. Zudem hätten die früheren Mehrheitsaktionäre weiter großen Einfluss.

Noch kritischer sieht Nieding den für Donnerstag geplanten Börsengang von Rocket Internet; die Firma ist weltweit an Dutzenden Start-Ups beteiligt. Die meisten von ihnen schreiben rote Zahlen.

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Rocket Internet will an der Börse 1,6 Milliarden Euro einsammeln und würde dann insgesamt mit bis zu 6,7 Milliarden Euro bewertet. Das Unternehmen wäre damit mehr wert als die Lufthansa, die derzeit auf eine Marktkapitalisierung von knapp sechs Milliarden Euro kommt. Nieding findet das absurd und fühlt sich an die Jahrtausendwende erinnert, als die Kurse defizitärer Internet- und IT-Firmen durch die Decke gingen.

"Bei der Lufthansa haben Sie Flugzeuge, die Sie anfassen können, und ein Geschäftsmodell, das seit Jahren bewiesen hat, dass es Gewinne erwirtschaften kann", sagte Nieding. "Bei Rocket Internet und Zalando kaufen sie - wie bei den Neuen-Markt-Werten - im Grunde genommen Hoffnung."

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Die Deutsche Börse hatte den Neuen Markt 1997 inmitten des Technologie-Booms geschaffen, damit junge Unternehmen rasch an Eigenkapital kommen. Bis 2000 erreichten die Kurse vieler Internetfirmen astronomische Höhen, bevor sie nach dem Platzen der "Dotcom-Blase" abstürzten. 2003 wurde das Segment eingestellt. Der aktuelle Börsenboom ist laut Nieding darauf zurückzuführen, dass es auf der Bank kaum noch Zinsen gibt und Geld im Überfluss vorhanden ist. "Das ist eine rein liquiditätsgetrieben Hausse."

Der weltweite Markt für Börsengänge sei heiß gelaufen, sagt auch Nigel Bolton, Fondsmanager beim weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, "zu heiß, wenn Sie mich fragen". Nun schwappe die Welle nach Deutschland, sagte er dem "Handelsblatt". Blackrock prüfe alle Börsenkandidaten. "Aber man darf sich nicht vom Hype um Börsengänge anstecken lassen."

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