Anlage-Trend: Crowdinvesting schlüpft aus den Kinderschuhen

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Anlage-Trend: Crowdinvesting schlüpft aus den Kinderschuhen

von Saskia Littmann

Immer mehr Privatanleger finanzieren durch Crowdinvesting junge Unternehmen. Jetzt kommt mit Bergfürst ein neues Investmentportal auf den Markt. Doch Vorsicht: Der Markt der Schwarmgeldgeber ist kaum reguliert.

Die Idee ist ausgefallen. Werbung auf Tampon-Packungen. Das Start-Up Tampons For You will die Produkte werbegesponsert im Abo vertreiben. Angemeldeten Mitgliedern flattert die Tampon-Packung als Lifestyle-Objekt kostenlos ins Haus, die werbenden Unternehmen erreichen ihre weibliche Zielgruppe auf dem direkten Weg.

Auch wenn das Geschäftsmodell überzeugend klingt, hätte wohl kaum eine Bank bereitwillig ihr Portemonnaie geöffnet und Kredite vergeben. Macht zum Glück nichts, denn die beiden Gründerinnen Andrea Bregar und Isabella Kurth sammeln ihr Kapital lieber gleich bei Seedmatch ein, einem Internet-Portal für Crowdinvesting. Schließlich gibt es mittlerweile genug Privatinvestoren, die ihr Geld Start-Ups wie Tampons For You leihen.

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Dank Crowdinvesting sind Unternehmensbeteiligungen für Privatanleger längst nicht mehr nur in Form von Aktien möglich. Über Online-Plattformen wie Seedmatch, Innovestment oder bestBC kann sich jeder schon mit wenig Geld an vielversprechenden Start-Ups beteiligen.

Vor rund einem Jahr starteten die ersten Projekte, mittlerweile entwickelt sich Crowdinvesting immer mehr von der Nische zum Mainstream. Neue Portale kommen regelmäßig hinzu, erst diese Woche ging Gründerplus an den Start. Insgesamt haben Crowdinvesting-Portale in Deutschland bereits über zwei Millionen Euro an Kapital von der sogenannten Crowd, dem Schwarm der Anleger, eingesammelt. Finanziert haben sie damit 22 junge Unternehmen. Nicht zu verwechseln ist Crowdinvesting mit Crowdfunding. Dort werden künstlerische Projekte gefördert - finanzielle Erträge gibt es allerdings normalerweise nicht, sondern eher ein kleines Dankeschön wie eine CD oder eine Konzertkarte.

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Der Weg zum Schwarminvestor ist dabei leicht: Einmal auf der jeweiligen Plattform als Nutzer registriert, darf investiert werden. In der Regel können sich Anleger schon mit kleinen Beträgen ab 250 Euro beteiligen, beim Kölner Portal Innovestment sind es 1000 Euro. Damit erwerben die Investoren eine stille Beteiligung – nach außen treten sie also nicht als Gesellschafter auf.

Dafür werden sie nach Ablauf der Beteiligung anteilig am Wert des Unternehmens beteiligt – gleiches gilt für Gewinnausschüttungen. Ist das Start-Up also erfolgreich, winken dem Anleger hohe Renditen. Gleichzeitig droht beim Crowdinvesting der Totalverlust: Laut dem aktuellen Gründungsmonitor der KfW-Bank ist nach drei Jahren für rund ein Drittel der Unternehmensgründer in Deutschland der Traum vom eigenen Unternehmen wieder beendet. Einziges Trostpflaster für Crowdinvestoren: Normalerweise gibt es keine Nachschusspflicht, im Falle einer Insolvenz verliert der Anleger also lediglich den ursprünglich investierten Betrag.

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