Anlagemix: Wie die Renditejagd in der Zinswüste gelingt

Anlagemix: Wie die Renditejagd in der Zinswüste gelingt

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Viele Anlagemöglichkeiten sind inzwischen zu teuer oder unsicher. Da bleiben nur noch Aktien

von Christof Schürmann und Niklas Hoyer

Immobilien sind teuer, Lebensversicherungen unattraktiv, Aktien heiß gelaufen. Da hilft nur, systematisch zu streuen. Wer Rendite will, braucht auch Aktien.

Dass in der Finanzbranche jemand von anderen kein Geld mehr nimmt, kommt so selten vor wie ein Skirennen in der Sahara. Doch in diesem Jahr musste die Fondsabteilung der Schweizer Credit Suisse Anleger davor warnen, sie weiter mit Geld für ihr Produkt Equity Fund Small and Mid Cap Germany zuzuschütten. Der Fonds müsse „temporär“ geschlossen werden, weil sich die Manager außer Stande sehen, mehr als ein Volumen von 700 Millionen Euro sinnvoll in deutsche Nebenwerte, für die das Produkt konzipiert ist, zu investieren.

Solche Probleme haben Privatanleger nicht. Sie sehen sich eher außer Stande, real, also nach Abzug von Inflation und Steuern, ihr Geld über die Runden zu bringen. Dazu braucht es Aktien. Nicht nur, aber eben auch.

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Denn die Zustände, die Anleger vorfinden, wenn sie in andere Anlageklassen investieren, sind derzeit nicht berauschend:

Anleihen. Der globale Konjunkturaufschwung ist gefährdet – die Wende zu steigenden Zinsen in weite Ferne gerückt. Die Russland-Krise, die Probleme der Schwellenländer von China bis Brasilien und die Sparprogramme in Südeuropa sorgen für Verunsicherung. Inflation, die Notenbanken zwingen würde, die Zinsen anzuheben, ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die Sorgen der Finanzmärkte vor Deflation, also fallenden Preisen, sind groß wie seit Jahren nicht. Im Süden Europas fallen die Preise bereits. Die Agenda der Europäischen Zentralbank deutet daher auf weiter fallende Zinsen hin: So könnten die Zentralbanker Anleihen kaufen, Zinsen direkt senken oder gar Negativzinsen auf Einlagen berechnen.

Damit würden Anleihekäufe noch unattraktiver. Immerhin: Wer bereits Anleihen besitzt, würde bei Deflation zu den Gewinnern zählen. Denn in diesem Fall würde sich das in die Anleihen investierte Kapital trotz Niedrigzins real mehren.

Immobilien. In Deutschland werden Immobilien immer teurer – noch. Laut Verband der Pfandbriefbanken stiegen die Preise für Wohnimmobilien 2012 und 2013 im Schnitt um jeweils vier Prozent. Daten des Internet-Dienstes Immobilienscout24, basierend auf Angebotspreisen, signalisieren in begehrten Lagen bereits Überhitzung. In Berlin etwa sind Preise bestehender Wohnungen seit 2008 um 40 Prozent, in München um 56 und in Hamburg um 46 Prozent gestiegen. Jüngste Daten zeigen, dass der Preiszuwachs abflacht.

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Gold. Die Aussichten für Goldinvestoren haben sich aufgehellt. Hohe Zinsen, die zinsloses Gold weniger attraktiv machen, sind nicht in Sicht. Zudem gibt es deutliche Signale, dass die Verkaufswelle bei Goldfonds ausläuft. Bei physischem Gold – also Barren und Münzen – ist die Nachfrage seit Jahren größer als das Angebot, vor allem dank chinesischer Käufer. Seit Mitte Dezember 2013 hat Gold in Dollar um zehn Prozent zugelegt. Doch auch Gold ist – abgesehen von seiner wichtigen Funktion als Krisenversicherung – für Anleger derzeit kein Selbstläufer. Die physischen Käufe könnten bei einer Eintrübung der wirtschaftlichen Lage in China nachlassen. Schon jetzt rechnet der World Gold Council, eine Lobby-Organisation der Goldminenbetreiber, für dieses Jahr nicht mit großen Nachfragesteigerungen dort: Viele Chinesen hätten Schmuck- und Anlagekäufe 2013 vorgezogen. Zudem steckt vielen Anlegern der Preisverfall beim Gold noch in den Knochen (minus 32 Prozent seit dem Hoch bei über 1900 Dollar im September 2011).

Lebensversicherung. Wer jetzt noch eine Lebensversicherung abschließt, bekommt nur noch magere 1,75 Prozent Rendite garantiert. Und die auch nicht auf seine gesamte Prämie, sondern nach Abzug von Vertriebs- und Verwaltungskosten. 2015 könnte der Garantiezins für Neukunden gar auf 1,25 Prozent sinken. Im Schnitt zahlen Versicherer zwar noch deutlich mehr aus, zuletzt 4,3 Prozent. Doch die freiwillige Überschussbeteiligung sinkt, weil auch sie mit neu angelegtem Geld immer weniger Rendite schaffen. Bleibt die Zinswende dauerhaft aus, werden Versicherte das zu spüren bekommen – vor allem bei neuen Verträgen. Weil Versicherer bis vor einigen Jahren sogar noch vier Prozent garantierten, wächst jetzt für neue Kunden das Risiko, dass sie demnächst die alten Kunden ihres Versicherers subventionieren müssen. Ergo und Allianz haben neue Varianten eingeführt – ohne lebenslange Garantien, dafür mit der vagen Hoffnung auf höhere Renditen. Die wollen die Versicherer erreichen, indem sie das Geld der Kunden auch in Aktienfonds stecken.

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