Anlagestrategie: Das Erfolgsrezept der Yale-Stiftung

Anlagestrategie: Das Erfolgsrezept der Yale-Stiftung

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Der Chef der Yale-Stiftung, David F. Swensen.

Beim Treffen der Großanleger in Frankfurt war ein verwaltetes Vermögen von 500 Milliarden Euro im Saal. Mit dabei: der erfolgreiche Yale-Chefanleger David F. Swensen. Wie er der Elite-Uni zu 28 Milliarden Dollar verhalf.

Die Bühne in der Alten Oper gehörte am vergangenen Donnerstag den Virtuosen des Geldes. Die Frankfurter Fondsgesellschaft Lupus alpha hatte zu ihrer alljährlichen Investmentkonferenz eingeladen und 250 Vertreter von Großanlegern wie Stiftungen, Unternehmen, Pensionskassen und Lebensversicherern waren gekommen. Die durch niedrige Zinsen und strenge Kontrollen von Aufsichtsbehörden geplagten Großanleger erhofften sich Einblick in eine der erfolgreichsten Anlagestrategien: Der Chef der Yale-Stiftung, David F. Swensen gab einen Einblick in seine Strategie.

Swensen erzielte in Dollar gerechnet für die US-Uni in den vergangenen 30 Jahren jährlich ein Plus von 12,5 Prozent. Wobei es in einigen Jahren ein zweistelliges Plus gab, aber 2009 auch mal ein Minus von 25 Prozent. 2016 war das Ergebnis mit 3,4 Prozent normal und nicht außergewöhnlich. Swensen stimmte ein Loblied auf die Unternehmensbeteiligung an – per Aktie, als Wagniskapital oder kreditfinanzierte Übernahme. Diese Positionen machen rund zwei Drittel des 28 Milliarden Dollar schweren Yale-Stiftungsvermögens aus.

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Die Zuhörer sind nach einer Schätzung von Lupus alpha ebenfalls milliardenschwer. So soll ein Anlagevolumen von 500 Milliarden Euro im Saal versammelt gewesen sein. Die Erwartungen der Teilnehmer an den Markt haben also Gewicht. Sie können auch die Richtung bestimmen, in die Anlagemärkte tendieren. B

ei der Live-Umfrage im Saal kam heraus, dass viele durchaus optimistisch sind. 43 Prozent der Umfrageteilnehmer rechnen damit, dass es auch 2018 an den Aktienmärkten in Europa neue Kursrekorde geben wird. Lediglich 12 Prozent erwarten eine Kurskorrektur. Für den US-Aktienmarkt ist die Meinung, dass er neue Rekorde feiern wird, ähnlich stark vertreten wie die Erwartung, dass der US-Aktienmarkt nur seitwärts läuft. Ein Drittel von ihnen will 2018 neu oder stärker in Aktien investieren, 15 Prozent kaufen weiterhin Immobilien, jeweils 12 Prozent wählten auch Volatilitätsstrategien und Private Equity.

 Konjunktur läuft, Zinswende birgt Krisengefahr

VW-Stiftungs-Anlagechef Lehmann sieht auch wenig Grund für kontroverse Ansichten bei der Marktentwicklung zu Aktien. „Pessimismus ist nicht angebracht, denn etwa Italien könne auf eine gutbetuchte Bevölkerung setzen. Wenn die Politik es schaffe, dort die Steuern zu erhöhen, wäre die Schuldenproblematik etwas entschärft. Auch China habe zahlreiche Reformen bei Schattenbanken, Verschuldung, Korruption und Arbeitsmarkt eingeleitet, also manche Probleme, die zu einer weltweiten Krise führen könnten, entschärft. Zudem läuft die Konjunktur weltweit sehr gut.

Skeptisch sind die Umfrage-Teilnehmer allerdings für die Geldpolitik. Ein Drittel glaubt, dass ein geordneter Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes nicht möglich sei und eine Krise folge.

 Nur fünf Prozent Anleihen, keine Absicherungsinstrumente

Bei Swensen sind neben den Unternehmensbeteiligungen auch Rohstoffe und Immobilien Anlageblöcke. Er investiert – weil er bei dem Stiftungsvermögen freie Hand hat – nur noch etwa fünf Prozent seiner Gelder in Festzinsanlagen, während diese Anlage in Deutschland bei Großanlegern häufig mehr als 60 Prozent ausmacht. Neben der Diversifikation der Anlage nutzt er keine weiteren Sicherungsinstrumente. „Sicherung kostet Geld und man weiß nie, wann es einen Crash gibt, die Kosten zehren aber ständig an der Rendite“, sagt Swensen. Der wichtigste Teil seines Erfolges sei eben diese im Zeitverlauf sehr unterschiedlich hohe Verteilung der Gelder auf viele verschiedene Vermögensanlagen gewesen, verrät Swensen.

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 Antizyklisch und langfristig

Den richtigen Markteinstieg zu erwischen oder die Aktienauswahl seien nicht so wichtig gewesen. Allerdings ist auch erkennbar, dass Swensen durchaus eine antizyklische Anlage wählt, also dann in den Markt einsteigt, wenn die Kurse niedrig sind und viele Anleger verkaufen. Er schwimmt also gerne gegen den Strom. Wer allerdings immer glaube, der Markt sei zu teuer, der verpasse gute Chancen, glaubt Swensen. Sorgen macht er sich aktuell nicht um die Höhe der Kursstände an den Aktienmärkten, wohl aber um die vielen Anleger, die sehr kurzfristig investieren und nur auf die Quartalszahlen schauten. „Ein langfristiger Anlagehorizont ist auch für die Unternehmen wichtig, denn es macht sie produktiver. Sie sind dann in der Lage langfristig auch wichtige gesellschaftliche Aufgaben zu erfüllen“, mahnt Swensen.

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 Anlageregeln lockern

Dass es in den USA weniger strenge Regeln für die Anlage von Stiftungsgeldern gibt als in Deutschland, sieht Swensen als Vorteil. „Manche Restriktion sollte hier gelockert werden, das wäre gut für das Land“, glaubt er. Und das hören auch die Großanleger gerne und schallt hoffentlich auch aus der Oper heraus bis zur Finanzaufsicht und Europäischen Zentralbank.

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