Anlagestrategie: Warum die Angst vor Risiken ein Risiko ist

Anlagestrategie: Warum die Angst vor Risiken ein Risiko ist

von Kerstin Dämon

Die Zinswüste verunsichert Anleger, Crashs machen sie risikoscheu. Doch die Suche nach vermeintlich sicheren Häfen kann oft direkt ins nächste Unglück führen. Was ängstliche Anleger beachten sollten.

Am ersten Juli hat der Dax seinen 25. Geburtstag gefeiert - aber die Deutschen kamen nicht zur Party. Eine Studie der Comdirect Bank zum Anlegerverhalten in Deutschland zeigt: Die Deutschen haben Angst vor Aktien. Anders als viele ihrer europäischen Nachbarn gehen sie lieber auf Nummer sicher und legen ihr Geld immer noch aufs Sparbuch.

Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) zufolge haben nur sieben Prozent der Deutschen direkt in Aktien investiert. Die Börsenturbulenzen im Zuge der Finanzkrise hatten viele Privatanleger verunsichert und die Risikofreude gedämpft. Dies spiegelt sich auch in den Börsenumsätzen wider: Wurden 2008 täglich im Schnitt noch Dax-Aktien im Volumen von 5,4 Milliarden Euro gehandelt, liegt dieser Wert aktuell bei gerade einmal 3,6 Milliarden Euro. Doch ausnahmsweise handelt es sich bei diesem Phänomen nicht nur um die German Angst. Auch Anleger jenseits des großen Teichs haben offensichtlich die Hosen voll.

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"In den letzten fünf Jahren gab es gleich mehrere Markt-„Crashs“, die Wert vernichtet haben. Darunter hat das Vertrauen der Anleger in traditionelle Diversifizierung gelitten", bestätigt Wylie Tollette, von der Investmentgesellschaft Franklin Templeton Investments. Viele Anleger seien deshalb ausgesprochen risikoscheu und suchten nach vermeintlich sicheren Investitionshäfen. Der Experte für Anlagerisiko ist sich allerdings sicher, dass "die sinkende Risikobereitschaft die langfristigen Probleme der Anleger aber nicht mindert, sondern verschärft."

Was Anleger jetzt beachten sollten

  • Fakt 1

    Die seit Jahrzehnten fallenden Zinsen haben ihren Tiefpunkt erreicht

  • Fakt 2

    Die Zinswende wird, wenn überhaupt, aber nur sehr verhalten ausfallen

  • Fakt 3

    Weil die verschuldeten Staaten keine hohen Zinszahlungen stemmen können, werden die Notenbanken die Zinsen noch lange weit unten halten

  • Fakt 4

    Sehr sichere Anleihen, Tages- und Festgeld bringen weniger als die Inflationsrate, real schmilzt hier Vermögen

  • Fakt 5

    Solide Anleihen sind dennoch oft besser als Geld auf dem Konto, das Risiko, dass die Bank pleitegeht, fällt weg

  • Fakt 6

    Dividendenstarke Aktien von Weltkonzernen sind attraktiver als sichere Anleihen und auf Sicht von zehn Jahren auch nicht riskanter

  • Fakt 7

    Der US-Dollar wertet zum Euro auf, das spricht für US-Aktien

  • Fakt 8

    Die Gelddruckorgien der Notenbanken gefährden das Papierwährungssystem. Anleger sichern sich mit Gold ab

  • Fakt 9

    Nach dem Crash ist Gold langsam, aber sicher wieder kaufenswert für Anleger, die noch keines besitzen

  • Fakt 10

    Für Lebensversicherungen spricht nicht die Rendite, sondern nur noch, dass sie für Anleger bequem sind und ihnen den Kapitalerhalt garantieren

Er erläutert, dass es sowohl bei institutionellen Investoren als auch bei Privatanlegern zinsbedingt eine Lücke zwischen Ausgaben und künftigen Vermögenswerten beziehungsweise Einkünften aus Investments gebe. "Der Vermögensstand ist durch die Finanzkrise herabgesetzt worden, die künftigen Verpflichtungen jedoch nicht." Diese Finanzlücke könnten die besonders sicheren Anlagen mit ihren Minirenditen nicht schließen, ist sich Tollette sicher.

Auch für Comdirect-Chef Thorsten Reitmeyer ist die Scheu, insbesondere der Deutschen vor der Anlageform Aktie, nur schwer nachvollziehbar: "Wir erleben gerade eine großflächige Vermögensvernichtung in Deutschland." Aktien böten trotz aller Volatilität im Vergleich zu Sparkonten wenigstens die Chance, eine Inflation auszugleichen oder zu übertreffen. "Langfristige Anlagen in Aktien haben sich praktisch immer gelohnt - ganz gleich, zu welchem Zeitpunkt Anleger investiert haben" sagt er.

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