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Anlageverhalten: Je klüger, desto Aktie

von Kerstin Dämon

Der homo investus scheint entschlüsselt: Je höher der IQ eines Menschen, desto eher kauft er Aktien. Beruf oder Einkommen spielen eine untergeordnete Rolle.

Ein Börsenhändler an der Frankfurter Börse telefoniert Quelle: dapd
Eine finnische Studie sagt: Je höher der IQ, desto größer der Aktienbestand Quelle: dapd

Seit Jahren schon untersuchen Banken und Investmentgesellschaften das rätselhafte Wesen: Den Anleger. Welche Aktien kauft er, wann kauft und verkauft er - und warum haben so wenig Menschen Aktien, wo sich doch so gut Geld damit verdienen lässt. Nun scheint die Antwort gefunden: Die Affinität zum Aktienhandel hängt mit dem Intelligenzquotienten zusammen. Je höher der IQ, desto mehr Aktien. Außerdem streuen Menschen mit einem hohen IQ ihr Risiko stärker. Das sagen jedenfalls finnische Forscher.

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Das kuriose an der im Journal of Finance veröffentlichten Studie ist das Objekt: Mark Grinblatt, Matti Keloharju und Juhani Linnainmaa haben nämlich fast 20 Jahre lang das Verhalten von rund 160.000 finnischen Soldaten untersucht. Diese werden bei der Einberufung zum Militär einem Intelligenztest unterzogen. Das Militär hat die Ergebnisse der Tests jetzt für die Forschung freigegeben. Zusammen mit den Daten zur finanziellen Situation und dem Beruf der Soldaten sowie deren Anlageverhalten nach dem Ausscheiden aus dem Militär ergaben sie ein für die Forscher logisches Bild: Wer in jungen Jahren einen hohen IQ hatte, investierte später viel und erfolgreich in Aktien - und das unabhängig von Beruf und Einkommen.

BMW

Dem alten Reflex, dass bei lahmender Konjunktur Autowerte aus dem Depot fliegen, konnte sich BMW bisher besser widersetzen als Konkurrent Daimler. BMW setzt voll auf neue Techniken, treibt Kooperationen mit Peugeot, Toyota und General Motors zur Entwicklung von Elektro- und Hybridmotoren voran und entwickelt eine Autokarosse aus leichten Karbonfasern.

Wer den Ökoauto-Weg mitgehen will, sollte wissen, dass er holprig werden kann. Doch Jürgen Pieper, Autoexperte der Privatbank Metzler, hält die Münchner personell und finanziell für stark genug, um Fortschritte zu erzielen. „BMW zahlt die Pionierkosten, weniger innovative Hersteller warten ab, was herauskommt“, sagt Pieper. Ab 2013 könnte das belohnt werden, dann soll mit dem i3 ein BMW-Elektroauto im Karbonmantel starten. Missglückt das Experiment, leidet auch die Aktie.

Das im Februar startende neue 3er-Modell bringt wenig Neues, außer etwas Spritersparnis. Die BMW-Oberklasse ist mit der schlechten CO2-Bilanz nicht zeitgemäß. Käufer in Schwellenmärkten stört das aber nicht. Nur deren Regierungen sind kreativ beim Einführen von Straf- und Luxuszöllen, jede Nachricht dazu drückt den Aktienkurs. Im langjährigen Mittel ist die Marke mit Weltrang derzeit günstig zu haben, inklusive eines Wachstums in Schwellenmärkten, das noch jahrelang mögliche Rückgänge beim Verkauf in Europa ausgleichen kann.

Zumindest letzteres dürfte allgemein keine allzu große Rolle spielen, wenn man beispielsweise an die Volksaktie der Telekom denkt. Die haben schließlich auch Alt- und Neuaktionäre jeden Alters, Berufsstandes und sicher auch IQs gekauft. Darüber hinaus ist Aktienbesitz Aktienbesitz - egal, ob es sich dabei um fünf oder 5000 Aktien handelt. Ihr Ergebnis untermauern die Forscher mit der recht steilen These, dass Menschen mit einem hohen IQ eher heiraten und Kinder bekommen. Um für deren Zukunft vorzusorgen, würden die Eltern in Aktien investieren. Darüber lässt sich mit Sicherheit trefflich streiten.

Dumme Nicht-Aktionäre?

Unbestritten ist jedenfalls, dass in dieser sehr homogenen Untersuchungsgruppe, die Zahl der Aktionäre bei den Klügsten um rund 20 Prozent höher war als bei denen, mit einem niedrigeren IQ. Zwar heißt es auch, dass Menschen, die die Börse nicht kennen, sich wundern, was dort geschieht. Die Frage ist nur, ob "nicht kennen" mit geringem IQ gleichzusetzen ist. Ein Manager einer amerikanischen Investmentfirma sieht es so, dass "Anleger mit hohem IQ eher bereit sind, Geld an den Finanzmärkten aufs Spiel zu setzen." Zugegeben: Ein Aktiendepot zu bestücken und zu verwalten, ist komplexer als ein Sparbuch. Der Umkehrschluss wäre nämlich, dass Aktienbesitzer klüger sind, als Nichtaktionäre - und das wäre eine durchaus gewagte These.

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Das würde nämlich bedeuten, dass es in Deutschland von rund 80 Millionen Einwohnern nur 4,1 Millionen Menschen mit Grips gibt. So viele hielten nämlich Ende 2011 Aktien. Bei den Amerikanern wäre dagegen jeder Zweite clever. Dort halten rund 50 Prozent der Bevölkerung Aktien. Wenn das nicht zum Nachdenken anregt.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.02.2012, 21:12 UhrAnonymer Benutzer: Gast

    So einen schlechten Artikel habe ich in der WiWo schon lange nicht mehr gelesen. Die Aussage, dass Aktionäre einen höheren IQ haben kann durchaus stimmen ohne darauf Rückschlüsse zu ziehen, dass nur 10% der Deutschen (nämlich die Aktionäre) über Grips verfügen. Diese Folgerung der Autorin lässt grundsätzliche Denkfähigkeiten vermissen. Bitte, liebe Frau Dämon, denken Sie noch einmal grundsätzlich über diese Zusammenhänge nach. Dann werden Sie wahrscheinlich selbst erkennen, was für einen Unsinn Sie geschrieben haben.

    Genauso ist der Einwurf des Nutzers friederhenner Unsinn. Dies wäre allerdings eine mögliche Erklärung für einen Teil des Rückgangs.

  • 21.01.2012, 10:12 Uhrkonsyltacii

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  • 21.01.2012, 10:11 Uhrkonsyltacii

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