Anlegen in Krisenzeiten: Gold ist der ideale Wertspeicher

Anlegen in Krisenzeiten: Gold ist der ideale Wertspeicher

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von Frank Doll, Hauke Reimer und Anton Riedl

Die Sorge der Investoren vor weltweiten Krisen wächst. Wie Anleger jetzt ihr Aktiendepot absichern - und warum Gold weiterhin gefragt ist.

Die Anleger an den Börsen erinnerten ihn an die Akteure beim „Hasenfuß-Rennen“ im James-Dean-Klassiker „...denn sie wissen nicht, was sie tun“, warnt Analyst Markus Reinwand von der Helaba in Frankfurt. Im Film rasen junge Männer in gestohlenen Autos auf eine Klippe zu. Wer zuerst aus dem Wagen springt, ist der Hasenfuß. Die meisten Akteure glaubten aktuell offenbar daran, rechtzeitig abspringen zu können.

Reinwald macht das an Daten aus der jüngsten Investoren-Umfrage der Investmentbank BoA Merrill Lynch fest: Danach ist der Anteil der überproportional in Aktien engagierten Investoren mit 61 Prozent der zweithöchste der vergangenen 13 Jahre. Und dennoch liegt der Anteil der Anleger, die Aktien für zu teuer halten, auf dem höchsten Wert seit dem Crash-Mai 2000. „Angesichts einer überdurchschnittlich langen Phase ohne nennenswerte Kurskorrekturen unterliegen offenbar immer mehr Marktteilnehmer der sogenannten Kontrollillusion“, schlussfolgert der Analyst in seiner Studie von Mitte Juli.

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Faktor-Shortzertifikat auf Dax (Deutsche Bank)Wandelt tägliche Verluste im Index mit vierfachem Hebel in Kursgewinne um; kein Knockout, keine Laufzeitgrenze; für kurz- bis mittelfristige Absicherung geeignet

DE000DE9SRT7

2,45/1,72
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DE000CZ34NN3

2,70/1,89
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Put-Optionsschein auf MDax (Deutsche Bank)

DE000DX75V78

0,92/0,46
* in Euro; Quelle: Banken, Thomson Reuters 

Dax, MDax, TecDax

Verschärft sich die weltpolitische Krisenlage, springen die Investoren ab. Aber danach, so scheint es, geht das Rennen in die nächste Runde. Die Hausse im Dax indes steht auf zunehmend brüchigem Fundament, getragen vor allem von billigem Geld, niedrigen Zinsen und der Alternativlosigkeit von Aktien. Angesichts ausgereizter Bewertungen dominierten inzwischen klar die Kursrisiken, warnt Reinwand. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Dax-Werte auf Basis der von Analysten für 2014 erwarteten Gewinne liegt mit 12,7 am oberen Rand der in den vergangenen fünf Jahren beobachteten Spanne, die durchschnittliche Dividendenrendite von 3,1 Prozent dagegen am unteren Rand der Fünfjahresspanne.

Die Schwankungsintensität der Kurse ist immer noch, trotz zuletzt zeitweise heftigerer Bewegungen im Zuge der politischen Krisen, sehr niedrig. Das alles signalisiert eine gewisse Sorglosigkeit der Anleger.

Noch gefährlicher als im Dax scheint die Lage bei Nebenwerten aus dem MDax und TecDax. In der Hausse seit März 2009 legte der MDax, in dem 50 mittelgroße Aktien von Aareal Bank bis Wincor Nixdorf vertreten sind, um bis zu 270 Prozent zu, der Dax schaffte nur etwa 170 Prozent. Dem MDax kam zugute, dass er in der Frühphase der Hausse dank zahlreicher Hidden Champions höhere Wachstumsaussichten bei einer ähnlichen Bewertung wie der Dax versprach. In der Tat kletterten die durchschnittlichen Erträge der MDax-Unternehmen von 2009 bis 2013 etwa doppelt so stark wie die der Dax-Unternehmen.

Verschreckte Investoren

Doch nun wächst die Gefahr, dass sich die Schere wieder schließt. Geht es nach den bisherigen Hochrechnungen der Banken, sollen die Unternehmensgewinne beider Indexfamilien in dieser Saison um etwa ein Fünftel zulegen. Schon damit hätte der MDax keinen Vorsprung mehr. Dass seine Unternehmen bei den im vergangenen Jahr real erwirtschafteten Gewinnmargen etwa um ein Drittel schwächer abschnitten als der Dax, ist ein Warnsignal. Noch immer werden MDax-Aktien mit einem KGV von 17 deutlich höher gehandelt als die Dax-Aktien mit ihrem 13er-KGV.

Gerechtfertigt ist das nicht mehr. Das Rückschlagrisiko im M-Dax ist damit noch höher als das im Dax. Besonders schwach gelaufen ist aus dem MDax zuletzt der stark in Russland engagierte Generikahersteller Stada. Auch die Gewinnwarnung des Baukonzerns Bilfinger, der mit mehr Ingenieurdienstleistungen und weniger klassischem Bau eigentlich stabilere Erträge liefern wollte, hat Investoren verschreckt. Im TecDax demonstrierten Medizintechniker Dräger und die Software AG, dass Gelddrucken der Notenbanken und Niedrigzinsen allein sicher nicht Wohlstand und höhere Unternehmensgewinne garantieren.

Rohstoffpreise

Im Gegenteil, meint Eberhardt Unger, Volkswirt von Fairesearch: „Je weiter die Leitzinsen sinken, desto weniger nützen sie zur Stimulierung.“ Wenn ein Unternehmen nicht bei einem Leitzins von zwei Prozent investiere, werde es das auch nicht bei einem Prozent tun, aus Sorge, für neue Produkte keine Abnehmer zu finden. „Bei einer Senkung auf 0,15 Prozent“, so Unger, „schrillen Alarmglocken, die Notenbank scheint ja einen schweren Konjunktureinbruch zu befürchten.“

Der könnte etwa von der Rohstoffseite kommen. Sollte der Westen tatsächlich verschärfte Sanktionen gegen Russland beschließen, dürften nicht nur die Gaspreise in Europa anziehen, sondern auch die Preise für Öl, Nickel, Kupfer, Aluminium, Weizen und Palladium. Damit rechnen die Rohstoffanalysten der Commerzbank.

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