Anlegerstimmung: Investoren pessimistisch wie lange nicht

Anlegerstimmung: Investoren pessimistisch wie lange nicht

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Was die Kurse sagen, ist egal: Der Kleinanleger ist pessimistisch

Der Dax kratzt an der 7000-Punkte Marke, die Kurse steigen. Aber die deutschen Kleinanleger sind so schlecht gelaunt wie seit der Lehman-Pleite nicht mehr. Sie rechnen mit dem Schlimmsten.

Die Hoffnung ist perdu: Zum ersten Mal seit drei Jahren rechnen die deutschen Privatinvestoren mit fallenden Kursen. So pessimistisch sahen die deutschen Aktienbesitzer zuletzt bei der Lehman-Pleite in die Zukunft. Statt in Aktien zu investieren, vertrauen sie lieber auf Gold. Das ergab eine von der DZ Bank in Auftrag gegebene Anlegerbefragung. Dabei geht der Dax gerade durch die Decke. Nie zuvor gab es eine so starke Jahresanfangsrally wie dieses Jahr. Doch das lässt die Investoren kalt: 38 Prozent wollen lieber Gold kaufen statt Aktien. Edelmetalle gehen wenigstens nicht pleite.

Anleger kehren Aktien und Fonds den Rücken zu

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Derzeit setzen nur noch 27 Prozent auf steigende Kurse im nächsten halben Jahr, im August 2011 glaubten noch 40 Prozent an Börsengewinne. Im Februar 2011 waren es sogar noch rund 50 Prozent. Die Stimmung der Privatinvestoren trübt sich also peu a peu ein. Die Schwarzmaler hatten dagegen Konjunktur. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Privatanleger die aktuelle Hausse an den Aktienmärkten nicht als nachhaltig betrachten", sagt Peter Schirmbeck, Leiter Privatkundengeschäft der DZ Bank. Vielen säßen die Kurseinbrüche aus dem vorigen Herbst noch in den Knochen, die europäische Schuldenkrise tue ihr Übriges.

Anlageverhalten Schizophrene deutsche Sparer

Der deutsche Privatanleger ist schwer zu verstehen. Er fürchtet zwar die Inflation wie der Teufel das Weihwasser, auf sein Anlageverhalten wirkt sich das jedoch nicht aus. Was ihn treibt, was er tut.

huGO-BildID: 5288298 Zum Themendienst-Bericht "Geld/Verbraucher/Ratgeber/KORR/ " von Andreas Heimann vom 1. September: Kaum noch gefragt: Immer weniger Bundesbürger legen ihr Geld auf Sparbüchern an. (Die Veröffentlichung ist für dpa/gms-Themendienst-Bezieher honorarfrei. Quellenhinweis: "Jens Schierenbeck/dpa/gms". Das Bild darf nur im Zusammenhang mit dem genannten Text verwendet werden.) +++ +++ Quelle: gms

Grundsätzlich erfahren alle Anlageprodukte außer den Sachwerten Rückläufe: Nur 22 Prozent der Privatanleger wollen künftig in weitere Aktienfonds beziehungsweise Aktien investieren. Ein Investment in Bundesschatzbriefe können sich nur 24 Prozent der Befragten vorstellen und auch Rentenfonds sind nur noch für 23 Prozent die Investition der Wahl. In diese sicheren Anlagetypen wollten letztes Jahr noch 30 Prozent der Privatinvestoren ihr Geld stecken. „Generell zeigt sich, dass Anleger inzwischen auch bei sicheren Investments differenzieren und Emittenten mit sehr guter Bonität wählen“, sagt Schirmbeck. Nur der Anteil der Zertifikate-Investoren hat sich nicht verändert. Sie machen weiterhin rund 11 Prozent der deutschen Kleinanleger aus. Allerdings verschiebt auch dieser Typ seine Präferenz - hin zu Garantiezertifikaten. Sicher ist sicher. Discount- und Expresszertifikate sind für weniger als 10 Prozent interessant.

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