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Interview Ausblick Rohstoffmarkt 2013: Silberpreis orientiert sich an Goldentwicklung

von Andreas Toller

Am Rohstoffmarkt 2013 lauern ein paar Überraschungen. Rohstoffexperte Eugen Weinberg erläutert, warum die Preise für Industriemetalle anziehen, Gas und Öl nicht billiger sowie Silber und Platin noch deutlich teuer werden.

Aufmacher Rohstoffmärkte 2013 Quelle: dpa
Rohstoffexperte Eugen Weinberg erläutert die Überraschungen am Rohstoffmarkt 2013 im Interview mit wiwo.de. Quelle: dpa

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wiwo.de: Die Rohstoffmärkte reagieren in der Regel empfindlich auf die konjunkturelle Entwicklung. Im zu Ende gehenden Jahr sind etwa die Rohstoffpreise für Metalle überwiegend deutlich gesunken, was die Risiken ein sich abschwächenden Konjunktur widerspiegelt. Im zu Ende gehenden Quartal haben sie sich jedoch wieder deutlich erholt. War das eine Trendwende?

Eugen Weinberg: "Die Risiken einer sich abschwächenden Konjunktur sind längst eingepreist. Jetzt gehen die Marktteilnehmer überwiegend davon aus, dass sich die Konjunktur in allen drei wichtigen Wirtschaftsräumen, also Europa, USA und Asien, besser entwickeln wird als zuvor gedacht. Ich bin sogar davon überzeugt, dass das Wachstumstempo 2013 viele überraschen wird. Dass die USA im Haushaltsstreit keine Einigung erzielen ist eher unwahrscheinlich, die schlimmsten Befürchtungen werden also nicht eintreffen. Das Problem der fiskalischen Klippe wird eher hinausgezögert oder abgemildert werden und die USA deshalb ein gesundes Wachstum um die zwei Prozent aufweisen. In Europa rechnen wir mit einer Stagnation, also einer Wachstumsrate von null Prozent. Aber damit bleibt das Niveau stabil und hellt sich zum Jahresende hin wieder leicht auf. Besonders für Deutschland sind die Aussichten vor allem in der zweiten Jahreshälfte sehr gut. Hier wäre 2014 meiner Meinung nach sogar eine Wachstumsrate von drei Prozent möglich."

Eugen Weinberg
Eugen Weinberg leitet das Rohstoff-Research der Commerzbank.

Wie sehen Sie die Entwicklung der Konjunkturlokomotive China?

"Chinas Wachstumsraten könnten die größte Überraschung sein. Schon in diesem Jahr ist die befürchtete harte Landung ausgeblieben und das Land im sehr schwachen 3.Quartal um 7,4 Prozent gewachsen. Insgesamt dürften für das Gesamtjahr 2012 7,8 Prozent, vielleicht sogar acht Prozent herauskommen. Für das kommende Jahr bin ich da noch optimistischer. Denn zuletzt hat die politische Führung das Wachstum bewusst etwas gebremst, um der neuen Regierungsspitze einen möglichst guten Start zu ermöglichen - ausgehend von einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Viele mögliche Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft sind 2012 ausgeblieben und könnten 2013 nachgeholt werden. Das erste Regierungsjahr soll offenbar überdurchschnittlich gut ausfallen, etwa durch Konjunkturprogramme, Infrastrukturprojekte, die Stützung des Immobilienmarktes oder die Steuerpolitik. Ich erwarte eine Kombination aus all diesen Stützungsmaßnahmen, auch weil die Inflation in China relativ niedrig bleibt. Unsere Konjunkturexperten rechnen mit einer Wachstumsrate von 7,5 Prozent, ich halte sogar neun Prozent für vorstellbar."

Gold-Prognose für 2013 "Klares Aufwärtspotenzial für den Goldpreis"

Gold kostet wieder so viel wie vor zwölf Monaten, dazwischen gab es heftige Schwankungen. Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank erklärt, was Marktakteure und Goldpreis antreibt.

Gold-Prognose für 2013: "Klares Aufwärtspotenzial für den Goldpreis"

Wie wird sich das auf die einzelnen Rohstoffmärkte auswirken?

"Deshalb sind wir zum Beispiel für Industriemetalle sehr positiv gestimmt. Sollte es anstelle eines Preisrückgangs eine Stabilisierung geben, wäre das für die meisten schon eine positive Überraschung. Wir rechnen aber sogar mit einem Anziehen der Preise etwa für Stahl, Kupfer und Aluminium. Für deutsche Unternehmen ist das nicht unbedingt ein Nachteil, denn sie können die höheren Preise an die Kunden weitergeben, wenn wie erwartet die Konjunktur wieder anzieht."

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 13.12.2012, 20:22 UhrChlodwig

    Der grosse Edelmetallexperte scheint er nicht zu sein.
    Er beobachtet nur Chartkurse, kann aber nicht begründen
    warum das Ein oder Andere Metall in Zukunft steigt oder
    fällt. Was für ein Schwätzer.
    Ich kaufe seit einem Jahrzehnt Edelmetalle und hab nur
    Gewinn gemacht, aber verkaufe nicht. Warum wohl?
    Nicht mal sowas kann der Herr erklären.
    Anders als Aktien sind Edelmetalle kein Spekulationsobjekt,
    sondern einfach nur Vermögenssicherung.



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