Automatische Handelssysteme: Wie bequeme Anleger von Algorithmen profitieren

Automatische Handelssysteme: Wie bequeme Anleger von Algorithmen profitieren

von Sebastian Kirsch

Computerprogramme geben Anlegern vor, wie sie investieren sollten. Internet-Anbieter greifen so das Geschäftsmodell der Vermögensverwalter an. Doch auch Automaten sind nicht unfehlbar.

Angst und Gier des Menschen gefährden den Erfolg jeder Geldanlage. „Mit Algorithmen lässt sich dieser Schwachpunkt ausschalten“, sagt Peter Kunze (Name von der Redaktion geändert). Der 55-jährige Stuttgarter hat deshalb vor einigen Monaten 40.000 Euro auf ein Konto beim Hamburger Vermögensverwalter HPM eingezahlt. Die werden nun automatisiert gemanagt – von einem Algorithmus, der je nach Marktlage und Kursentwicklung Kauf- und Verkaufssignale nutzt.

Solche Algorithmen sind Handlungsabfolgen, die anhand vorher definierter Kriterien blitzschnell analysieren und entscheiden. Sie handeln, ohne an ihrer Strategie zu zweifeln. Und sie sollen die Art revolutionieren, in der Anleger ihr Geld investieren. Nicht schneller, wie beim Hochfrequenzhandel, der auch auf Algorithmen setzt, sondern günstiger, transparenter und erfolgreicher als die menschlichen Vermögensverwalter. Start-ups wie Betterment und Wealthfront haben in den USA die Umwälzung angeschoben. Aktuell ziehen Investmentgrößen wie der Broker Charles Schwab und die Fondsgesellschaft Vanguard mit. Und auch in Deutschland haben Anleger schon einige Möglichkeiten, ihr Geld den Algorithmen anzuvertrauen.

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Anlage über Algorithmen

  • Anlegen mit Nullen und Einsen

    Welche Anbieter für deutsche Anleger digital über Algorithmen investieren.

    * ohne Sparpläne; ² Angebote mittlerer Risikoklasse; ³ Fondsanlage separat über Direktbank;

    Quellen: Unternehmen, Morningstar, eigene Recherche

  • Quirion

    Mindestanlage (in Euro*): 10.000

    Investment mit: ETF-Indexfonds, Fonds

    Grundgebühr pro Jahr (in Prozent): 0,48

    Performance² (laufendes Jahr, in Prozent): 7,5 (nach Kosten)

  • FinanceScout24 Managed Depot

    Mindestanlage (in Euro*): 4.000

    Investment mit: ETFs

    Grundgebühr pro Jahr (in Prozent): max. 1,25 (bis 50.000 Euro)

    Performance² (laufendes Jahr, in Prozent): 8,4 (nach Kosten)

  • Cashboard

    Mindestanlage (in Euro*): 1.000

    Investment mit: ETFs, Fonds, Privatkrediten, Social Trading

    Grundgebühr pro Jahr (in Prozent): keine²

    Performance² (laufendes Jahr, in Prozent): -

  • Vaamo

    Mindestanlage (in Euro*): keine

    Investment mit: ETFs

    Grundgebühr pro Jahr (in Prozent): max. 0,99 (bis 30.000 Euro)

    Performance² (laufendes Jahr, in Prozent): -

  • Easyfolio³

    Mindestanlage (in Euro*): keine

    Investment mit: ETFs

    Grundgebühr pro Jahr (in Prozent): 0,9 - 0,91

    Performance² (laufendes Jahr, in Prozent): 8,8 (vor Kosten)

Nicht mehr nur Millionäre sollen sich so strategische Anlageberatung holen. Im Internet bekommen Anleger für jeden Betrag das gute Gefühl, dass für sie eine ganz individuelle Strategie ausgearbeitet wird.

Alibaba und Co. greifen an

Die Branche der Vermögensverwalter steht unter Druck, ihre Mittelzuflüsse schrumpften zwischen 2009 und 2014 um rund 23 Prozent, zeigen Daten der Berater von Deloitte. Digitale Vermögensverwalter sollen in den USA bis Ende 2015 rund 60 Milliarden Dollar verwalten, schätzt das Analysehaus Aite Group. Gemessen am US-Markt für Privatkunden mit 1400 Milliarden Dollar wären das zwar gerade einmal vier Prozent, aber 44 Milliarden mehr als 2014.

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Analysten von KPMG sehen auch die Möglichkeit, dass Apple, Google oder Facebook auf diesem Markt mitspielen. In China signalisiert Alibaba bereits, wie das gehen könnte: mit der eigenen Bank Alipay und dem Fonds Yuebao. Die dazu übernommene Gesellschaft Tianhong Asset Management wurde prompt zum größten Vermögensverwalter Chinas.

„Unsere Branche muss sich kritisch mit der digitalen Revolution und neuen Anbietern auseinandersetzen, um nicht von Marktveränderungen überrollt zu werden“, sagt Andreas Grünewald, Chef des deutschen Vermögensverwalter-Verbands. Er sieht das, was die neue Konkurrenz als Vorteil herausstellt, aber eher als Defizit, Märkte würden ja tatsächlich von Emotionen getrieben: „Dass ein Algorithmus die bei der Anlageentscheidung angemessen berücksichtigen kann, ist nur schwer vorstellbar.“

Karl Matthäus Schmidt, Vorstandschef der Quirin Bank, sieht in den nächsten Jahren für die onlinebasierte Vermögensverwaltung dennoch einen Marktanteil von rund 30 Prozent in Deutschland. „Viele Kunden wollen keine persönlichen Berater mehr und stellen sich ihr Depot online zusammen.“ Bislang haben bei ihm 500 Kunden gut 17 Millionen Euro über das neue Digitalangebot Quirion angelegt. Zum Vergleich: Im klassischen Geschäft betreut Quirin 2,6 Milliarden Euro. Aber: „Das neue Anlagemodell ist absolut notwendig für die Zukunftssicherung unserer Bank“, sagt Schmidt.

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