Bain-Studie: Deutsche Banken vor Job-Kahlschlag

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Bain-Studie: Deutsche Banken vor Job-Kahlschlag

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Über der Frankfurter Bankenwelt ziehen sich dunkle Wolken zusammen.

von Mark Fehr

Viele Geldhäuser haben schon massive Stellenstreichungen angekündigt. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Bain könnte das erst der Anfang sein.

Wer dachte, dass Banken nach der Finanzkrise und Niedrigzinsphase aus dem Gröbsten heraus seien, hat sich getäuscht. Im Gegenteil: Das Schlimmste kommt erst noch. Nach den desaströsen Zahlen, die das Beratungsunternehmen Bain & Company zu Tage gefördert hat, ist der jüngst bekannt gegebene großdimensionierte Jobabbau etwa bei der Deutschen Bank oder der HypoVereinsbank nur der Auftakt zu einem noch größeren Stellenstreichkonzert, bei dem die gesamte Bankenbranche mitspielen wird.

Vor wenigen Tagen hat Michael Kemmer, Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, die Kreditinstitute sowie deren Mitarbeiter und Kunden auf eine „freudlose Kostenquetscharie“ eingestellt. Die Bain-Berater liefern jetzt die konkrete Partitur für diese Arie nach. Und die hat es in sich.

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Weil die Banken so schlecht verdienen, müssen sie laut Bain in den kommenden zehn Jahren in Deutschland 125.000 Stellen abbauen. Weitere 115.000 Arbeitsplätze, so schätzt das Beratungsunternehmen, werden in Servicegesellschaften ausgelagert. Diese Jobs existieren dann zwar noch, aber nicht mehr in den Banken selbst – und bieten deutlich schlechtere Konditionen für die Arbeitnehmer.

Die wenigsten Banken verdienen ihre Kapitalkosten

Warum sind Umstrukturierungen in dieser Größenordnung nötig? Laut Bain-Diagnose verdienen nicht einmal sechs Prozent der deutschen Banken ihre Kapitalkosten. Zwar erzielen sie im Schnitt eine positive Eigenkapitalrendite von 2,1 Prozent, machen damit aber insgesamt 25 Milliarden Euro weniger Gewinn, als zur Deckung der Kapitalkosten von 7,7 Prozent nötig wären.

Verbrennen Banken also Geld? Nein, denn mit dem Konzept der Kapitalkosten betrachtet die Bain-Studie die Banken durch die Brille eines ungebundenen Investors, der sein Geld auch in allen anderen Bereichen der Wirtschaft anlegen könnte und daher die durchschnittliche Rendite am Kapitalmarkt in sein Kalkül einbezieht. Setzt man diesen allgemeinen Maßstab an, schneiden Banken als Investments schlechter ab als der Rest des Kapitalmarkts. Und das, obwohl sie Gewinn erzielen.

Die zehn wichtigsten jungen Finanzdienste aus dem Internet

  • Erläuterung

    Die zehn wichtigsten jungen Internet-Finanzdienste

    Quelle: Unternehmen, eigene Recherche

  • Avuba

    Geschäftsmodell: Girokonto auf dem Smartphone

    Sitz: Berlin

    gegründet: 2013 von Jonas Piela, Oliver Lukesch und Wilken Bruns

    größte Geldgeber: Business Angels

    Nutzer: nicht veröffentlicht

    Mitarbeiter: 9

  • Ayondo

    Geschäftsmodell: Social Trading: ambitionierte Anleger folgen erfahrenen Spekulanten

    Sitz: Frankfurt, London

    gegründet: 2009 von Robert Lempka und Thomas Winkler

    größte Geldgeber: Luminor Capital

    Nutzer: 80.000

    Mitarbeiter: 47

  • Klarna

    Geschäftsmodell: Internet-Zahldienst und Festgeld

    Sitz: Stockholm, Köln

    gegründet: 2005 von Sebastian Siemiatkowski

    größte Geldgeber: Sequoia Capital, Atomico

    Nutzer: 25 Millionen

    Mitarbeiter: 1.100

  • Kreditech

    Geschäftsmodell: Scoring-Algorithmus zum Aufbau einer digitalen Bank

    Sitz: Hamburg

    gegründet: 2012 von Sebastian Diemer

    Investoren: Värde Partners, Blumberg Capital, Pont Nine Capital 

    Kunden: 2 Millionen Nutzer gescored, bei 9 Niederlassungen

    Mitarbeiter: mehr als 200

    Stand:Oktober 2014

  • Moneymeets

    Geschäftsmodell: Private Finanzplanung über soziales Netzwerk

    Sitz: Köln

    gegründet: 2012 von Dieter Fromm und Johannes Cremer

    größte Geldgeber: Dieter von Holtzbrinck Ventures, Family Offices

    Nutzer: etwa 5000

    Mitarbeiter: 12

  • Smava

    Geschäftsmodell: Vermittlung von Bank- und Privatkrediten

    Sitz: Berlin

    gegründet: 2007 von Alexander Artopé und Eckart Vierkant

    größte Geldgeber: Earlybird

    Nutzer: nicht veröffentlicht

    Mitarbeiter: über 100

  • Stockpulse

    Geschäftsmodell: Kursprognosen durch Auswertung sozialer Netzwerke

    Sitz: Köln

    gegründet: 2011 von Jonas Krauß und Stefan Nann

    größte Geldgeber: Ayondo, eigenes Management

    Nutzer: 2.700

    Mitarbeiter: 7

  • Vaamo

    Geschäftsmodell: Automatisierte Geldanlage

    Sitz: Frankfurt

    gegründet: 2013 von Thomas Bloch, Yassin Hankir und Oliver Vins

    größte Geldgeber: Business Angels

    Nutzer: 200 Testkunden, Ziel bis 2018: 100.000

    Mitarbeiter: 14

  • Weltsparen

    Geschäftsmodell: Festgeldanlagen bei internationalen Banken

    Sitz: Berlin

    gegründet: 2013 von Tamaz Georgadze, Frank Freund, Michael Stephan

    größte Geldgeber: Index Ventures

    Nutzer: Etwa 5.000

    Mitarbeiter: 30

  • Wikifolio

    Geschäftsmodell: Social Trading: Anleger folgen erfahrenen Händlern und Profis

    Sitz: Wien

    gegründet: 2011 von Andreas Kern

    größte Geldgeber: Speedinvest, Verlagsgruppe Handelsblatt

    Nutzer: 28.000

    Mitarbeiter: 24

Zur Relativierung muss man an dieser Stelle sagen, dass die Eigentümer vieler Banken keine Kapitalmarktinvestoren sind und daher andere Maßstäbe anlegen. Kommunale Sparkassen, kundeneigene Volksbanken und natürlich Landesbanken oder staatliche Förderbanken haben einen anderen Auftrag, als ihren Anteilseignern den maximalen Gewinn zu liefern. Sie sollen Verbraucher und Unternehmen in der Fläche mit Konten und Krediten versorgen und damit einen gesellschaftlich und volkswirtschaftlich erwünschten Beitrag leisten.

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