Bankenskandal: Spaniens Sparer haben schon verloren

Bankenskandal: Spaniens Sparer haben schon verloren

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Ein Anleihen-Skandal in Spanien zeigt: Von der Rettung der Banken mit Steuergeldern profitieren die Kunden nicht. Die Sparer haben zum Teil schon viel Geld verloren.

Antonio Pérez* ist Taxifahrer. Die Zahl seiner täglichen Fahrten in der galizischen Hafenstadt La Coruña hat sich in den vergangenen Monaten halbiert. Aber das ist nicht sein wirkliches Problem. Der 58-Jährige hatte schon lange geahnt, dass die Boom-Jahre der spanischen Wirtschaft irgendwann vorbei sein würden. Womit er jedoch nicht gerechnet hatte: „Dass ich die für diese Zeit angesparten 40.000 Euro jemals verlieren könnte.“

Pérez hat sein Geld in Anleihen der Novagalicia Banco gesteckt. Eigentlich eine sichere Sache. Doch nun, da eine Bank nach der anderen über die Klinge springt, erweist sich die Investition als hochriskant. Denn sein Geld hat Pérez in Bank-Hybrid-Papieren geparkt. In den vergangenen Jahren wurden die komplexen Finanzprodukte von spanischen Banken im großen Stil beworben und in die Anlegerdepots gedrückt, obwohl sich die Probleme im Bankensektor da schon längst abgezeichneten.

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Das Wasser bis zum Hals

Banken und Sparkassen verkauften die Mischprodukte ihren Kunden dennoch als eine sichere Festgeldanlage, bei der das investierte Kapital nach Ablauf einer Frist wieder ausbezahlt werden würde. Die erst 2010 gegründete Bankia drehte insgesamt 92.000 Anlegern die Papiere an; im Durchschnitt investierten diese 30.000 Euro. Landesweit überredeten die Berater von mehr als 50 Banken rund 700.000 Kunden, ihr Sparkonto in ein sogenanntes „Vorzugskonto“ mit Hybrid-Anleihen umzuwandeln – vielen Geldinstituten stand da schon das Wasser bis zum Hals.

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Die Konzerne sind stark und global genug, um den Schuldenabbau zu bewältigen. Kleine Firmen dagegen haben ein großes Problem.

Quelle: dpa

Um die Liquiditätsprobleme zu lösen, lockten die Banken und Sparkassen Interessenten mit großzügigen Konditionen: Statt nur zwei Prozent auf Spareinlagen sollte Pérez von seiner Hausbank sechs Prozent Zinsen für die Hybrids bekommen. Was sein Berater jedoch verschwieg: Die Dividendenzahlungen wurden nicht garantiert, und die Laufzeit der Anleihen war oft nicht fixiert, teilweise überleben sie ihre Besitzer.

*Name von der Redaktion geändert

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