Bargeld: Der 500-Euro-Schein sagt leise Servus

Bargeld: Der 500-Euro-Schein sagt leise Servus

Obwohl mehr Bargeld im Umlauf ist als je zuvor, könnte der 500-Euro-Schein bald schrittweise abgeschafft werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) will das auf ihrer nächsten Sitzung beraten.

Es gibt im Moment soviel Euro-Bargeld wie noch nie. Laut Zahlen der Bundesbank, welche die "FAZ" zitiert, hat sich der Wert der umlaufenden Euroscheine seit Einführung der Gemeinschaftswährung 2002 verfünffacht. Von 221 ist der Wert auf 1100 Milliarden Euro angestiegen und damit jährlich um mehr als zehn Prozent angestiegen. Auch zuletzt war die Bargeld-Wachstumsrate deutlich höher als das Wirtschaftswachstum.

Einen möglichen Grund für das Wachstum nennt die Bundesbank: „Das Euro-Bargeld wird international gerne als Wertaufbewahrungsmittel gehalten, weil der Euro – wie auch der Dollar, die Eigenschaft einer stabilen internationalen Leitwährung hat“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele gegenüber der FAZ. Auch international würde eben Vermögen in Euro aufbewahrt.

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Trotz der offensichtlichen Vorliebe für Euro-Bargeld ist die Diskussion um eine mögliche Abschaffung von Scheinen und Münzen noch nicht ganz abgeebbt. Zumindest das Ende des 500-Euro-Scheins scheint näher zu rücken. Bei seiner nächsten Sitzung am 4. Mai wird der EZB-Rat über die Zukunft der größten Euro-Banknote beraten, wie ein Sprecher der Notenbank am Mittwoch auf Anfrage sagte. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ berichtet, der EZB-Rat wolle an dem Tag darüber entscheiden, wie die Abschaffung des 500ers vollzogen werde.


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In dem 26-köpfigen Gremium, dem neben den sechs Mitgliedern des Direktoriums die Notenbankchefs der 19 Euro-Länder angehören, stehen dem Bericht zufolge mehrere Szenarien zur Wahl. Alle sähen vor, dass der 500er zeitlich unbegrenzt bei der Zentralbank umgetauscht werden könne. Die Vorschläge unterschieden sich darin, wie schnell der Austauschprozess organisiert wird.

Zu klären wäre zum Beispiel, wie lange der 500er noch produziert und ausgegeben wird. Zum letzten Mal wurde einer EZB-Übersicht zufolge die größte Euro-Banknote im Jahr 2014 gedruckt. Offen ist auch, wie lange der Schein noch gesetzliches Zahlungsmittel wäre. Dem „Handelsblatt“ zufolge soll der 500er seinen Status als gesetzliches Zahlungsmittel zunächst behalten. Geschäfte müssen ihn also erst einmal weiter akzeptieren.

Wenn die größte der insgesamt sieben Euro-Banknoten nicht mehr zur Verfügung stünde, müssten die bislang kursierenden 600 Millionen 500er schrittweise durch andere Noten mit kleinerem Nennwert ersetzt werden. Dafür müssten neue Scheine gedruckt werden. Die Produktion einer Banknote kostet im Schnitt acht bis neun Cent. Im günstigsten Fall würden dafür mehr als 500 Millionen Euro einkalkuliert, hatte die „FAZ“ jüngst berichtet. Zuständig für die Herstellung sind die nationalen Notenbanken.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte darauf hingewiesen, dass der 500er für kriminelle Zwecke genutzt werde: „Der 500-Euro-Schein ist ein Instrument für illegale Aktivitäten.“ Die EU-Finanzminister hatten bei einem Treffen in Februar deutlich gemacht, dass sie von der EZB „angemessene Maßnahmen“ mit Blick auf den 500-Euro-Schein erwarten.

Ob mit einer Abschaffung der Banknote kriminelle Machenschaften eingedämmt werden können, ist allerdings umstritten. So argumentierte beispielsweise Schattenwirtschafts-Experte Friedrich Schneider von der Universität Linz, Geldwäsche laufe längst weit überwiegend bargeldlos über Scheinfirmen. Auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte sich zuletzt skeptisch gezeigt. Im EZB-Rat reicht eine einfache Mehrheit.

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