Bei Währungsgeschäften: Greenpeace verliert 3,8 Millionen Euro

Bei Währungsgeschäften: Greenpeace verliert 3,8 Millionen Euro

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Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat durch "gravierende Fehler" bei Währungsgeschäften 3,8 Millionen Euro Verlust gemacht.

Für eine vom Geld der Spender abhängige Organisation wie Greenpeace ist es ein sehr unangenehmer Vorfall: Mehrere Millionen Euro sind verloren - wegen riskanter Finanzgeschäfte.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat durch gravierende Fehler bei Währungsgeschäften 3,8 Millionen Euro Verlust gemacht. Greenpeace Deutschland bestätigte einen entsprechenden „Spiegel“-Bericht und erklärte dazu im Internet: „Wir bedauern den Verlust außerordentlich und möchten uns bei unseren Fördermitgliedern ausdrücklich entschuldigen.“ Ein Mitarbeiter der Finanzabteilung von Greenpeace International hatte in Amsterdam bei Termingeschäften auf sinkende Eurokurse gesetzt - ein Irrtum, begünstigt durch das Versagen interner Kontrollen.

Dem Mitarbeiter sei eine „ernsthafte Fehleinschätzung“ unterlaufen, und man habe ihn mittlerweile entlassen, sagte Mike Townsley von Greenpeace International dem „Spiegel“. Der Kommunikationschef von Greenpeace Deutschland, Michael Pauli, sagte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur: „Die Geschichte ist sehr unangenehm“. Es sei hier aber nicht um Zockerei, sondern um fatale Fehler bei Bankgeschäften gegangen. Demnach werden viele nationale Greenpeace-Büros, die ihren Kampagnen nicht selbst finanzieren können, von der Zentrale unterstützt. Dabei wird mit Euros gearbeitet, scheinbar sollte es mit den Wetten um eine Absicherung gegen Wechselkursschwankungen gehen - persönliche Bereicherungsmotive schließt Greenpeace bisher aus.

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Das ist Greenpeace

  • Kämpfer für den Umweltschutz

    Besetzung der Ölplattform Brent Spar, Kampf gegen Atomkraftwerke und für einen Welt-Klimavertrag: Greenpeace steht seit Jahrzehnten für einen gewaltfreien Einsatz gegen Umweltzerstörung und pocht auf einen Ausbau erneuerbarer Energien.

  • Gründung

    Gegründet wurde Greenpeace 1971 von US-Friedensaktivisten, die einen Atomtest vor der Küste Alaskas verhindern wollten. Der Name der Aktion: Green & Peace. Die Organisation mit Hauptsitz in Amsterdam ist heute in über 40 Ländern vertreten.

  • Finanzierung

    Greenpeace betont seine finanzielle Unabhängigkeit. Die Umweltschutzorganisation hat weltweit 2,8 Millionen Unterstützer. Allein in Deutschland gibt es laut Greenpeace rund 580.000 Fördermitglieder, die regelmäßig spenden.


In der Erklärung der deutschen Zentrale hieß es, 2013 habe sich Greenpeace International entgegen sonstiger Praxis gegen die Wechselkursschwankungen abgesichert, indem es Währungen zu festen Kursen kaufte. „Dabei ist leider ein gravierender Fehler gemacht worden“, hieß es. „Dabei versagten - soweit das bis jetzt bekannt ist - allerdings auch interne Kontrollen.“

Das Budget von Greenpeace International habe 2013 rund 79 Millionen Euro betragen und belaufe sich 2014 auf 82 Millionen. Das Defizit 2013 habe keine unmittelbaren Auswirkungen auf Handlungsfähigkeit, Kampagnen und Strategien, wurde betont. Greenpeace Deutschland werde aber den von der Prüfungsgesellschaft KPMG geprüften Jahresabschluss 2013 der Mutterorganisation nach Erscheinen nochmals prüfen.

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