Bettina Röhl direkt: Gold ist die Geldanlage von gestern

ThemaGold

kolumneBettina Röhl direkt: Gold ist die Geldanlage von gestern

Kolumne von Bettina Röhl

Mit einem sinkenden Goldpreis umgehen lernen und dies schneller als der Rest der Welt, das ist die Gewinnerstrategie. Und dies ganz unabhängig vom aktuellen Preisverfall des Goldes.

Einmal eine Nacht ganz allein in den heiligen Kellern von Fort Knox einen Goldrausch erleben, das war sicher schon der Traum von Dagobert Duck, der selber Geizkragen gern in seinem mit Gold gefüllten Schwimmbad planschte. Dieser Traum ist der wahre und auch der einzige Wert des Goldes.

Als die Menschen das erste Mal vor einigen tausend Jahren Gold sahen, gab es nichts Vergleichbares, das sonnenhell und klar und, anders als der Rest der damals sehr viel graueren Welt, ins Auge, ins Gefühl, ins Herz und in die Sehnsüchte stach. Der Mythos Gold war in dem Moment geboren, als der erste Mensch das erste Mal dem Gold ins Antlitz sah.

Anzeige

Oberflächen, die aussehen wie Gold gibt inzwischen schon länger und Gold lässt sich in sehr dünnen Schichten auf andere Materialien auftragen, so dass Gegenstände dem äußeren Anschein nach tatsächlich aus Gold sind.

Jeder Mann und jede Frau trägt gern Goldschmuck oder ist davon fasziniert. Gold ist in die Sprache eingedrungen, die das Denken bestimmt. Goldene Zeiten, das goldene Kalb, Goldmarie, goldene Krone, goldener Ring, der goldene Käfig, goldene Worte. Gold, Silber, Bronze. Das sind die Attribute für die drei besten Produkte oder Leistungen, im Beruf, im Sport. Die berühmte goldene American Expresskarte wurde schon vom Protestbarden Udo Lindenberg besungen. ( "Ach, wie gerne wäre ich im Club der Millionäre"). Gold war die Münze der Feudalen. Gold machte Leute. Und das Gold wurde eine der ersten und wichtigsten Absicherungen der Währungssysteme der sich bildenden Nationalstaaten.

Gold kann man nicht essen

Die Menschen haben sich im Laufe der Jahrhunderte und gar der Jahrtausende daran gewöhnt zu glauben, dass Gold tatsächlich einen Wert hätte und dass der Besitz von Gold die sichere Nummer fürs Leben wäre. Und so war es dann ja auch. Den meisten Menschen war bewusst, dass Gold keine Zinsen bringt, dass man Gold nicht essen kann und dass Gold als technisch relevanter Rohstoff eine untergeordnete Rolle spielt. Und dass man für die Aufbewahrung von Gold einiges tun musste, konkret, dass man für die Sicherung von Gold einiges Geld aufwenden muss.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

  • Goldnachfrage

    Die gesamte Goldnachfrage im dritten Quartal 2014 betrug 929,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 952,8) gefallen.

    Quelle: World Gold Council

  • Schmucknachfrage

    Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im dritten Quartal 2014 insgesamt 534,2 Tonnen und ist damit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 556,3) gefallen.

  • Industrienachfrage

    Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im dritten Quartal 2014 auf 97,9 Tonnen und fiel, verglichen mit den 103,1 Tonnen im dritten Quartal 2013, um fünf Prozent.

  • Goldbarren- und Münznachfrage

    Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im dritten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 245,6 Tonnen. Ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q3: 312,3).

  • EFTs und ähnliche Produkte

    Dass die Gesamtnachfrage nach Gold gefallen ist, ist auch auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen. Im dritten Quartal 2014 beliefen sich diese auf 41,3 Tonnen. Allerdings ist das deutlich weniger als im Vorjahr. Im dritten Quartlal 2013 betrugen sie noch 120,2 Tonnen.

  • Notenbanken

    Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im dritten Quartal 2014 92,8 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von neun Prozent (Q3'13: 101,5).

  • Investment gesamt

    Die Goldnachfrage im Investment belief sich im dritten Quartal 2014 auf 204,4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von sechs Prozent, im Vorjahresquartal waren es 192 Tonnen.

Gold als Glaubhaftmachung des Staates für das von ihm ausgegebene Papiergeld war immer mehr Fiktion als Realität, aber diese Funktion des Goldes ist definitiv Geschichte.

Als der Feudalstaat einen wesentlichen Teil seines Selbstbewusstseins und seiner Macht aus seinen Goldnuggets zog, gab es außer Kornfeldern, Wäldern und Schlössern und kleinen, vom Gewerbe und einer hauchdünnen Bürgerschicht getragenen, Städten, nichts auf weiter Flur. Goethe leistete sich einen unterbezahlten Schreiber, ein paar Tintenfässer und ein paar Federn und ein paar adlige Sponsoren. Das waren noch karge Zeiten. Da war ein Goldsäckel was.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%