Bitcoin: Vermögensverwalter entdecken „Crypto“ für sich

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Nun setzen auch Vermögensverwalter vermehrt auf den Trend der digitalen Währung.

von Frank WiebeQuelle:Handelsblatt Online

Der Bitcoin-Boom erreicht die Welt der Vermögensverwalter. Sie versuchen, Anlegern den Zugang zum Reich der virtuellen Währungen zu erleichtern. Dabei setzen viele auf simple Strategien, die sich untereinander ähneln.

Sie heißen „Crypto Asset Fund“, „Block Asset Management“, „1confirmation“, „Bitwise Asset Management“ oder „Polychain Capital“. Die Namen klingen immer ein wenig geheimnisvoll, und dementsprechend taucht „Crypto“ besonders gerne als Bestandteil auf. Sie alle springen auf die Kursrakete mit Namen „Bitcoin“ auf.

Und während einige Börsen jetzt erst auf dieser virtuellen Währung basierende Produkte in den Handel bringen, nutzen diese Fonds schon längst die Gunst der Stunde und sammeln das Geld von Kunden ein. Dabei tun sie zum Teil wenig mehr, als jeder einzelne Investor auch selber könnte. Sie kaufen für das Geld ihrer Kunden Bitcoins und andere Krypto-Währungen. Das erspart denen, sich mit Themen wie „Bitcoin-Börsen“ zum Kauf und „Wallets“ zur Aufbewahrung der elektronischen Münzen auseinander zu setzen.

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Relativ neu ist „Crescent Crypto Asset Management“, eine Firma, die im Sommer von drei jungen Männern gegründet wurde, Ali Hassan, Christopher Matta und Michael Kazley. Sie haben sich bei Goldman Sachs kennen gelernt und loben sich gegenseitig mit Empfehlungen auf LinkedIn.

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Ihr Konzept ist simpel. Sie suchen vermögende Investoren – der Einsatz muss bei mindestens 100.000 Dollar liegen – und kaufen virtuelle Währungen. Dabei bevorzugen sie einen passiven, quasi an einem Index orientierten Anlagestil, wie er zurzeit weltweit an den Aktienmärkten Furore macht. Sie kaufen, jeweils nach Kapitalisierung gewichtet, die 20 größten Krypto-Währungen der Welt. Rund 80 Prozent des Marktgewichts aller dieser Währungen wollen sie so abbilden. Und wie in der Fondsbranche bewährt, argumentieren sie mit dem Blick zurück und rechnen vor, was ein Anleger verdient hätte, wenn es den Fonds schon länger gegeben hätte und er bereits eingestiegen wäre.

Dabei kommt heraus, dass die Crescent-Mischung noch stürmischer gewachsen ist als Bitcoins alleine. Außerdem betonen sie, ganz im Einklang mit der herrschenden Portfolio-Theorie, dass ihr Krypto-Fonds sich weitgehend unabhängig von anderen Bereichen des Kapitalmarkts entwickelt, was unter Risikogesichtspunkten als Pluspunkt gilt.

Der passive Stil ist nur eine von vielen Strategien

Für das Portfolio per Ende November weist der Fonds als drei größte Positionen mit 68 Prozent Bitcoins, mit 19 Prozent Ether, die Währung von Etherum, und mit knapp fünf Prozent XRP, die Währung von Ripple aus. Der Fonds ist also doch sehr Bitcoin-lastig. Allerdings haben die anderen Währungen sich seit Jahresanfang bis Ende November alle noch besser entwickelt als Bitcoins mit rund 900 Prozent. Am stärksten war der Anstieg bei NEO mit über 27.000 Prozent. Allerdings war Neo nur mit 0,55 Prozent gewichtet und lag damit auf Platz acht im Portfolio.

Die Idee ist mäßig originell. Crypto Asset Management zum Beispiel bietet einen Fonds mit den 30 wichtigsten Krypto-Währungen an, wobei dort die Gewichtung ständig angepasst wird statt nur einmal im Quartal. Bitwise investiert in die zehn Größten und adjustiert monatlich.

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Der passive Stil ist aber nur eine von vielen Strategien. Besonders ausgefallene Beispiele sind 1confirmation, von dem bekannten Investor Mark Cuban unterstützt, oder Polychain mit Peter Thiel im Rücken. Diese beiden Fonds beruhen auf der Idee, dass klassische Unternehmen im Laufe der Zeit durch dezentrale Organisationen abgelöst werden, an denen die Investoren über elektronische Stimmrechte beteiligt sind.

Relativ traditionell erscheint dagegen das Konzept von Pantera Capital. Dieser Fonds investiert in Unternehmen, die sich mit der Blockchain, der Technik hinter den Bitcoins, beschäftigen. Er wurde bereits 2013 gegründet und war damit ein Pionier. Wer von Anfang an dabei war, ist jetzt um 25.000 Prozent reicher, wie der US-Fernsehsender CNBC vor kurzem meldete.

Krypto-Fonds haben vor allem im laufenden Jahr ohne Zweifel alle anderen Fondsklassen abgehängt. Trotzdem bleibt die Frage, ob sie mehr bringen als das direkte Investment. Außerdem gilt wie immer: Wer hoch steigt, kann auch tief fallen. Oder, wie es standardmäßig in Fondsprospekten heißt: Die vergangene Wertentwicklung ist keine Aussage über die künftige.

Quelle:  Handelsblatt Online
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