Börsen-Roundtable: Was Zulauf, Faber, Gross und Co. jetzt raten

Börsen-Roundtable: Was Zulauf, Faber, Gross und Co. jetzt raten

Alljährlich kommen Top-Anlageexperten zu unserem Börsen-Roundtable zusammen: Was Experten wie Bill Gross, Marc Faber oder Felix Zulauf von Zinsen, Aktien und Gold erwarten und wie Anleger die Tipps umsetzen.

Bill, was haben die Börsen von der neuen Fed-Chefin Janet Yellen zu erwarten?

Bill Gross: Milliardenschwere Anleihekäufe der Fed haben die Zinsen auf ein historisch niedriges Niveau gedrückt. Obwohl diese Käufe jetzt gedrosselt und wohl Ende 2014 eingestellt werden, rechne ich nicht mit steigenden Anleiherenditen. Die Renditen hängen nach Auslaufen der Programme wieder vom Leitzins ab, und den wird Frau Yellen kaum ändern.

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Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass 2015 eine Zinserhöhung kommt?

Gross: Nahe null. Zuerst muss die Fed ihre Anleihekäufe einstellen. Danach, hat sie angedeutet, wird einige Zeit vergehen, bis sie die Zinsen anhebt.

Also bleiben die Renditen unten, und die Kurse der US-Anleihen werden steigen. Brian, Sie sehen das anders?

Brian Rogers: Ja. Die Renditen für zehnjährige Anleihen dürften eher nach oben gehen als nach unten. Ich kann mir eine Rally bei zehnjährigen Anleihen nicht recht vorstellen. Die US-Konjunktur ist auf Kurs, die Lage am Arbeitsmarkt verbessert sich, das spricht eher für steigende Zinsen.

Felix Zulauf: US-Anleihen sind im Vergleich zu anderen großen Rentenmärkten – Deutschland ausgenommen – zu niedrig bewertet. Zehnjährige französische Anleihen bringen 50 Basispunkte weniger als vergleichbare US-Bonds. Wenn der Dollar gegenüber anderen großen Währungen stabil bleibt oder leicht steigt, entsteht eine Arbitrage-Situation...

...das heißt, ausländische Anleger werden US-Anleihen kaufen.

Zulauf: Und das drückt die US-Renditen nach unten.

Gross: Wenn der japanische Yen nur leicht nachgibt, werden US-Staatsanleihen für japanische Anleger zur idealen Investition.

Abby Joseph Cohen: Damit könnte die internationale Nachfrage nach US-Anleihen steigen. Und sie könnten auch von Pensionsfonds stärker nachgefragt werden. All dies könnte einen Anstieg der Zinsen dämpfen. Dennoch gebe ich Brian recht. Am Rentenmarkt glaubte man bis vor einigen Monaten, die Zinsen würden nie mehr steigen. Aber sie sind gestiegen, speziell im mittel- und langfristigen Bereich. Und sie könnten weiter steigen. Das US-Wirtschaftswachstum wird in Ordnung sein. Deshalb werden die Zinsen leicht steigen.

Wie stark wächst die Wirtschaft?

Cohen: Wir rechnen 2014 mit 3,3 Prozent Wachstum. Die steuerliche Belastung ist geringer als im Vorjahr, als die Einkommensteuer erhöht wurde. Der Arbeitsmarkt entspannt sich, die verfügbaren Haushaltseinkommen und die Ausgaben steigen. Abzulesen ist das an den steigenden Autoverkäufen und am Häusermarkt. Zudem dürften Unternehmen mit starken Bilanzen weniger in Dividendenerhöhungen und Aktienrückkäufe stecken und wieder mehr investieren.

Scott Black: Die letzten Anleihekaufprogramme hatten kaum Einfluss auf das Wirtschaftswachstum, wohl aber auf die Finanzmärkte. Von 2000 bis Ende 2013 lag das reale Wachstum im Schnitt bei 1,8 Prozent pro Jahr. Das war die Periode mit dem geringsten Wachstum nach dem Zweiten Weltkrieg. Ich sehe nicht, wie Sie auf 3,3 Prozent Wachstum kommen wollen. Im letzten Quartal wurde Wachstum fast nur vom Häusermarkt und vom Aufbau der Lager der Unternehmen getragen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die US-Wirtschaft 2014 mehr als drei Prozent zulegen kann.

Mario Gabelli: Immerhin! Hauptsache, das Wachstum beschleunigt sich.

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